Er hat Ebola: USA lehnten eigenen Arzt ab
Laut einem Bericht wollten die USA den mit Ebola infizierten Arzt nicht nach Hause holen. Die Regierung sorgt sich vor Angst und Kritik aus der Bevölkerung.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein mit Ebola infizierter Arzt wird in Deutschland behandelt.
- Laut einem Bericht verweigerte die US-Regierung die Rückführung in die USA.
- Das Weisse Haus dementiert und begründet die Behandlung in Deutschland mit der Reisezeit.
Am Mittwochmorgen landete ein US-Arzt, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hatte, in Berlin. Seither wird er in einer Hochsicherheits-Isolierstation behandelt. Doch warum wurde der US-Bürger nach Deutschland geflogen?
Wie die «Washington Post» unter Berufung auf fünf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichtet, lehnte die US-Regierung die Repatriierung ab. Sie stellte ein Hilfegesuch an Deutschland. Erst als dieses angenommen wurde, konnte der Arzt ausgeflogen werden. Dadurch hat sich die Behandlung verzögert.
Ein Sprecher des Weissen Hauses bezeichnet den Bericht als «absolut falsch». Er sagt: «Das oberste und einzige Anliegen der Trump-Regierung ist es, die Gesundheit und Sicherheit der amerikanischen Bürger zu gewährleisten.»
Die US-Gesundheitsbehörde begründet die Behandlung in Deutschland unter anderem mit der kürzeren Flugzeit. Zudem habe das Charité-Spital Erfahrungen mit Ebola-Behandlungen. Auch der Regierungssprecher bezeichnet die Klinik als «eine der weltweit besten Einrichtungen für die Behandlung von Viruserkrankungen wie Ebola». Sie stehe den führenden Einrichtungen in den USA in nichts nach.
Trump kritisierte 2014 Rückführung infizierter Bürger
Die «Washington Post» berichtet unter Berufung auf die Quellen von einem anderen Grund: Bedenken über die öffentliche Wahrnehmung und Sorge vor Kritik und Angst in der US-Bevölkerung. Als Ebola 2014 in Westafrika ausbrach, holten die USA unter Barack Obama infizierte Bürger nach Hause. Donald Trump hatte dies damals stark kritisiert.
Auch jetzt versucht die US-Regierung, das Virus möglichst von ihrem Territorium fernzuhalten: Gemäss «CBS» dürfte ein Flugzeug aus Frankreich nicht in Detroit landen und musste nach Montreal ausweichen. Grund dafür war, dass ein Passagier aus dem Kongo an Bord war. Personen aus dem Kongo dürfen aktuell nicht in die USA einreisen.

Berichten zufolge befindet sich der US-Arzt in einem stabilen Zustand. Er erhält Antikörper und kann mittlerweile wieder essen und Nachrichten schreiben. Zudem wurden auch seine Frau und seine vier Kinder nach Berlin geflogen. Sie hatten Kontakt mit ihm, sind aber symptomfrei und wurden negativ getestet.
Im Kongo sind gemäss der WHO bereits 160 Menschen an Ebola verstorben. Zudem gibt es rund 670 Verdachtsfälle.




















