Donald Trump sieht Kriegsziel gegen Iran «fast erreicht»
Bei zwei Auftritten sprach Donald Trump von Fortschritten im Iran und einem möglichen baldigen Kriegsende. Teilweise widersprach er sich jedoch selbst.

Das Wichtigste in Kürze
- In Florida äusserte sich Trump am Montagabend (Ortszeit) zweimal zum Iran-Krieg.
- Der US-Präsident nannte Teherans Aufgabe des Atomprogramms als zentrales Ziel.
- Er machte zur Dauer und Ausgang des Konflikts jedoch widersprüchliche Angaben.
Donald Trump hat am Montagabend (Ortszeit) bei zwei Auftritten in Florida ausführlich über den Krieg gegen den Iran gesprochen. Zunächst bei einer Veranstaltung der Republikaner im Repräsentantenhaus, später bei einer Pressekonferenz in seinem Golfclub in Doral.
Dabei zeichnete der US-Präsident ein Bild eines militärisch weitgehend gewonnenen Konflikts. Er rechtfertigte ausserdem den Angriff auf Teheran vor mehr als einer Woche als präventiven Schritt. Ohne das Eingreifen der USA und Israels hätte der Iran «den Nahen Osten übernommen», sagte der Präsident.
Er spekulierte, dass Iran bereits Nuklearwaffen gehabt hätte, wenn die USA im vergangenen Sommer nicht die iranischen Atomanlagen angegriffen hätten. «Sie hätten eine Atomwaffe besessen und diese schon längst eingesetzt – zumindest Israel wäre dabei vernichtet worden.»
Ende des Krieges «in wenigen Tagen»?
Donald Trump erklärte vor den versammelten Journalisten, die USA hätten seit Beginn mehr als 5000 Ziele im Iran angegriffen. Ein grosser Teil der militärischen Fähigkeiten Teherans sei dabei zerstört worden.
«Wir erzielen grosse Fortschritte bei der Erreichung unseres militärischen Ziels. Manche würden sagen, es sei so gut wie erreicht», sagte. Zugleich behauptete er, sämtliche iranischen Streitkräfte seien vollständig zerstört worden.

Als entscheidendes Erfolgskriterium nannte Trump, dass der Iran dauerhaft auf den Bau von Atomwaffen verzichten müsse. Teheran habe während früherer Gespräche nicht eindeutig erklärt, auf ein solches Programm verzichten zu wollen. Nach den Angriffen der USA und Israels seien die nuklearen Fähigkeiten des Landes jedoch stark geschwächt.
Widersprüche zwischen Rede und Pressekonferenz
Auffällig war, dass Trump im Laufe des Abends unterschiedliche Einschätzungen zum Konflikt gab. Bei der Veranstaltung mit republikanischen Abgeordneten erklärte er, die USA hätten «in vieler Hinsicht bereits gewonnen». Gleichzeitig betonte er jedoch, man werde «nicht nachlassen, bis der Feind vollständig und entscheidend besiegt ist».
Er bezeichnete den Krieg bei der Rede zudem als «kurzfristigen Ausflug», der notwendig gewesen sei, um eine Bedrohung zu beseitigen. Nur kurze Zeit später erklärte er bei der Pressekonferenz, die USA würden «entschlossener denn je für den endgültigen Sieg» kämpfen.
Auf die Frage eines Reporters, ob die US-Militäroperationen noch diese Woche oder in wenigen Tagen abgeschlossen sein könnten, antwortete er: «Ich glaube bald.»
Donald Trump erklärte hier zudem erneut, die iranische Führung sei weitgehend ausgeschaltet worden. «Alles, was sie hatten, ist weg, einschliesslich ihrer Führung», sagte er und sprach von mindestens zwei Führungsebenen, die verschwunden seien.
Kritik an neuem iranischen Führer
Kritisch äusserte sich Trump bei der Pressekonferenz auch zur Ernennung von Mojtaba Khamenei zum neuen Obersten Führer des Iran. Der Sohn des getöteten Ali Khamenei könnte nach Ansicht des US-Präsidenten für eine Fortsetzung der bisherigen Politik stehen.
Ob Mojtaba Khamenei ein mögliches militärisches Ziel sein könnte, wollte Trump jedoch nicht beantworten. Eine solche Aussage wäre «unangemessen», erklärte er. Am Wochenende betonte er jedoch gegenüber «ABC News»: «Wenn er unsere Zustimmung nicht erhält, wird er nicht lange im Amt bleiben.»

Nur kurz vor der Pressekonferenz, sagte Trump übrigens, dass niemand eine Ahnung habe, wer die künftigen Staatsoberhäupter sein werden. «Ihre Terroristenführer sind weg, oder sie zählen die Minuten bis zu ihrem Verschwinden.»
Trump will Öl-Sanktionen lockern
Auch bei den wirtschaftlichen Folgen des Konflikts schlug Trump unterschiedliche Töne an. Einerseits spielte er den jüngsten Anstieg der Ölpreise herunter und erklärte, die USA verfügten über genügend eigene Ressourcen. Andererseits kündigte er an, bestimmte Öl-Sanktionen vorübergehend lockern zu wollen, um die Preise zu senken.
Gespräch mit Putin – Frust über Ukraine-Krieg
Donald Trump bestätigte bei der Pressekonferenz weiter ein Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Putin habe signalisiert, im Nahen Osten «hilfreich sein» zu wollen. Trump sagte jedoch, hilfreicher wäre es, wenn Russland den Krieg gegen die Ukraine beenden würde. Dieser sei ein «nie endender Kampf», über den er zunehmend frustriert sei.
Donald Trump: «Opfer-Familien wollen, dass wir die Arbeit beenden»
Auf eine Frage nach möglichen amerikanischen Verlusten im Krieg sagte Trump, solche Konflikte führten immer zu Todesfällen. Er berichtete von einem Besuch auf dem Luftwaffenstützpunkt Dover Air Force Base, bei dem er Angehörige gefallener Soldaten getroffen habe. Diese hätten ihn gebeten: «Bitte bringen Sie die Sache zu Ende.»

Insgesamt vermittelte Donald Trump den Eindruck, dass die USA ihre militärischen Ziele im Iran nahezu erreicht hätten. Zugleich blieb offen, wie lange die Operationen tatsächlich noch dauern sollen – und wie ein Abschluss des Konflikts aussehen könnte.
















