Nachtzüge sollen dauerhaft via Winterthur und St. Gallen fahren
Aus der vorübergehenden Nachtzugverbindung von Zürich via Winterthur und St. Gallen nach Wien und Budapest soll ein dauerhaftes Angebot werden. Die Grünen fordern dies mit einer Petition. Die SBB hat keine entsprechenden Pläne.

Wegen Bauarbeiten zwischen Buchs SG und Feldkirch A verfügt St. Gallen bis Oktober über eine direkte Zugverbindung nach Wien und Budapest. Normalerweise fahren Nachtzüge von der Schweiz Richtung Osten von Zürich aus dem Walensee entlang. Geht es nach den Grünen der Stadt und Region St. Gallen sowie den Grünen Winterthur sollen die beiden Städte «dauerhaft an das europäische Nachtzugnetz» angeschlossen werden, wie aus einer Mitteilung vom Freitag hervorgeht.
«Wir akzeptieren nicht, dass die Ostschweiz nach vier Monaten wieder vom europäischen Nachtzugnetz abgehängt wird», lässt sich Michael Breu, Co-Präsident der Grünen Stadt und Region St. Gallen, im Communiqué zitieren. «Winterthur ist als Grossstadt zu wichtig, um keinen Anschluss ans Nachtzugnetz zu haben», ergänzt Florian Heer, Präsident der Grünen Winterthur, gemäss der Mitteilung.
Normalerweise müssten Reisende aus der Ostschweiz zuerst nach Zürich oder Buchs fahren, um in Nachtzüge einzusteigen. Das schafft gemäss den Grünen unnötige Hürden und erschwere «klimafreundliches Reisen».
«Keinen grösseren Einfluss auf die Nachfrage»
Von Bund, SBB und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) fordern die Grünen, die Nachfrage und Auslastung auszuwerten und anschliessend «tragfähige Lösungen für ein dauerhaftes Angebot» zu entwickeln. Das könnten regelmässige Nachtzughalte beziehungsweise saisonale oder einzelne tägliche Direktverbindungen sein.
Konkret fordert die Petition von der SBB und dem Bundesparlament unter anderem, die direkten Nachtzugverbindungen über St. Gallen und Winterthur nach Wien und zu weiteren Destinationen in Osteuropa langfristig zu sichern. Ebenfalls sollen die notwendigen betrieblichen und infrastrukturellen Voraussetzungen für regelmässige internationale Nachtzüge über die Strecke Winterthur-St. Gallen geschaffen werden.
Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bei den SBB hatte es Anfang August geheissen, dass eine andere dauerhafte Route für die Nachtzüge nicht geplant sei. Die Umleitung der Verbindung Zürich-Wien über St. Gallen führt nach Angaben einer SBB-Sprecherin zu einer Fahrzeitverlängerung von rund einer Stunde.
«Wir spüren keinen grösseren Einfluss auf die Nachfrage durch den Halt in St. Gallen», schrieb die SBB-Sprecherin weiter. Sie gehe davon aus, dass Reisende aus St. Gallen im Normalfall über Zürich fahren würden. «Zürich ist unser zentraler Nachtzug-Hub in der Schweiz, wo der überwiegende Teil der Fahrgäste einsteigt.»






