Brigitte Macron über Anfeindungen: «Finsternis der Welt gesehen»
Manchmal sei sie so traurig wie nie zuvor. Überraschend offen spricht Präsidenten-Gattin Brigitte Macron über ihre Herausforderungen als öffentliche Person.

Das Wichtigste in Kürze
- Brigitte Macron spricht über die Schattenseiten als Präsidenten-Gattin.
- Durch die öffentliche Hetze verfalle sie zunehmend in Pessimismus.
- Hintergrund sind Falschbehauptungen und Cybermobbing, wogegen sie juristisch ankämpft.
Der «ciel bleu», er steht im Französischen sinnbildlich für das Positive. Doch genau dieses Blau am Himmel zu erkennen, fällt Brigitte Macron (73) zunehmend schwer. In einem seltenen Interview mit der Sonntagszeitung «La Tribune Dimanche» spricht die Präsidenten-Gattin darüber, wie sie die letzten neun Jahre als Première Dame Frankreichs geprägt haben.
Der Ehefrau von Emmanuel Macron (48) erscheint es, als würde sie immer mehr in den Pessimismus verfallen. Eine Seite, die sie bis anhin nicht von sich kannte. «Früher hatte ich ein normales Leben, Kinder, einen Job, Höhen und Tiefen. Wie alle anderen Menschen auch», sinniert die ehemalige Gymnasiallehrerin.

Unerhört und intensiv, so beschreibt die 73-Jährige das zurückliegende knappe Jahrzehnt im Palais de l'Élysée. Zwar zählt Brigitte Macron zu den beliebtesten politischen Figuren im Land. Dennoch sieht sich die französische First Lady immer wieder mit Hasskommentaren und Falschbehauptungen zu ihrer Person konfrontiert.
Brigitte Macron kämpft vor Gericht
Sie gesteht: «Ich habe die Finsternis der Welt gesehen, die Dummheit, das Böse. Manchmal bin ich so traurig, wie ich es früher nie war.»
Was die Präsidenten-Gattin hier anspricht, ist die absurde Behauptung, Brigitte Macron sei in Wirklichkeit ein Mann. Genauer gesagt, ihr Bruder, Jean-Michel Trogneux.

Die dreiste Fake-News wurde vor einigen Jahren durch die rechte US-Verschwörungstheoretikerin Candace Owens (37) verbreitet. Millionen von Youtube-Abonnenten wurde die Behauptung untergejubelt, der Fall wurde weltberühmt. Gegen die öffentliche Lüge geht Macron juristisch vor, aktuell läuft eine Verleumdungsklage.
Auch gegen andere Hetzer zog die französische First Lady vor Gericht – mit Erfolg. Anfang des Jahres wurden acht Männer und zwei Frauen wegen Cybermobbing an Macron schuldig gesprochen. Ihre Tochter Tiphaine Auzière sagte damals vor Gericht aus, dass die ganze Familie durch die ständigen Beleidigungen leide. Nicht nur ihre Mutter.
Tagebuch und Sport als Therapie
Um die dunklen Gedanken zu verarbeiten, führe Brigitte Macron ein Tagebuch. Doch selbst ihr Liebster kenne den niedergeschriebenen Inhalt zu ihrem Seelenleben nicht. Wohl zu privat, zu intim, zu verletzlich.

Für aufhellende Stimmung sorgen sportliche Einheiten bei der 73-Jährigen: Gym am Morgen, eine Stunde Laufen pro Tag, Radfahren am Wochenende. Eine Ablenkung, die sie wohl bewusst sucht.
Im kommenden Jahr steht Frankreich vor der nächsten Präsidentschaftswahl. Für die Macrons ist die Zeit im Élysée-Palast nach zwei Amtsperioden abgelaufen. Doch nach diesem privaten Einblick wird klar: Ihrer Zeit als Première Dame wird Brigitte Macron wohl eher keine Träne nachweinen.
















