Tropenmediziner zu Ebola-Ausbruch: «Meistens katastrophal»
In der Demokratischen Republik Kongo ist das Ebola-Virus ausgebrochen. Der Ausbruch blieb wohl lange unbemerkt, weshalb Behörden und Mediziner Alarm schlagen.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo ist das Ebola-Virus ausgebrochen.
- Bisher wurden 65 Todesfälle sowie 246 Verdachtsfälle gemeldet.
- Die Ausbreitung blieb wohl lange unbemerkt, was Behörden und Medizinern Sorge bereitet.
Der Ebola-Ausbruch in Ituri, einer abgelegenen Provinz im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, ist besorgniserregend.
Insbesondere, weil der Ausbruch, der am 15. Mai von der afrikanischen Gesundheitsbehörde bestätigt wurde, wohl zunächst unentdeckt blieb.
Zudem handelt es sich laut ersten Laborergebnissen um eine Variante des Ebola-Fiebers, für die es bisher keinen Impfstoff gibt.
Bisher gibt es 246 Verdachtsfälle sowie 65 gemeldete Todesfälle, so die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC. Die Behörde bestätigt, dass vier der Todesfälle durch Labortests als Ebola-Infektionen identifiziert werden konnten.
«Wenn es so losgeht, ist es meistens katastrophal»
Gegenüber der deutschen «Tagesschau» zeigt sich der Tropenmediziner Maximilian Gertler besorgt: «Wenn es so losgeht, ist es meistens katastrophal.»
Der Ausbruch müsse wohl seit Monaten unentdeckt vorangeschritten sein, weshalb es bereits fast 250 Verdachtsfälle gebe.
Auch die geographische Nähe zu Uganda und dem Südsudan sei kritisch. Durch den Grenzverkehr könnte sich das Virus nämlich auch dort ausbreiten. Uganda meldet bereits einen Ebola-Todesfall eines 59-jährigen Mannes.
Dringende Sitzung einberufen
Deshalb sei eine dringende Sitzung mit Gesundheitsbehörden aus dem Kongo, Uganda und dem Südsudan einberufen worden. Auch internationale Gesundheitsorganisationen seien anwesend gewesen, so Africa CDC.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe medizinische Hilfsgüter und Schutzausrüstung nach Bunia, die Hauptstadt der Provinz Ituri, geschickt.
500'000 US-Dollar aus dem WHO-Notfallfond
Laut WHO-Chef Tedros Ghebreyesus wurden zudem 500'000 US-Dollar aus dem Notfallfonds für Katastrophen freigegeben, um die Ausbreitung einzudämmen.
Die afrikanische Gesundheitsbehörde plant verstärkte Kontrollen und die Isolierung von Kontaktpersonen.





















