Grünen-Politiker Brélaz unter grosser Anteilnahme beigesetzt
Rund tausend Menschen, darunter zahlreiche Politikerinnen und Politiker, haben am Samstag in der Kathedrale von Lausanne Abschied vom ehemaligen Lausanner Stadtpräsidenten und ehemaligen Grünen-Nationalrat Daniel Brélaz genommen.

Der Sarg war mit einem Strauss Sonnenblumen geschmückt, daneben stand ein Porträt des Politikers, der eine seiner berühmten Krawatten mit einer Katze trug.
Die Beerdigungszeremonie leitete Bischof Charles Morerod, Bischof der Diözese Lausanne, Genf, Freiburg und Neuenburg und Freund der Familie. Morerod erinnerte daran, dass Daniel Brélaz ein für alle zugänglicher Bürgermeister habe sein wollen.
Unter den Anwesenden waren auch Bundespräsident Guy Parmelin und die Präsidentin der Grünen Schweiz, Lisa Mazzone. Der gesamte Waadtländer Staatsrat, mit Ausnahme der entschuldigten Staatsrätin Rebecca Ruiz, und die Stadtverwaltung von Lausanne in Corpore erwiesen dem Toten die letzte Ehre.
Der Bundespräsident würdigte den „überragenden Geist“ und die „Visionärschaft“ von Brélaz sowie seine Vorliebe für Zahlen. Insbesondere bei Abstimmungen habe dieser als Mathematiker «mit Zahlen und Proportionen jongliert» und sei so zu einem von Journalisten geschätzten «Meinungsforschungsinstitut» geworden.
Daniel Brélaz, der wegen seiner imposanten Statur und seiner politischen Zugehörigkeit den Spitznamen «grüner Riese» trug, verstarb am 28. Dezember im Alter von 75 Jahren an den Folgen eines Herzstillstands.
Brélaz war der erste Grünen-Politiker weltweit, der 1979 in ein nationales Parlament gewählt wurde – vier Jahre vor dem Einzug der deutschen Grünen in den Bundestag.
Der Mathematiker begann seine politische Karriere 1975 im Kampf gegen ein geplantes Kernkraftwerk in der Schweiz. 1978 wurde er ins Waadtländer Parlament gewählt. Ein Jahr später schaffte der damals 28-Jährige den Sprung ins eidgenössische Parlament. Bis zu seinem Rücktritt 2022 gehörte der Grünen-Politiker dem Nationalrat mit Unterbrechungen insgesamt mehr als 20 Jahre an.
Auch auf kommunaler Ebene setzte sich Brélaz für Umweltthemen ein. 1989 wurde er in die Stadtregierung von Lausanne gewählt, 2001 folgte die Wahl zum Stadtpräsidenten. Damit war Brélaz der erste Grüne Bürgermeister einer Schweizer Stadt.














