VW-Aufsichtsrat beschliesst Sparplan – Werke vor unklarer Zukunft
Der VW-Aufsichtsrat beschliesst 50'000 weitere Stellenstreichungen. Für Emden und Hannover bleibt die Zukunft bis Juni 2027 offen.

Der VW-Aufsichtsrat hat den neuen Sparplan überraschend einstimmig beschlossen. Für die Werke in Emden und Hannover gibt es jedoch weiterhin keine gesicherte Perspektive.
Volkswagen will in den kommenden Jahren weltweit weitere 50'000 Stellen abbauen. Der Konzern begründet die Kürzungen mit Überkapazitäten und den Zielen seines Transformationsprogramms, berichtet der «NDR».
Bereits Ende 2024 hatten Vorstand und Betriebsrat den Abbau von bis zu 50'000 Stellen bis 2030 vereinbart. Zusammen könnten damit rund 100'000 Arbeitsplätze im Konzern entfallen, schreibt die «ZDFheute».
VW sucht bis 2027 Lösungen für vier gefährdete Werke
Volkswagen beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 663'000 Menschen. Vorstand, Arbeitnehmerseite und das Land Niedersachsen wollen nun gemeinsam Lösungen für die weitere Transformation entwickeln.
Neben Emden und Hannover betrifft die Unsicherheit auch Zwickau und das Audi-Werk Neckarsulm. Für diese Standorte fehlt laut der «Tagesschau» eine wettbewerbsfähige Folgebelegung für die Jahre 2031 bis 2034.
Parallel sollen alternative Verwendungsmöglichkeiten für die betroffenen Werke geprüft werden. Bis Ende Juni 2027 soll ein Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur entwickelt werden.
VW hält trotz Sparplan an vier Werken fest – vorerst
Damit sind die Werke nach Angaben von IG Metall und Konzernbetriebsrat nicht endgültig aufgegeben. Eine Werksschliessung sei mit dem Beschluss nicht besiegelt, berichtet der «NDR».
Der Sparplan sieht weitere Einschnitte bei Volkswagen vor. Die Modellpalette soll um rund 50 Prozent und die Angebotskomplexität um rund 75 Prozent reduziert werden.
Der Konzern will sich dabei auf besonders attraktive Fahrzeugmodelle konzentrieren. Zusätzlich sind schlankere Führungsstrukturen und kürzere Entscheidungswege vorgesehen, schreibt die «Tagesschau».
125 Milliarden Euro für den Umbau
Das Umbauprogramm ist mit umfangreichen Investitionen verbunden. Die «ZDFheute» berichtet von geplanten Investitionen in Höhe von 125 Milliarden Euro und einem gleichzeitigen Abbau von Kosten.
Automobilexperte Stefan Bratzel hält die Einsparungen allein nicht für ausreichend. Gegenüber dem «NDR» fordert er zusätzliche Investitionen in Wachstumsfelder wie autonomes Fahren und Robotik.

Auch Ferdinand Dudenhöffer bewertet die Einigung zurückhaltend. Er bezeichnete den Beschluss als «Zukunftsplan light» und sieht die Entscheidung über die Standorte auf 2027 verschoben, so der «NDR».
VW-Betriebsrat fordert Lösungen für Emden und Hannover bis 2027
IG Metall und Konzernbetriebsrat sehen in der Einigung laut der «Tagesschau» eine Eskalation verhindert. Sie fordern den VW-Vorstand zugleich auf, konkrete Lösungen für alle betroffenen Standorte zu entwickeln.
Für Emden und Hannover bleibt die weitere Entwicklung damit zunächst offen. Entscheidend wird die Suche nach einer wettbewerbsfähigen Folgebelegung für beide Werke sein.
Bis Ende Juni 2027 soll dafür ein tragfähiges Konzept entwickelt werden. Dabei sollen auch alternative Nutzungsmöglichkeiten der betroffenen Standorte geprüft werden.
















