BSC Young Boys

YB Frauen im Cupfinal: Gut gekämpft und doch verloren

Pierre Benoit
Pierre Benoit

Bern,

Die YB Frauen haben im Cup gegen Servette FC Chênois verloren und damit den erhofften 16. Titel verpasst.

YB Frauen
Die YB Frauen, im Bild Athena Kuehn und Maria Jimenez, verlieren den Cupfinal trotz gutem Spiel. - Thomas Hodel

Aus dem erhofften 16. Sieg im Cup ist für die YB Frauen nichts geworden. Gegen den haushohen Favoriten Servette FC Chênois wehrten sich die Bernerinnen über die ganze Spieldauer zwar hervorragend, waren durchaus ebenbürtig, doch fehlende Kaltschnäuzigkeit im Abschluss und ein Konzentrationsfehler in der Abwehr verhinderten den durchaus möglichen Erfolg.

Man hätte sich gewünscht, dass Trainerin Imke Wübbenhorst, die ihr Team perfekt auf den starken Gegner eingestellt hatte, in der Schlussphase noch eine Klassespielerin wie Naomi Luyet oder Iman Beney hätte einwechseln können, doch die beiden Starspielerinnen verabschiedeten sich nach dem Meistertitel der vergangenen Saison aus Bern und schiessen ihre Tore jetzt für Manchester City und die TSG 1899 Hoffenheim.

YB
Viele YB-Fans haben den Weg ins Stadion in Winterthur gefunden. - Thomas Hodel

Vor Jahresfrist, im entscheidenden Playoff-Finalspiel gegen GC, kam Luyet nach langer Verletzungspause kurz vor Schluss auf das Feld, schoss den Ausgleich und war wie Beney auch im Penaltyschiessen erfolgreich.

Doch Luyet und Beney sind weg und eine Spielerin, die am Schluss den Unterschied hätte ausmachen können, fehlte.

Malaurie Granges glänzte

Beste Spielerin auf dem Feld war dennoch eine Bernerin. Malaurie Granges, in den letzten Jahren immer wieder von Verletzungen geplagt, sorgte stets für Gefahr vor dem Tor der Genferinnen; doch auch der 23-jährigen Westschweizerin und den von ihr angespielten Mitspielerinnen wollte das Tor nicht gelingen, obwohl Servettes Goalie Salon Marcuello keinen sattelfesten Eindruck hinterliess.

Dies gilt auch für ihr Gegenüber, Amanda Brunholt, die beim einzigen Gegentor wie ihre Vorderleute eine schlechte Figur machte.

Der Freistoss aus rund 35 Metern schien ewig lange Richtung YB-Tor zu fliegen, doch die dänische Keeperin verpasste es, ein paar Schritte von der Grundlinie nach vorne zu laufen und den Ball zu fangen.

Gegen den haushohen Favoriten Servette FC Chênois wehrten sich die Bernerinnen über die ganze Spieldauer hervorragend.
Gegen den haushohen Favoriten Servette FC Chênois wehrten sich die Bernerinnen über die ganze Spieldauer hervorragend. - Thomas Hodel

KEIN TITEL NUMMER 16

Seit 2009 ist der FFC Bern in die YB Frauen integriert. Seither stand YB zwar fünf Mal im Final, doch ein Sieg gelang noch nie, sämtliche Finalspiele gingen verloren. Damit bleiben die FCZ Frauen mit insgesamt 16 Erfolgen Rekord-Cupsieger vor den YB Frauen, die als FFC Bern zwischen 1978 und 2001 15 Mal den Cup gewannen.

Zu allem Pech kommt dazu, dass Torschützin Paula Serrano den Ball mit der Schulter ins Tor lenkte. Eine Torchance war dies nicht – nur einmal kamen die Genferinnen zu einer echten Möglichkeit, als die Schwedin Therese Simonsson knapp am weiteren Pfosten vorbeizielte.

Daneben war der Favorit Servette, der die Tabelle in der Women’s Super League überlegen anführt, eine einzige Enttäuschung.

YB dagegen bewies die unter Imke Wübbenhorst erzielten Fortschritte und zeigte trotz der wichtigen Abgänge Ende letzter Saison eine ausgezeichnete Leistung. Lernen die Spielerinnen auch noch im Abschluss erfolgreich zu sein, darf YB den Playoffs durchaus optimistisch entgegenblicken.

«Das tut sehr weh»

Nach der Begegnung war die Enttäuschung bei Trainerin Imke Wübbenhorst sehr gross.

«Weil Servette aus keiner Chance ein Tor schoss und wir es selbst nicht schafften, aus einigen Halbchancen einen Treffer zu erzielen, schmerzt diese Niederlage umso mehr. Wir brachten mehr Energie auf den Platz als der Gegner, reagierten besser auf die zweiten Bälle, doch trotzdem gelang es uns nicht, ein Tor zu schiessen.»

Nicht einverstanden war Wübbenhorst mit der Bemerkung, dass auch Goalie Brunholt am Gegentor eine Mitschuld trägt.

«Nein, unsere Verteidigerinnen haben in diesem Moment nicht gut durchgeschoben, sodass zwischen Abwehr und Torhüterin die Lücke zu gross war. Normalerweise führt in diesen Situationen Wibke Meister Regie, doch sie fehlte leider verletzungsbedingt.»

Macht Mut

Auch wenn Servette in der Meisterschaft mit 14 Punkten Vorsprung auf die Zweitplatzierten YB Frauen die Tabelle souverän anführt und auch als Favorit in die Playoffs steigt, hat diese Begegnung den YB Frauen gezeigt, dass sie durchaus ebenbürtig sind und in einem allfälligen Final mit Hin- und Rückspiel gegen Servette einiges möglich ist.

DAS TELEGRAMM

YB Frauen – Servette FC Chênois

0:1 (0:0)

Schützenwiese. – 7587 Zuschauer. – Schiedrichterin Deborah Anex. – Tor: 51. Serrano 0:1.

YB Frauen: Brunholt; Frey, Jimenez, Schlup, Bernhardt; Chalatsogianni (70. Dysli), Münger, Kuehn; Josten (95. Ess), Jelcic, Granges.

Wübbenhorst: «Wir haben auch in der Meisterschaft in Genf ein gutes Spiel gezeigt und nur durch ein Eigentor verloren. Servette ist ein Topteam, doch wenn alles passt, können wir auch gegen diesen Gegner gewinnen», ist die Erfolgstrainerin überzeugt.

Möglich, dass auch die langzeitverletzte Kapitänin Stephanie Waeber bis dann wieder fit wird. Für das Team wäre die Freiburgerin dank ihrer Kampfkraft und ihrer Qualität bei Freistössen und Elfmetern ein riesiger Gewinn.

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