Die AfD liegt vorn und hat trotzdem viel zu verlieren
Die AfD liegt in Sachsen-Anhalt in Umfragen bei 40 Prozent. Doch selbst ein Sieg birgt für die AfD erhebliche Gefahren.

Die AfD tritt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September als klare Favoritin an.
Laut dem aktuellen ZDF-Politbarometer, wie «ZDFheute» berichtet, kommt die Partei auf rund 40 Prozent, die CDU auf 23 Prozent.
Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat sich den Einzug ins Magdeburger Staatskanzleramt zum Ziel gesetzt. Wie die «Tagesschau» berichtet, sieht Co-Parteichefin Alice Weidel Sachsen-Anhalt nur als «ersten Schritt» auf dem Weg zur Regierungsmacht.
Chance und Risiko für AfD zugleich
Politikwissenschaftler Marcel Lewandowsky von der Universität Halle-Wittenberg nennt die Wahl laut «Tagesschau» ausdrücklich «Chance und Risiko» zugleich für die AfD. Einerseits könnte die Partei erstmals einen Fuss in die Regierungsmacht setzen.
Andererseits, so Lewandowsky, «kann eine solche Regierung auch scheitern». Zu wenig qualifiziertes Personal und zu hohe Erwartungen seien reale Bedenken, auch innerhalb der Partei.
Zudem gilt laut der «Tagesschau» ein zentrales Problem: Siegmunds Wahlprogramm ist an vielen Stellen ohne eine AfD-Regierung im Bund nicht umsetzbar. Die Partei wäre auf Kooperation angewiesen, die niemand anbietet.
Drei Szenarien nach dem Wahltag
Wie «ZDFheute» skizziert, sind drei Ausgänge denkbar.
Erstens könnte die Partei die absolute Mehrheit erringen, wobei diese nicht zwingend 50 Prozent der Wählerstimmen erfordert.
Zweitens wäre eine AfD-Minderheitsregierung mit Stützung des BSW denkbar, falls dieses die Fünf-Prozent-Hürde schafft. Drittens könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung entstehen, die von der Linken toleriert wird.
Signalwirkung für ganz Deutschland
Laut Lewandowsky geht es der AfD vor allem darum, zu zeigen, «dass die Stimme an sie nicht verschenkt ist». Die Partei will belegen, dass sie zumindest theoretisch regierungsfähig ist, berichtet die «Tagesschau».

Der Politikwissenschaftler Benjamin Höhne ordnet gegenüber «ZDFheute» ein, dass der CDU-Unvereinbarkeitsbeschluss «im Osten von den politischen Realitäten eingeholt» worden sei. Die CDU könnte also pragmatisch abwägen müssen.
Auch wirtschaftliche Signale spielen eine Rolle, wie die «WirtschaftsWoche» berichtet. Der IHK-Vize Carsten Transfeld warnt, dass manche Investoren bereits abwarten, wie die Wahl ausgeht, bevor sie den Standort Sachsen-Anhalt wählen.
















