Wie Aebli: Ex-TV-Mann Patrick Rohr erlebte selbst einen Blackout
Zweimal stockt SRF-Korrespondent Roger Aebli live. Mediencoach Patrick Rohr erklärt, wie er selbst live einen Blackout erlitt und wie er da rauskam.

Das Wichtigste in Kürze
- Patrick Rohr hat 1996 bei «Schweiz aktuell» selbst live einen Blackout erlebt.
- Rohr sagt, er habe sich gerettet, indem er den Aussetzer sofort offen ansprach.
Live-TV verzeiht nichts. Eine Sekunde Stille, und es wird sofort zum Thema.
Genau das passierte SRF-Korrespondent Roger Aebli (42) am Wochenende, als er in zwei Live-Schaltungen ins Stocken geriet.
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Patrick Rohr (57) schaut auf solche Momente mit Distanz. Der frühere SRF-Moderator arbeitet heute als unabhängiger Medienberater und Coach. Er gehe deshalb mit eigenen, aber auch mit den Fehlern anderer sehr grosszügig um.

Rohr erinnert sich im Interview mit Nau.ch an seine Moderation 1996 bei «Schweiz aktuell». «Plötzlich wusste ich nicht mehr, wo ich bin. Ich wusste nicht mehr, wer ich bin», schildert er.
«Ich habe gerade einen Blackout»
Rohr sagt, er habe in Sekundenbruchteilen gemerkt, dass Durchmogeln nicht funktioniert. «So tun, als sei nichts passiert, funktioniert in einer solchen Situation nicht, weil ja alle sehen, dass etwas nicht stimmt.»
Deshalb habe er es sofort offen angesprochen. Ähnlich wie es Roger Aebli auch gemacht hat. «Ich sagte: Ich habe gerade einen kompletten Blackout, ich brauche einen Moment, um mich wieder zu orientieren.»

Wie sich das anfühlte, beschreibt er gegenüber Nau.ch so: «Man wünscht sich, dass ein Loch in der Erde aufgehen würde und man darin verschwinden könnte.»
Danach sei viel Zuspruch gekommen. «Es kamen viele E-Mails mit Lob von Zuschauern.»
Hilfe vom Sender habe er damals nicht beansprucht, sagt Rohr.
Der Knopf im Ohr als Stolperfalle
Rohr betont, er kenne das konkrete Setting bei Aebli nicht. Er wolle deshalb nicht mutmassen. Er sagt aber, Live-Situationen kippen schneller, wenn der Druck hoch ist und zu viele Aufgaben auf einer Person lasten.
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Als Beispiel nennt er, was während einer Schaltung alles im Knopf im Ohr passieren kann. «Wenn du, während du sprichst, auf dem Ohrhörer eine andere Stimme sprechen hörst, kann das extrem verwirren. Das bringt den grössten Profi aus dem Konzept.»
Spardruck wird weiter zunehmen
Rohr verbindet den Fall mit einem grösseren Thema. In der Branche werde mehr Arbeit auf weniger Schultern verteilt, der Spardruck sei real. Er warnt, zusätzliche Kürzungen könnten die Lage weiter verschärfen.
Auch mit Blick auf die SRG-Halbierungsinitiative wird es heikel, sagt Rohr. «Wenn das durchkommt, wird die Qualität noch stärker leiden. Dann erlebt man SRF nicht mehr so, wie man es heute kennt.»
















