«Wicked»-Star Marissa Bode darf wegen Rollstuhl nicht in den Flieger
Marissa Bode erhebt schwere Vorwürfe gegen die Fluggesellschaft Southern Airways. Die «Wicked»-Schauspielerin durfte offenbar nicht an Bord.

Das Wichtigste in Kürze
- Marissa Bode durfte offenbar wegen ihres Rollstuhls nicht fliegen.
- Das Personal der Airline habe sie gefragt, ob sie aufstehen könne.
- Die Fluggesellschaft spricht von einem verstörenden Vorfall.
Die amerikanische Schauspielerin Marissa Bode (25) ist bekannt durch ihre Rolle im Kinofilm «Wicked». Nun erlebte sie etwas, das sie als «offensichtliche Diskriminierung» bezeichnet.
Die Fluggesellschaft Southern Airlines verweigerte ihr das Einsteigen ins Flugzeug – einzig und allein wegen ihrer körperlichen Behinderung. Bode sitzt im Rollstuhl und kann nicht aufstehen.
Die 25-Jährige teilte das Erlebnis auf TikTok. Ihr Video verbreitete sich schnell und löste breite Reaktionen aus.

Bode war in den USA auf dem Weg in eine Stadt in Pennsylvania, wo sie einen öffentlichen Auftritt hatte.
Der erste Teil der Reise mit einer anderen Fluggesellschaft verlief ohne Probleme. Erst beim Anschlussflug mit Southern Airways kam es zum Vorfall.
Bodenpersonal fordert Bode zum Aufstehen auf
Am Gate fragte Bode das Personal um Hilfe beim Auffinden ihrer Bordkarte. Dabei passierte laut dem Magazin «People» Folgendes: «Die zwei Personen am Gate schauten mich an und fragten: Können Sie aufstehen?», schildert Bode im Video.
«Ich sagte nein, und sie antworteten: Es tut uns leid, aus diesem Grund müssen wir Ihnen den Zutritt verweigern.»

Das Personal begründete die Entscheidung damit, dass die Flugzeuge der Airline keine Rampen haben. Stattdessen seien die Maschinen nur über Treppen zugänglich. Zudem hätten die Mitarbeitenden Bedenken wegen des Gewichts von Bodes Rollstuhl geäussert, er wiegt rund 16 Kilogramm.
Besonders stossend daran: Das Management der Schauspielerin hatte die Reise sorgfältig vorbereitet.
Das Team hatte vorab alle Details mit der Airline besprochen und konkrete Zusicherungen erhalten, dass der Flug problemlos möglich sei. Dennoch wurde Bode am Gate abgewiesen. Sie musste schliesslich rund dreieinhalb Stunden mit dem Auto fahren, um ihr Ziel zu erreichen.
Bode spricht von einem Muster im Luftverkehr
Für Marissa Bode ist dieser Vorfall kein Einzelfall. Sie beschreibt ein wiederkehrendes Problem bei Flugreisen mit Behinderung: «Es ist immer dieselbe Geschichte, wenn ich fliege», sagt sie auf TikTok.
Es sei sehr selten, dass sie ohne Probleme mit ihrem Rollstuhl reisen könne.
Sie betont, dass es sich nicht einfach um eine schlechte Organisation handle. «Es ist viel mehr als schlechte Kommunikation oder ein Fehler. Es geht um unser Leben, um unsere gesamte Existenz. Mein Rollstuhl ist meine Freiheit», so Bode.

Am Ende ihres Videos richtet Bode einen klaren Appell an die gesamte Branche: «Fluggesellschaften müssen, einmal mehr, deutlich besser werden.»
Southern Airways entschuldigt sich
Nachdem das Video grosse Aufmerksamkeit erlangt hatte, wandte sich das Magazin «People» direkt an Southern Airways. Ein Sprecher der Airline bezeichnete den Vorfall als «bestürzend».
Der Vorfall «spiegelt nicht die Standards wider, an die wir uns halten», liess die Gesellschaft ausrichten.
Southern Airways kündigte an, den Vorfall intern zu untersuchen. Ausserdem sollen formale Massnahmen ergriffen werden, darunter eine Überprüfung der Mitarbeiterschulungen. Die Airline bestätigte auch, dass sie sich direkt bei Marissa Bode gemeldet habe, um die Angelegenheit zu besprechen.
Behinderungen und Luftverkehr
Der Fall Bode reiht sich in eine lange Debatte über den Umgang mit Menschen mit Behinderungen im Flugverkehr ein.
Immer wieder berichten Betroffene davon, dass ihnen der Zugang zu Flügen erschwert oder verweigert wird. Auch Schäden an Rollstühlen durch unsachgemässen Umgang im Gepäckbereich sind ein häufiges Thema.
In den USA regelt der «Air Carrier Access Act» (ACAA) aus dem Jahr 1986 die Rechte von Flugreisenden mit Behinderungen. Dieses Gesetz verpflichtet Fluggesellschaften, angemessene Unterstützung zu leisten und Diskriminierung zu verbieten.
Verstösse können Konsequenzen für die Airline haben, in der Praxis werden sie aber nicht immer konsequent verfolgt.
In der Schweiz und Europa gelten ähnliche Regeln. Die EU-Verordnung 1107/2006 schreibt vor, dass Flughäfen und Airlines Menschen mit eingeschränkter Mobilität kostenlos Unterstützung anbieten müssen. Dazu gehört Hilfe beim Ein- und Aussteigen sowie beim Transport des Rollstuhls.














