Die Impfkampagne gegen das Coronavirus ist ins Stocken geraten. Firmen und Gewerkschaften sollen nun aufs Impf-Gaspedal drücken. Doch sie tun das halbherzig.
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Die Sozialpartner sollen nach Wunsch des Bundesrats dafür sorgen, dass «möglichst viele Personen einen positiven Impfentscheid fällen». - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz ist rund 57 Prozent der erwachsenen Bevölkerung gegen Corona geimpft.
  • Aber nur sechs Prozent warten auf ihre zweite Dosis. Der Bundesrat will die Quote erhöhen.
  • Er bittet nun Arbeitgeber und Gewerkschaften, für die Impfung Werbung zu machen.

Der Bund hat für die Kantone ganz genaue Vorstellungen, was gegen steigende Fallzahlen des Coronavirus im Spätsommer gemacht werden soll. Nach wie vor setzt das Eidgenössische Departement für Inneres (EDI) auf die ins Stocken geratene Impfkampagne. Deswegen sollen die kantonalen Behörden leicht zugängiges Impfen weiterhin ermöglichen.

Alain Berset EDI Coronavirus
Budnesrat Alain Berset, Vorsteher des Eidgenössischen Departement für Inneres (EDI) an einer Medienkonferenz zum Coronavirus. - Keystone

Doch der Appell geht auch an die Sozialpartner: Das EDI bittet diese, für die Impfung zu werben. Unternehmen und Gewerkschaften sollen sich dafür einsetzen, «dass möglichst viele Personen einen positiven Impfentscheid fällen». Sollte es doch Personen geben, die sich nicht impfen lassen wollen oder können, so soll immer eine Testmöglichkeit vorhanden sein.

Impfmotivation gegen Coronavirus? Na ja

Der Arbeitgeberverband nimmt auf Anfrage von Nau.ch zum Aufruf des Bund Stellung. Der Verband fordere die Arbeitgeber dazu auf, den Zugang zur Impfung für ihre Mitarbeitenden zu vereinfachen: «Indem sie die Wahrnehmung des Impftermins auch während der Arbeitszeit erlauben», so Daniella Lützelschwab, Ressortleiterin Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht.

Vogt Arbeitgeberverband
Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands. - Keystone

Die Unia, grösste Gewerkschaft der Schweiz, antwortet eher vage. «Seit Beginn der Pandemie investiert Unia sehr viel in Aufklärung und Information über Covid», sagt Kommunikationsleiter Serge Gnos. Das gelte für die Massnahmen, aber auch für die Impfung gegen das Coronavirus. Diese werde «auf all unseren Kanälen» regelmässig thematisiert.

Alleva Unia
Die Präsidentin der Unia, Vania Alleva. - Keystone

«Selbstverständlich» unterstütze die Unia, dass sich möglichst viele impfen liessen. Sowohl die Gewerkschaft als auch der Arbeitgeberverband halten eine Ungleichbehandlung der Arbeitnehmenden nach Impfstatus für nicht unzulässig.

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