Verrechnungssteuer-Reform

    Verrechnungssteuer-Reform: Die Argumente für die Teilabschaffung

    Ilaria Dal Negro
    Ilaria Dal Negro

    Bern,

    Die Verrechnungssteuer-Reform soll den Kapitalmarkt attraktiver machen. Die Schweiz sei damit gegenüber anderen Ländern wettbewerbsfähig, so die Befürworter.

    Verrechnungssteuer
    Die TBTF-Instrumente gibt es seit 2013 – inklusive der Ausnahme für die Verrechnungssteuer. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am 25. September 2022 wird über die Teilabschaffung der Verrechnungssteuer abgestimmt.
    • Die Schweiz sei durch die Steuer gegenüber dem Ausland im Nachteil, so die Befürworter.
    • Mit der Reform soll im Ausland investiertes Geld in die Schweiz zurückgeholt werden.

    Gegen die Teilabschaffung der Verrechnungssteuer wurde durch die SP und ihre Allianzpartner ein Referendum ergriffen. Deshalb kommt es am 25. September 2022 zur Abstimmung.

    Unterstützt wird die Steuerreform von der SVP, FDP, GLP und der Mitte. Auch die Wirtschaftsverbände empfehlen eine Annahme der Reform.

    Schweiz wird gegenüber dem Ausland wettbewerbsfähig

    Die Schweiz habe mit der Verrechnungssteuer zurzeit einen Nachteil gegenüber dem Ausland, argumentieren die Befürworter. Schweizer Unternehmen vermeiden es, ihre Obligationen in Inland zu emittieren, da diese durch die Steuer für Anleger unattraktiv sind.

    verrechnungssteuer-reform
    Ein Anleger telefoniert an der Börse. (Symbolbild) - Keystone

    Durch die Teilabschaffung solle die Schweiz «gleich lange Spiesse» wie andere Länder erhalten und so wettbewerbsfähig werden. Dies auch mit Blick auf die OECD-Steuerreform, die eine Mindestbesteuerung von grossen Unternehmen vorsieht.

    Die Reform soll im Inland emittierte Obligationen attraktiver machen und die Wertschöpfungskette wieder in die Schweiz zurückholen. Dazu gehören Arbeitsplätze und investierte Gelder, und damit auch Steuereinnahmen.

    SVP
    Thomas Matter, Nationalrat der SVP, während der Herbstsession 2017. - Keystone

    SVP-Nationalrat Thomas Matter ist sich sicher: «Der Bund wird innerhalb von 5 Jahren Mehreinnahmen von 350 Millionen Franken jährlich erhalten.»

    Verrechnungssteuer-Reform spart Unternehmen Geld

    Im Inland emittierte Obligationen würden den Kapitalmarkt beleben und dadurch zu günstigeren Finanzierungsmöglichkeiten führen. Davon würden laut den Befürwortern unter anderem Bund und Kantone profitieren, da Zinskosten eingespart werden könnten.

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    Mit der Verrechnungssteuer-Reform sollen Bund, Kantone und Unternehmen Zinskosten einsparen. (Symbolbild) - Keystone

    Aber auch anderen öffentlichen Unternehmen wie Spitälern käme das zugute, da sie zu besseren Bedingungen Geld aufnehmen könnten. Diese Einsparungen könnten dann in sinnvolle Projekte investiert werden.

    Insgesamt habe die Teilabschaffung ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis, so die Befürworter. Es würden zwar Mindereinnahmen durch geringere Steuereinnahmen entstehen, gleichzeitig gäbe es jedoch auch Mehreinnahmen durch den Kapitalmarkt.

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