Donald Trump wurde 2016 zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Der Wahlkampf gegen Hillary Clinton galt als sehr kontrovers.
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Der ehemalige US-Präsident Donald Trump. - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • In den Vorwahlen erhielt Donald Trump rasch viele Stimmen und baute seinen Vorsprung aus.
  • Der Wahlkampf gegen Hillary Clinton galt als kontrovers und spaltend.
  • Ein populäres Thema seines Wahlkampfes war der Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko.

Am 16. Juni 2015 gab Donald Trump im Trump Tower seine Kandidatur bei der Wahl am 8. November 2016 für die Republikanische Partei bekannt. Seinen Wahlkampf führte er unter dem Slogan «Make America Great Again».

Immer grösserer Vorsprung bei den Vorwahlen

Die Vorwahlen der Republikaner begannen am 1. Februar 2016. Trump erreichte dabei zunächst nur den zweiten Platz, hinter Senator Ted Cruz aus Texas. Später konnte er sich jedoch klar durchsetzen und übertraf die Umfragewerte.

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Donald Trump, Marco Rubio, Ted Cruz and John Kasich während einer Republikanischen Debatte, gesponsert von CNN. - Keystone

Als Jeb Bush aus dem Rennen stieg, wurde Trump klarer Favorit. Einzig bei den Hispanics war er bundesweit der unbeliebteste Kandidat.

Mit viel Unterstützung und Rückenwind baute Trump seinen Vorsprung aus. So gewann er in zahlreichen Staaten und diese Siege führten schliesslich zum Ausscheiden von Marco Rubio.

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Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump spricht in Louisville am 1. März 2016. - Keystone

Das Bewerberfeld minimierte sich danach auf drei Kandidaten. Nachdem Donald Trump die Vorwahl in Wisconsin gegen Ted Cruz verloren hatte, siegte er aber in seinem Heimatstaat New York. Er erhielt so einen grossen Vorsprung und seine Konkurrenten Cruz und John Kasich beendeten ihren Wahlkampf.

Trump kandidiert und gerät unter Druck

Im Mai 2016 erreichte Donald Trump mit 1239 Delegierten die notwendige Anzahl für eine Nominierung zur Präsidentschaftskandidatur. Ende Mai holte er in den Umfragen zur bisher deutlich führenden Hillary Clinton auf. Diese befand sich weiterhin in einer zunehmend hart geführten parteiinternen Vorwahl gegen Bernie Sanders.

Später geriet Trump aber unter Druck, als Dokumente aus einem Gerichtsverfahren gegen die von ihm initiierte Trump University öffentlich wurden. Dort versprach er gegen hohe Gebühren die Einführung in seine Geschäftsgeheimnisse. Er sprach dem Richter wegen dessen mexikanischer Herkunft öffentlich die Neutralität ab.

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Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton nach einer Debatte an der Hofstra Universität in Hempstead. - Keystone

Diese Äusserungen sorgten für mediale Empörung. Gleichzeitig sorgte auch seine Wahlkampforganisation für grosses Aufsehen. In den Medien wurde davon gesprochen, dass er damit seinen Vorsprung gegenüber Clinton verspielt habe.

Kontroverser Wahlkampf

Der Wahlkampf galt als ausserordentlich kontrovers. Bei seinen Auftritten kam es häufig zu Ausschreitungen zwischen seinen Anhängern und Gegnern. Wichtige Themen waren die Reduktion der Immigration sowie eine handels- und aussenpolitische Abschottung.

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Donald Trump änderte während des Wahlkampfs 2016 seine Haltung gegenüber Abtreibungen. - dpa

Donald Trump verbreitete zudem zahlreiche Verschwörungstheorien. Seine Rhetorik, Provokationen und Konfrontationen sorgten immer wieder für Schlagzeilen. Er nutzte zudem die sozialen Medien als Sprachrohr gegenüber seinen Anhängern.

Aber auch gegnerische Stimmen wurden immer lauter und seine mangelnde Politikerfahrung wurde wiederholt gegen Trump verwendet. Auch viele einflussreiche Gruppen und Politiker der Republikanischen Partei waren skeptisch. Diesen Widerstand innerhalb seiner Partei entschärfte er mit der Unterzeichnung einer Loyalitätserklärung.

Wahlkampfthemen von Donald Trump

Trumps politische Positionen lagen zur damaligen Zeit deutlich links des republikanischen Mainstreams. Einzelne Positionen aus dem Wahlkampf relativierte er nach seiner Wahl jedoch wieder.

Im April 2016 hielt er im Mayflower Hotel eine aussenpolitische Grundsatzrede. Er erklärte «America First» zur Leitlinie seiner Aussenpolitik. Die Interessen des Volkes sowie die Sicherheit Amerikas sollten den Bedürfnissen anderer Nationen übergeordnet sein.

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Donald Trump (r), Präsident der USA, besucht amerikanische Truppen auf der Bagram Air Base nördlich von Kabul. Der noch amtierende US-Präsident will vor dem Ende seiner Amtszeit im Januar nach übereinstimmenden Medienberichten die Zahl der US-Truppen im Ausland weiter reduzieren. - dpa

Weiter verteidigt er eine passive militärische Aussenpolitik. Das Militär sollte nur bei absoluter Notwendigkeit eingesetzt werden.

Zum Thema Bildung wollte er die Kompetenzen in der Zuständigkeit der Bundesstaaten belassen. Er setzte sich dafür ein, dass ein Schüler seine Schule selbst aussuchen kann.

Ein wichtiges Thema in Trumps Politik war die Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik. Bereits früh im Wahlkampf beschäftigten sich seine Positionspapiere mit der Immigration sowie deren Massnahmen. Die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko sei unzureichend gesichert, weshalb eine Mauer gebaut werden sollte.

Mauer Grenze Donald Trump
Die Grenze zu Mexiko ist nicht wirklich eine Mauer aus Beton geworden, sondern eher ein Zaun aus Metall. - dpa

Was Trump wenig interessierte, war die Klimapolitik – dazu verbreitete er immer wieder Verschwörungstheorien. Bereits vor seiner Wahl kündigte er an, das Pariser Klimaabkommen zu kündigen. Diese Abmachungen sollten neu verhandelt werden.

In der Energiepolitik kündigte er zudem eine Lockerung von Umweltvorschriften und die Rückbesinnung auf fossile Brennstoffe an.

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Menschen demonstrieren gegen die Abschaffung von Obamacare. - Keystone

Im Wahlkampf forderte Trump die Rücknahme der 2010 unter Präsident Barack Obama eingeführten Gesundheitsreform. Diese würde die Qualität des Gesundheitswesens verschlechtern und führe zu überhöhten Preisen. Trump befürwortet einen «free market plan», mit dem durch die Stärkung des Wettbewerbs Kosten gesenkt und Qualität verbessert werden soll.

Verschiedene Vorwürfe gegen Trump

Immer wieder wurde Trump wegen rassistischen und sexistischen Äusserungen kritisiert. 2016 lief ein Strafverfahren gegen ihn wegen Betrugs. Hierbei griff Donald Trump den zuständigen Bundesrichter Gonzalo P. Curiel an und erklärte ihn wegen dessen «mexikanischen Erbes» für nicht neutral.

Für grosses Aufsehen sorgten zudem Videoaufzeichnungen eines Gesprächs mit Billy Bush aus dem Jahr 2005. In diesen Aufzeichnungen prahlte Trump, er könne mit Frauen alles tun. In den darauffolgenden Wochen und Monaten erklärten insgesamt 19 Frauen, Trump habe sie sexuell bedrängt.

Diese Vorwürfe hat Trump bestritten. Die Veröffentlichung seiner sexistischen Aussagen führte jedoch zu parteiinterner Kritik an Trump. Einige entzogen ihm die Unterstützung, andere forderten ihn zum Rückzug auf.

Donald Trump gewinnt die Wahlen

Bis zum Wahltag am 8. November 2016 hielt die Mehrheit aufgrund aggregierter Umfragen einen knappen Sieg Clintons für wahrscheinlich. Donald Trump konnte dann jedoch einige wichtige Staaten gewinnen.

US-Wahlen 2016
Donald Trump holte zwar 2016 gegen Hillary Clinton 500'000 Wählerstimmen weniger, er setzte sich jedoch dank deutlich mehr Wahlmännerstimmen durch. - Keystone

Clinton erhielt zwar mehr Wählerstimmen als Trump, doch der Republikaner konnte mehr Wahlmänner-Stimmen für sich gewinnen. Bei der Abstimmung des Wahlmänner-Kollegiums im Dezember 2016 gewann er deshalb die 58. Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Mit 304 Wahlmänner-Stimmen war er den 227 für Hillary Clinton klar überlegen.

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