Verrechnungssteuer-Reform

    Verrechnungssteuer-Reform: Die Argumente gegen die Teilabschaffung

    Ilaria Dal Negro
    Ilaria Dal Negro

    Bern,

    Die Verrechnungssteuer auf Zinsen von Obligationen soll abgeschafft werden. Für Gegner profitieren durch die Reform nur Grosskonzerne und Vermögende.

    verrechnungssteuer-reform
    Das überparteiliche Komitee in Bern bei der Einreichung des Referendums gegen die Teilabschaffung der Verrechnungssteuer. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am 25. September 2022 wird über die Reform der Verrechnungssteuer abgestimmt.
    • Gegen die Vorlage wurde das Referendum ergriffen.
    • Durch die Steuerreform würden nur Vermögende und Grosskonzerne profitieren, so die Gegner.

    Am 5. April 2022 wurde gegen die Teilanschaffung der Verrechnungssteuer das Referendum ergriffen. Dadurch kommt es am 25. September schweizweit zur Abstimmung.

    Teil des Gegenkomitees sind unter anderem die SP und die Grünen. Auch einige Gewerkschaften setzen sich für ein Nein ein.

    Nur Minderheit profitiert von Reform

    Zweck der Verrechnungssteuer ist, Steuerhinterziehung zu vermeiden. Werden die Gewinne bei den Steuern korrekt angegeben, wird die Steuer zurückerstattet.

    Gebe es diesen Anreiz nicht mehr, werde die Steuerkriminalität gefördert. Die Mehrkosten müssten dann von den ehrlichen Steuerzahlern getragen werden. Alternativ könnte es auch zu einem Leistungsabbau kommen.

    Verrechnungssteuer Steuerverwaltung
    Mehr Arbeitsplätze oder mehr Steuerhinterziehung? Die Abschaffung der Verrechnungssteuer wird von der Linken bekämpft. - Keystone

    Würde die Verrechnungssteuer auf Zinsen von Obligationen abgeschafft, würden nur Grosskonzerne und Vermögende profitieren, argumentieren die Gegner weiter. Es würde schlussendlich nur eine kleine Minderheit begünstigt.

    Verrechnungssteuer-Reform bringt nur Mehrkosten für Bevölkerung

    Dem «Normalbürger» nütze die Reform also nichts, auch KMU würden sich nicht durch Obligationen finanzieren. Gehe es so weiter, würden am Schluss nur noch Lohn, Rente und Konsum besteuert werden.

    Verrechnungssteuer SP Referendum
    Die SP-Nationalratsmitglieder Prisca Birrer-Heimo (LU), Cédric Wermuth(AG) und Samuel Bendahan (VD) an der Medienkonferenz zum Referendum gegen die Abschaffung der Verrechnungssteuer. - Keystone

    Die Steuerausfälle durch die Teilabschaffung würden zudem kleingeredet werden. Jährlich rechnet der Bund mit rund 200 Millionen Franken an Ausfällen.

    Je nach Zinsniveau könnte dieser Betrag jedoch bis auf 800 Millionen Franken ansteigen. Ein grosser Teil davon würde zudem ins Ausland abfliessen. Die Verluste müssten dann von der Bevölkerung getragen werden, da eine Gegenfinanzierung fehle.

    Allenspach SP Verrechnungssteuer
    Lena Allenspach ist Mediensprecherin des Komitees gegen die Teilabschaffung der Verrechnungssteuer. - zVg

    Bei einem Ja «fliesst dieses Geld künftig direkt ins Ausland ab», meint Lena Allenspach, Mediensprecherin des Referendumkomitees. «Ohne jegliche positive Effekte für die Schweiz.»

    Durch den Steuerabbau würde dann Geld für wichtige Investitionen fehlen, beispielsweise für den Klimaschutz.

    Kommentare

    Weiterlesen

    rzu
    183 Interaktionen
    Oligarchen im Visier
    Verrechnungssteuer SP
    107 Interaktionen
    Nächste Schlacht
    Claude Longchamp Verrechnungssteuer AHV
    177 Interaktionen
    Longchamp-Analyse

    MEHR VERRECHNUNGSSTEUER-REFORM

    Verrechnungssteuer
    2 Interaktionen
    Bis 2031
    maurer coronavirus bundesrat
    Verrechnungssteuer
    235 Interaktionen
    «Wenig Verständnis»

    MEHR AUS STADT BERN

    hadj
    1 Interaktionen
    Gruss an FCZ-Fans
    «Nach 68 Jahren den Familienbetrieb aufzugeben, ist hart»
    Ende nach 68 Jahren
    Berner Big Band
    Berner Big Band
    Die Bilder zum Maroni-Plausch!
    Die Bilder