Parlamentarier müssen Donald Trump «referendumsfest» beibringen

    Karin Aebischer
    Karin Aebischer

    USA,

    National- und Ständeräte versuchen in den USA, trotz grosser Zoll-Unsicherheiten wegen Donald Trump, den Weg für den Deal mit der Schweiz zu ebnen.

    Donald Trump
    Mal so, mal so: Die grosse Unsicherheit im Zoll-Dossier mit Trump ist für die Schweiz eine Herausforderung. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Parlamentarier sind nach Washington gereist, um die Zoll-Verhandlungen voranzubringen.
    • Der Besuch erfolgt kurz nach einem wichtigen Gerichtsentscheid des Supreme Court.
    • Doch die Lage ist unsicher. Wie holt die Delegation das Beste heraus?

    Das höchste amerikanische Gericht hat einen Grossteil der Zölle von US-Präsident Donald Trump für rechtswidrig erklärt.

    Daraufhin hat Trump auf einer anderen gesetzlichen Grundlage erneut weltweit Zölle von zehn Prozent eingeführt. Und schon eine Erhöhung auf 15 Prozent angekündigt.

    In dieser ungewissen Lage reist eine Parlamentarier-Delegation unter der Leitung von FDP-Ständerat Damian Müller in die USA. Und führt dort Gespräche mit Politikern. «Wir sind nicht am Verhandlungstisch», sagt Müller gemäss der «NZZ» bei einem Pressetermin in der Schweizer Botschaft.

    Trotzdem seien die Gespräche wichtig. Man wolle die Amerikaner verstehen und gleichzeitig die Schweizer Position verdeutlichen.

    Zur Delegation gehören auch SVP-Ständerat Hannes Germann sowie die Nationalrätinnen Elisabeth Schneider-Schneiter (Mitte) und Christine Badertscher (Grüne).

    Schweiz will Abkommen bis März abschliessen

    Die Schweiz und die USA wollen ihre vorläufige Absichtserklärung vom Dezember 2025 bis Ende März in ein Handelsabkommen umwandeln. Bundespräsident Guy Parmelin und Seco-Chefin Helene Budliger Artieda führen die Verhandlungen auf Schweizer Seite.

    Mit ihrem Besuch in den USA will die Parlamentarier-Delegation die amerikanischen Partner für die politischen Prozesse in der Schweiz sensibilisieren.

    dfg
    Im November 2025 war eine Unternehmer-Delegation aus der Schweiz zu Trump gereist. - keystone

    Denn: Das Verhandlungsresultat müsse «parlamentarisch tragfähig und eben auch referendumsfest sein», so Damian Müller gemäss der Zeitung.

    Die Schweiz müsse sich auf eine künftige Vereinbarung verlassen können. «Das Schlimmste, was passieren kann, ist, wenn wir im Gesetzgebungsprozess im Parlament sind und drei Monate später die Volksabstimmung ansteht und Präsident Trump oder wer auch immer dann wieder die Spielregeln ändert.»

    Brutale Lage für Firmen

    Müller zeigte sich überzeugt, dass die Botschaften der Schweizer Politiker gut rübergekommen sind. Und sprach gleichzeitig von einer schwierigen Parallelsituation.

    Macht die Schweiz einen guten und verlässlichen Zoll-Deal?

    So wird zwar verhandelt, es ist aber gleichzeitig unklar, was rechtlich gilt. Das sei für Unternehmen brutal, so Müller.

    Mitte-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter fasste die unsichere Lage so zusammen: «Wichtig ist, dass man den Deal jetzt noch einmal abwartet und schaut, was die Verhandlungsdelegation im Sinne des Schweizer Mandates rausholen kann. Und dann wird entschieden, ob man mit diesem Deal leben kann oder nicht.»

    Kommentare

    User #4961 (nicht angemeldet)

    Warum muss sich jeder Politiker nun einmischen. Wenn man nach KKS Leistungsausweis urteilen darf und auf die FDP Verhandlungskompetenz schliessen kann, sollte Herr Müller wohl ein Schweigegelübde ablegen...

    User #5123 (nicht angemeldet)

    Tja - ev. müsste Bundesbern auch mal für CH nachteilige, bestehende Konstrukte aus dem DBA und AIA ggü. USA überdenken und als Druckmittel anführen. Die Abkommen sind nicht "sakrosankt" und können rechtswirksam von Mitgliedsstaaten (auch OECD-mässig), auf deren Antrag hin geändert werden.

    Weiterlesen

    trump eu
    24 Interaktionen
    Brüssel
    Donald Trump
    399 Interaktionen
    Urteil da
    Guy Parmelin
    154 Interaktionen
    Keine Kehrtwende

    MEHR IN POLITIK

    FDP-Gemeinderätin Brenda Mäder und SP-Gemeinderätin Lisa Diggelmann.
    FDP vs. SP
    Philip C. Brunner (SVP)
    Philip C. Brunner
    SVP-Grossrat Reto Zbinden.
    1 Interaktionen
    Zbinden (SVP)

    MEHR DONALD TRUMP

    a
    331 Interaktionen
    «Feuerwehr trug mich»
    Donald Trump Natalie Harp
    39 Interaktionen
    Zu Weihnachten
    a
    132 Interaktionen
    Toupet?
    Donald Trump milliarden
    13 Interaktionen
    Partnerschaft

    MEHR AUS USA

    Virgin Atlantic
    Technische Störung
    trump fed
    5 Interaktionen
    New York
    Trump
    5 Interaktionen
    New York