Sascha Spiegel: Berner vom Lehrling zum neuen Schweizerhof-Direktor
Der 42-jährige Berner Sascha Spiegel hat im luxuriösen Hotel Schweizerhof seine Lehre gemacht. Nun ist er als Direktor nach Bern zurückgekehrt.

Das Wichtigste in Kürze
- Sascha Spiegel ist neuer Direktor des traditionsreichen Luxushotels Schweizerhof.
- Der 42-jährige Berner hatte im Hotel einst seine Lehre gemacht.
- Danach sammelte er 20 Jahre Erfahrung in der internationalen Luxushotellerie.
Der Schweizerhof ist als eines der bekanntesten und traditionsreichsten Hotels in der Bundesstadt den meisten ein Begriff. Vor kurzem hat Sascha Spiegel die Leitung des Hauses als General Manager übernommen.
Im Interview erzählt Spiegel was den Schweizerhof so besonders macht – und was er mit dem Haus vorhat.
BernerBär: Sie haben im Schweizerhof einen Teil Ihrer Ausbildung absolviert. Wie war das damals zurückblickend?
Sascha Spiegel: Ich habe meine Ausbildung mit 16 Jahren im Schweizerhof begonnen und bin in eine völlig neue Welt eingetaucht. Die 5-Sterne-Hotellerie hat mich sofort fasziniert. Ich hatte das grosse Glück, während meiner Lehre von hervorragenden Ausbildnerinnen und Ausbildnern begleitet zu werden. Dem Lehrbetrieb bleibt man ein Leben lang verbunden. Dass ich heute als Direktor in dieses Haus zurückkehren durfte, ist für mich eine grosse Ehre. Es erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit.

BernerBär: Was hat sich seit damals im Schweizerhof verändert und welche persönlichen Erinnerungen verbinden Sie mit dem Haus?
Sascha Spiegel: Durch den umfassenden Umbau wurden vor allem die Etagen und Zimmer neu gestaltet und auf ein modernes, zeitgemässes Fünf-Sterne-Niveau gehoben. Auch Bereiche wie das Spa und die Sky Terrasse gab es damals nicht. Der Schweizerhof wurde um wichtige Lifestyle- und Erholungsangebote erweitert und zu einem echten City Resort gemacht.
Gleichzeitig gibt es viele Elemente, die über die Jahre hinweg unverändert blieben. Die Jack’s Brasserie ist dafür das beste Beispiel: Der Dienstplan hängt noch am gleichen Ort, und selbst das Buffet ist noch genauso wie in meiner Lehrzeit.
Besonders berührend ist für mich, dass noch zwei Mitarbeitende im Jack’s arbeiten, die bereits während meiner Ausbildung dort waren. Sie haben mir damals gezeigt, wie man Servietten richtig faltet oder einen perfekten Kaffee zubereitet.
BernerBär: Wie waren Ihre ersten Wochen als Direktor?
Sascha Spiegel: Ich spüre viel Unterstützung, Offenheit und Motivation im Team. Meine ersten Wochen als Direktor waren intensiv, inspirierend und sehr positiv. Ich durfte von Maximilian von Reden ein hervorragend geführtes Haus mit klaren Strukturen und einem starken, engagierten Team übernehmen.
Dass ich aus Bern komme und die Stadt bestens kenne, hat mir zusätzlich geholfen. Viele Abläufe, Partner und Besonderheiten der Destination waren mir vertraut, was die Einarbeitung deutlich beschleunigt hat.

BernerBär: Die meisten Bernerinnen und Berner kennen den Schweizerhof, waren aber vielleicht nie selbst im Hotel. Was würden Sie ihnen als Erstes zeigen?
Sascha Spiegel: Ein echtes Highlight ist sicherlich unser Ballsaal Trianon. Mit seinen eleganten Leuchtern, den Marmorwänden und der einzigartigen Atmosphäre ist er ein Ort voller Geschichte und Stil. Ein weiterer, sehr spezieller Ort ist unsere Sky Terrace. Von hier aus hat man einen einmaligen Blick über die Altstadt, das Bundeshaus und die Berner Alpen. Und natürlich darf auch unser Spa-Bereich nicht fehlen.
BernerBär: Wie sieht die Gästestruktur aus? Gibt es hier neue Trends?
Sascha Spiegel: Unsere Gästestruktur ist sehr vielfältig und geprägt von zahlreichen Stammgästen, die über Jahre unsere Angebote nutzen. Besonders freuen wir uns, dass auch die lokale Bevölkerung unser Haus regelmässig besucht. Unser Ziel ist es, unser Gastronomieangebot noch stärker auf die Bedürfnisse der lokalen Gäste auszurichten. Selbstverständlich in einem stilvollen und gehobenen Ambiente. Darüber hinaus bieten wir spezielle Spa-Packages und Mitgliedschaften für Gäste aus der Region an.
BärnerBär: Der Tourismus in der Stadt Bern boomt. Spürt man das auch im Schweizerhof?
Sascha Spiegel: Ja, wir beobachten eine stetig steigende Nachfrage. Sowohl bei Übernachtungen als auch bei Gästen, die unsere Restaurants, die Bar oder das Spa besuchen. Insgesamt zeigt sich: Bern als Destination wächst, und der Schweizerhof profitiert davon. Gleichzeitig tragen wir aktiv dazu bei, dass die Stadt als attraktives Reiseziel noch stärker wahrgenommen wird.

BernerBär: Sie waren in sehr vielen internationalen Häusern tätig und haben auch in Schweizer Nobelbetrieben leitende Funktionen bekleidet. Welche dieser Funktionen hat Sie am meisten geprägt?
Sascha Spiegel: Jede Station meiner Karriere hat mich auf unterschiedliche Weise geprägt. Wenn ich eine besonders prägende Erfahrung nennen müsste, dann war es meine erste internationale Leitungsfunktion in einem Luxusresort in Vietnam. Dort habe ich gelernt, Teams mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zu führen, flexibel auf Unerwartetes zu reagieren und höchste Servicequalität sicherzustellen. Besonders prägend war für mich auch meine Zeit im InterContinental Davos. Dort hatte ich die einmalige Gelegenheit, während des World Economic Forum internationale Persönlichkeiten zu betreuen. Wie beispielsweise Joe Biden, Chinas Premierminister Xi Jinping oder Donald Trump.

BernerBär: Sie haben Traditionshaus übernommen. Wo wollen Sie Bewährtes bewahren und wo möchten Sie Neues wagen?
Sascha Spiegel: Ich möchte das bewahren, was den Schweizerhof einzigartig macht: historische Eleganz, persönlichen Service und hohe Qualitätsstandards. Gleichzeitig wollen wir mehr Lifestyle und moderne Erlebnisse bieten. Dazu zählen inspirierende Gastronomie- und Spa-Angebote, digitale Services für individuelle Gästewünsche. Oder auch kuratierte lokale Erlebnisse, die Bern und die Schweiz auf neue, zeitgemässe Weise erlebbar machen.
BernerBär: Was wird sich unter Ihnen als Hoteldirektor ändern?
Sascha Spiegel: Mein Ziel ist es, das Team noch stärker zu befähigen, individuelle Gästewünsche zu erfüllen. Sie sollen neue Angebote entwickeln und die einzigartigen Erlebnisse in und um Bern noch sichtbarer für unsere Gäste zu machen.
Zudem lege ich Wert auf Mitarbeiterentwicklung und eine positive Teamkultur, um ein motiviertes, langfristig engagiertes und professionelles Team zu sichern. Meine Vision ist, den Schweizerhof als führendes City-Resort in Bern zu positionieren, das Tradition, modernen Lifestyle und individuelle Gästeerlebnisse vereint.








