EU

Bundesregierung erwartet von Slowenien EU-Vorsitz im Interesse aller EU-Staaten

AFP
AFP

Deutschland,

Die Bundesregierung erwartet von Slowenien nach der Übernahme der am Donnerstag beginnenden EU-Ratspräsidentschaft ein Vorgehen im Interesse aller Mitgliedstaaten.

orban
Sloweniens Regierungschef Jansa und Viktor Orban. - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Seibert: Berlin wird Meinungsverschiedenheiten «offen ausdrücken».

Es sei nicht die Rolle der Ratspräsidentschaft, «seine eigene Herangehensweise für alle 27 durchzusetzen», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch. Der EU-Vorsitz müsse vielmehr «alle seine Kraft dafür einzusetzen, dass es unter den 27 zu Fortschritt, zu Lösungen und zu Einigkeit kommt».

Seibert antwortete damit auf eine Frage, ob die Bundesregierung wegen der Unterstützung Sloweniens für Ungarn im Streit um ein Gesetz zur Einschränkung der Informationsrechte von Minderjährigen zu Homosexualität besorgt sei. Ungarns Regierungschef Viktor Orban war deswegen beim EU-Gipfel vergangene Woche von fast allen Staats- und Regierungschefs kritisiert worden. Unterstützung bekam er ausser aus Polen nur vom slowenischen Regierungschef Janez Jansa.

Der EU-Vorsitz wechselt alle sechs Monate unter den Mitgliedstaaten. Die Ratspräsidentschaft hat massgeblich Einfluss auf Themenschwerpunkte und Zeitpläne bei der Beschlussfassung der Mitgliedstaaten.

Herangehensweise der Bundesregierung sei es, jeder Ratspräsidentschaft «alle Unterstützung, alle Zusammenarbeit anzubieten», damit die sechs Monate an der Spitze der EU-Staaten zum Erfolg würden, sagte Seibert. «So halten wir es auch gegenüber Slowenien.» Komme es zu Meinungsverschiedenheiten, werde Berlin diese «offen ausdrücken».

Der konservative Jansa steht auch wegen seiner Angriffe auf in- und ausländische Medien in der Kritik. Die EU-Kommission hat seine Regierung verwarnt, nachdem diese die Finanzierung für Sloweniens einzige Nachrichtenagentur STA ausgesetzt hatte. Jansa hatte sie «eine nationale Schande» genannt, nachdem sie unter anderem sein Vorgehen in der Corona-Krise kritisiert hatte.

Kritik aus Brüssel gab es auch, weil Slowenien bisher keine Ermittler für die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) ernannt hat. Diese hat dennoch inzwischen ihre Arbeit aufgenommen und soll mit beispiellosen Befugnissen gegen Delikte zu Lasten des EU-Haushaltes vorgehen.

Kommentare

Weiterlesen

teaer
2 Interaktionen
Zürich
parmelin
132 Interaktionen
Zoll-Deal mit den USA

MEHR IN POLITIK

3 Interaktionen
Washington
1 Interaktionen
Teheran/Berlin
1 Interaktionen
Zürich

MEHR EU

asyl
3 Interaktionen
EU-Asylregeln
eu
1 Interaktionen
EU-Referendumsfrage
23 Interaktionen
Bern
EU-Verträge
135 Interaktionen
EU-Verträge

MEHR AUS DEUTSCHLAND

6 Interaktionen
Wismar/Schwerin
Wal
79 Interaktionen
Buckelwal in Ostsee
collien
Nach Streit mit Ulmen
18 Interaktionen
München