Siegfried Lenz Preis geht an Norbert Gstrein
Der in Hamburg lebende Schriftseller Norbert Gstrein erhält in diesem Jahr den Siegfried Lenz Preis. Der 1961 in Österreich geborene Autor werde als grosser europäischer Erzähler geehrt, teilte die Siegfried Lenz Stiftung in Hamburg mit.

Schon 1988 habe sich Gstrein in seinem Debüt «Einer» als ein Autor erwiesen, der eigenständig an die Literatur der klassischen Moderne anknüpft und deren Motive und Themen konsequent weiterentwickelt.
Sein rund zwanzig Romane und Essays umfassendes Werk kreise um grosse erkenntnistheoretische und moralische Fragen, hiess es. Dabei konfrontiere Gstrein seine Leserinnen und Leser gleichzeitig damit, dass jedem Erzählten zu misstrauen ist, es keine Verlässlichkeiten gibt und einfache Kausalitäten nur scheinbare Kausalitäten sind.
Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird am 11. September im Hamburger Rathaus feierlich verliehen. Die Laudatio soll Daniel Kehlmann halten.
Mit dem Siegfried Lenz Preis werden alle zwei Jahre internationale Schriftstellerinnen und Schriftsteller ausgezeichnet, «deren schöpferisches Wirken dem Geist von Siegfried Lenz nah ist». Bisherige Preisträger waren unter anderen der Israeli Amos Oz, der Engländer Julian Barnes, der Amerikaner Richard Ford, die amerikanische Schriftstellerin Elizabeth Strout und zuletzt die Irin Claire Keegan.
Der 1926 geborene Schriftsteller Siegfried Lenz lebte seit 1951 in Hamburg und war Ehrenbürger der Stadt. Er galt als einer der wichtigsten Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur. Lenz setzte sich in seinen Romanen intensiv mit der Nazi-Zeit auseinander. Er starb 2014 im Alter von 88 Jahren.










