Berichte aus Israel: Chamenei-Sohn als neuer Oberster Führer gewählt

Nach massiven Luftangriffen der USA und Israels auf iranische Militär- und Führungsstrukturen ist die Lage im Nahen Osten erneut deutlich eskaliert.

Iran Israel USA Krieg
Ein von Vantor zur Verfügung gestelltes Satellitenbild zeigt den beschädigten Präsidentenkomplex in Teheran, Iran, am 3. März 2026, nach einer Welle amerikanischer und israelischer Luftangriffe auf den Iran, die am 28. Februar begann. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA und Israel greifen seit Samstag zentrale Militär- und Führungsziele im Iran an.
  • Dabei wurden Irans oberster Führer Ali Chamenei sowie mehrere ranghohe Militärs getötet.
  • Das Regime reagiert mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel und US-Stützpunkte.

Israel hatte am Samstagmorgen mit Unterstützung der USA einen grossangelegten Angriff auf Iran gestartet. Die Schläge richteten sich insbesondere gegen Ziele, die mit Raketenprogrammen sowie der militärischen Führung des Landes in Verbindung stehen.

Bei den Angriffen wurden der iranische Oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei sowie mehrere ranghohe Militärs getötet. Teheran reagierte umgehend mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel.

Wird das iranische Regime nun fallen?

Auch Staaten in der Region, in denen die USA Militärbasen unterhalten, wurden angegriffen. Ausserdem kündigte Teheran weitere Vergeltung an. International wächst die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts auf die gesamte Region.

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Israel attackiert rund 60 Hisbollah-Ziele im Südlibanon

23.11: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben etwa 60 Ziele der Hisbollah im Süden des Libanon angegriffen. Wie die Streitkräfte auf der Plattform X mitteilten, seien dabei unter anderem Waffenlager, Raketenstellungen und Kommandozentren in den Regionen Tyros und Sidon getroffen worden. Auch Einrichtungen der Hamas seien ins Visier genommen worden.

Den Angaben zufolge hätten die Anlagen der Vorbereitung und Durchführung von Angriffen auf israelische Soldaten und Zivilisten gedient.

Emirate melden über 1000 Angriffe aus dem Iran

22.30: Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten, sie seien nach eigenen Angaben bereits über 1000 Angriffen aus dem Iran ausgesetzt gewesen, seit dieser seine Vergeltungsschläge in der Region gestartet hat, wie das Aussenministerium mitteilte.

Demnach behalte sich das Land das Recht zur Selbstverteidigung vor, habe aber bislang keine Entscheidung getroffen, seine Verteidigungshaltung zu ändern. Zugleich betonten die Emirate, ihr Staatsgebiet werde nicht zur Basis für Angriffe auf den Iran genutzt.

Sohn von Ali Chamenei als neuer Oberster Führer gewählt

22.15: Mojtaba Chamenei soll Berichten zufolge zum neuen Obersten Führer bestimmt worden sein. Medienmeldungen zufolge habe der iranische «Expertenrat» den Sohn von Ali Chamenei gewählt. Unter anderem berichtete die israelische Zeitung «Haaretz» darüber.

Auch «Iran International», ein iranisches Oppositionsmedium, berichtet, dass Modschtaba, gewählt wurde. Von Seiten des Regimes gibt es jedoch bislang keine offizielle Bestätigung.

Iran Krieg
Laut israelischen Medien wurde der Sohn von Ali Chamenei als dessen Nachfolger ernannt. - Screenshot/X

Die iranische Nachrichtenagentur FARS hatte zuvor gemeldet, die Wahl eines neuen Obersten Führers könnte auf nächste Woche verschoben werden – aus Sicherheitsgründen.

Chamenei wird in schiitischem Heiligtum beigesetzt

22.01: Der Leichnam des getöteten iranischen Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei soll nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars in einem schiitischen Heiligtum in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden.

Die Agentur, die den Revolutionsgarden nahesteht, berichtete, die Beisetzung werde voraussichtlich – ähnlich wie bei Chameneis Vater – hinter dem Schrein des achten schiitischen Imams Resa stattfinden. Das Mausoleum gilt als wichtigstes Heiligtum der Schiiten im Iran.

Israels Armee meldet 1600 Iran-Einsätze seit Kriegsbeginn

21.55: Seit Beginn des jüngsten Kriegs mit dem Iran hat Israels Luftwaffe nach Militärangaben rund 1600 Einsätze geflogen. Dabei seien etwa 4000 Geschosse eingesetzt worden, erklärte der israelische Militärsprecher Effie Defrin. Damit übersteige das Ausmass der Angriffe bereits jene des gesamten zwölftägigen Kriegs im Juni vergangenen Jahres.

Die israelische Armee habe in diesem Zeitraum rund 300 Raketenabschussrampen im Iran zerstört, hiess es in einer Mitteilung der Armee.

Trump verspricht Schutz für Schiffe in der Strasse von Hormus

21.45: Trump will den vom Iran bedrohten Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus absichern – auch mit der eigenen Marine. «Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Strasse von Hormus zu eskortieren», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Um jeden Preis würden die USA den freien Fluss von Energie für den Rest der Welt sicherstellen.

Strasse von Hormus
Die Strasse von Hormus ist eine wichtige Handelsroute. - keystone

Zudem habe er die zuständige Behörde für Entwicklungsfinanzierung DFC angewiesen, Risikoversicherungen und Garantien für den gesamten Seehandel in der Region anzubieten. Die Massnahme ziele vor allem auf Energietransporte, sei aber für alle Reedereien verfügbar.

Frankreich schickt Flugzeugträger gen Mittelmeer

21.33: Frankreich verlegt angesichts des Iran-Kriegs seinen atombetriebenen Flugzeugträger «Charles de Gaulle» Richtung Mittelmeer. Das kündigte Präsident Emmanuel Macron in einer Fernsehansprache an. Er sprach mit Blick auf den Konflikt von einer «instabilen Situation». Auch habe man Rafale-Kampfjets, Luftabwehrsysteme und Radarsysteme in die Region gebracht.

Macron betonte, Frankreich stehe an der Seite seiner Verbündeten wie Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zum Schutz ihrer Lufträume habe man seit Beginn des Konflikts mehrere Drohnen abgeschossen.

French President Emmanuel Macron
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagt über die Angriffe der USA und Israel: «Sie wurden ausserhalb des internationalen Rechts ausgeführt, was wir nicht gutheissen können.» - keystone

Macron verwies darauf, dass nach seiner Auffassung der Iran die Hauptverantwortung für die derzeitige Lage trage. Über die Angriffe der USA und Israel sagte er aber auch: «Sie wurden ausserhalb des internationalen Rechts ausgeführt, was wir nicht gutheissen können.»

Golfstaat fordert Waffenruhe

21.23: Der Oman fordert eine sofortige Waffenruhe im Iran-Krieg und eine «Rückkehr zu verantwortlicher regionaler Diplomatie». Der Aussenminister Badr al-Busaidi sagte. «Uns stehen Auswege zur Verfügung. Lasst sie uns nutzen.»

Oman
Aussenminister Badr al-Busaidi fordert einen Waffenstillstand. - Wikipedia / Freie Verwendung

Erst Stunden zuvor war es in dem Golfstaat, der nur durch die Strasse von Hormus und Dutzende Kilometer Luftlinie vom Iran getrennt wird, erneut zu Drohnenangriffen gekommen. Ziele waren unter anderem der Handelshafen von Dukm und die Küstenstadt Salala. Der Iran wies zurück, hinter dem Angriff zu stecken.

US-Militär setzt B-52-Langstreckenbomber im Iran ein

21.03: Bei den Einsätzen im Iran setzt das US-Militär nach eigenen Angaben Langstreckenbomber des Typs B-52 ein. Diese seien zwischen den ersten 48 und 72 Stunden nach Beginn der Operation «Gewaltiger Zorn» am Samstag gestartet, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) mit.

B-52-Bomber sind in der Lage, sogenannte Bunkerbrecher-Bomben zu transportieren. Nach 72 Stunden zählte Centcom mehr als 1700 Ziele, die die US-Streitkräfte im Iran angegriffen haben.

US-Konsulat in Dubai steht in Flammen

20.53: Das US-Konsulat in Dubai steht nach einem mutmasslich iranischen Drohnenangriff in Flammen. Das berichtet CNN unter Berufung auf Quellen vor Ort.

Verifizierte Videos zeigen eine schwarze Rauchwolke, die über dem Konsulatgebäude aufsteigt und aus grosser Entfernung sichtbar ist.

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Das US-Konsulat in Dubai steht in Flammen. - Screenshot X

In einem Beitrag auf X gab das Dubai Media Office später bekannt, dass das durch einen «Vorfall mit einer Drohne» verursachte Feuer gelöscht worden sei und niemand verletzt worden sei.

Israel greift im Iran Komplex zur Entwicklung von Atomwaffen an

20.47: Israel will im Bereich von Teheran eine Einrichtung angegriffen haben, in der eine Gruppe iranischer Atomwissenschaftlern heimlich an der Entwicklung von nuklearen Waffen gearbeitet haben sollen.

Natans
Die Atomanlage Natans im Iran. - afp

Der israelische Armeesprecher Effie Defrin sagte in einer Stellungnahme, die iranische Führung habe trotz der schweren Schäden am Atomprogramm im Krieg im Juni 2025 weiter an der Entwicklung von Fähigkeiten gearbeitet, die für die Herstellung von Atomwaffen notwendig seien.

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