Berner Brandschutz: Kanton grundsätzlich gut, Stadt «hohes Niveau»
Nach Crans-Montana mussten der Berner Regierungsrat und der Gemeinderat der Stadt Bern Fragen zum Brandschutz beantworten.

Das Wichtigste in Kürze
- In Kanton und Stadt Bern ist der Brandschutz generell gut.
- So steht es in Antworten auf entsprechende Vorstösse aus den Parlamenten.
- Allenfalls werde es Anpassungen geben, doch die Arbeiten dazu seien noch im Gang.
Die verheerende Brandkatastrophe von Crans-Montana hat auch die Berner Politik aufgerüttelt. Noch Anfang Januar reichte deshalb SVP-Grossrat Martin Lerch eine Interpellation ein: Wie steht es um den Brandschutz im Kanton Bern und besteht allenfalls Handlungsbedarf? Mitunterzeichnet haben den Vorstoss auch Grossratsmitglieder von FDP, Mitte, EDU, SP und Grünen.
Nun liegen die Antworten des Regierungsrats vor. Das Fazit: Die aktuellen Vorschriften und deren Umsetzung haben sich grundsätzlich bewährt.
Anpassungen würde man dann prüfen, wenn sich solche aufgrund der überarbeiteten, schweizweit gültigen Brandschutzvorschriften ergeben. Dieser Prozess ist im Moment am Laufen und bezieht auch Erkenntnisse aus der Brandkatastrophe in Crans-Montana mit ein.
Nur ein Brand in Club, mit wenig Sachschaden
In verschiedenen Punkten betont der Regierungsrat, dass man zwar mehr tun könnte, dies aber auch aufwändig und teuer wäre. So seien etwa bei der Festlegung der Kontrollintervalle ein optimales Verhältnis zwischen Sicherheit und Kosten angestrebt worden. Oder anders formuliert: «Der Regierungsrat weist darauf hin, dass absolute Sicherheit nicht existiert beziehungsweise der Aufwand mit einem höheren Anspruch überproportional steigt.»
Statistisch sieht das im Rückblick auf die letzten zehn Jahre so aus: Es gab auch im Kanton Bern einen Brand in einem Club, mit einem Sachschaden von 5000 Franken. Menschen wurden keine verletzt.

Gerade selten sind Brände grundsätzlich aber nicht: 20'768 gab es in diesem Zeitraum, mit einem Gebäudeschaden von 343 Millionen Franken. Der Regierungsrat verweist aber darauf, dass schweizweit die Brandschäden in den letzten Jahren immer etwa gleich geblieben seien. Dies trotz immer mehr und immer wertvolleren Gebäuden.
Daraus folgert der Regierungsrat, dass sich die geltenden Vorschriften grundsätzlich bewährt hätten. Im Zusammenhang mit der oben erwähnten Totalrevision der schweizerischen Brandschutzvorschriften werde man dann prüfen: Braucht es Anpassungen am kantonalen Feuerschutz- und Feuerwehrgesetz (FFG), der Verordnung oder der Vollzugspraxis?
Parallel sei die Gebäudeversicherung Bern (GVB) zusammen mit den Regierungsstatthalterämtern und den Gemeinden an der Arbeit. Sie schauen sich spezifisch die nach Gastgewerbegesetz bewilligten Betriebe an. Im Fokus sind hier die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten im Bereich der Überprüfung des Brandschutzes.
Stadt Bern will Massnahmen überprüfen
Nur kurz nach dem Regierungsrat hat auch der Berner Gemeinderat eine Interpellation aus dem Stadtrat zum Thema Brandschutz beantwortet. Auch diese wurde von SVP-Seite eingereicht, mit Unterschriften aus dem ganzen politischen Spektrum.
Obwohl die Verantwortlichkeiten grösstenteils bei kantonalen Stellen liegen, klingt es bei der Stadt Bern gar noch positiver. Die Sicherheit in Restaurants, Bars, Clubs, Theatern oder Kinos habe für den Gemeinderat schon vor Crans-Montana oberste Priorität gehabt. Und weiter: «Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass die Vorgaben in der Stadt Bern im Bereich Sicherheit auf einem hohen Niveau sind.»

«Sehr bewährt» habe sich, dass Betriebe mit genereller Überzeitbewilligung (davon gibt es 77) ein Security-Konzept einreichen müssen. In diesem werde auch der Brandschutz thematisiert.
In den Betriebsbewilligungen gebe es unter anderem auch Auflagen zur Signalisation und Freihaltung von Fluchtwegen via Notausgängen. Das Polizeiinspektorat habe ab Februar 2026 einen Kontrollschwerpunkt auf die Auflagen zum Brandschutz gelegt. Trotzdem wolle man die Katastrophe von Crans-Montana zum Anlass nehmen, die bestehenden Massnahmen zu überprüfen.








