Klimapolitik: Junge Grüne Kanton Luzern fordern grössere Schritte
Die Jungen Grüne Kanton Luzern fordern grössere Schritte in der kantonalen Klimapolitik und kritisieren Lücken im Planungsbericht Klima- und Energiepolitik.

Die Jungen Grünen Kanton Luzern kritisieren die ungenügenden Ambitionen des Kantons im Planungsbericht Klima- und Energiepolitik.
Sie weisen darauf hin, dass die bestehenden und geplanten Massnahmen nicht ausreichen, um die Klimaziele zu erreichen.
Scharf kritisiert die Jungpartei, dass sämtliche importierten Emissionen unter den Teppich gekehrt werden – im Planungsbericht ebenso wie in der effektiven Klimapolitik.
Planungsbericht ignoriert importierte Emissionen
73 Prozent der kantonalen Treibhausgasemissionen sind importiert. Sie fallen unter anderem im Flugverkehr, bei der Produktion von Konsumgütern oder der Herstellung von Baumaterialien an.
Dennoch erreichte der Kanton weder, ein verbindliches Reduktionsziel für diesen Grossteil seiner Treibhausgas-Emissionen zu beschliessen, noch auch nur ansatzweise griffi gen Klimaschutz in diesen Bereichen aufzugleisen.
Dass der Kanton diese importierten Emissionen auch im Planungsbericht nicht berücksichtigt, ist aus Sicht der Jungen Grünen extrem nachlässig.
«Vergessen, wie dringlich die Lage wirklich ist»
Mit den Pariser Klimazielen bekannte sich die Schweiz dazu, den Klimawandel auf 2 Grad und möglichst auf 1.5 Grad zu beschränken. Um eine reale Chance auf maximal 1,5 Grad Erderwärmung zu haben, muss die Welt Netto-Null sehr bald erreichen.
Die Schweizer Bevölkerung stösst mehr Treibhausgas aus als die meisten anderen Länder. Wenn alle gleich viel Treibhausgas ausstossen dürfen, müsste die Schweiz deshalb Netto-Null schon längst erreicht haben. Die Politik scheint sich jedoch hinter dem Netto-Null-Ziel 2050 zurückzulehnen.
«Wenn ich die geplanten Massnahmen und die mutlosen Reduktionsziele des Kantons anschaue, erhalte ich den Eindruck, dass unsere Regierung vergessen hat, wie dringlich die Lage wirklich ist», sagt Giulia Bucheli, Vorstandsmitglied der Jungen Grünen Kanton Luzern.
Eintreten von Katastrophen ist nur eine Frage der Zeit
Mit den Massnahmen aus dem aktuellen Entwurf des Klimaberichts werden sogar die bescheidenen Ziele des Kantons verfehlt. Das schadet dem Kanton Luzern direkt.
Wenn die Klimaerwärmung auf 3 Grad ansteigt, ist im Sörenberg im Winter weniger Schnee zu erwarten als heute in Ruswil.
«Bei der aktuellen Luzerner Politik ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir auch im Kanton Luzern Katastrophen wie 2024 im Maggiatal oder 2025 in Blatten erleben», sagt Cyrill Durrer, Mitglied der Jungen Grünen Kanton Luzern.
Handlungsbedarf im Bereich Veloverkehr und ÖV
In der Stellungnahme weisen die Jungen Grünen den Kanton darauf hin, welche Stossrichtung in der Klimapolitik nötig wäre. In Bereichen wie dem Verkehr, wo der Kanton besonders schlecht auf Kurs ist, wird mit konkreten Forderungen aufgezeigt, welches Umdenken erforderlich wäre.
«Das Velofahren im Kanton Luzern ist nach wie vor lebensgefährlich. Die Wege sind mangelhaft und unzusammenhängend. Das Kinderparlament der Stadt Luzern sowie auch zahlreiche Kantonsräte fordern seit Langem eine Verbesserung in diesen Bereichen. Erstklassige Infrastruktur für Velos und Fussgänger und ein leistungsfähiger ÖV senken nicht nur die Umweltbelastung, sie verbessern auch die Lebensqualität», erklärt Maline Zimmermann, Einwohnerrätin aus Horw.
Stellungnahme soll Kanton zum klimapolitischen Umdenken bewegen
Auch in anderen Bereichen sehen die Jungen Grünen Kanton Luzern grossen Handlungsbedarf. Unverständlich ist für sie, dass der Kanton seinen Finanzinstituten LUKB, LUPK und GVL bis 2050 Zeit lassen will, um ihre Investitionen aus klimaschädlichen Projekten abzuziehen. Damit Netto-Null 2050 erreichbar bleibt, braucht es diesen Schritt per sofort.
Die Jungen Grünen kritisieren nicht nur, dass der Kanton zu wenig tut, um die Klimakrise in den Griff zu bekommen. Das Problem liegt auch darin, dass der Kanton Klimaschutzmassnahmen von Gemeinden aktiv verhindert.
«Dass der Kanton Gemeinden daran hindert, Busspuren, Tempo-30 oder mehr Platz für Velowege einzurichten, ist völlig bescheuert», meint Simon Leisinger, Vorstandsmitglied der Jungen Grünen Kanton Luzern.
Verschiedene Mitglieder aus der Basis, dem Vorstand und den politischen Ämtern der Jungen Grünen Kanton Luzern, von Land und Stadt, erarbeiteten zusammen eine Stellungnahme, um den Kanton zum klimapolitischen Umdenken zu bewegen. Die Jungen Grünen Kanton Luzern erwarten vom Kanton nun als angemessene Reaktion eine klare klimapolitische Kurskorrektur










