BSC Young Boys

Sportchef YB Frauen: «An Chance glauben und furchtlos sein»

Pierre Benoit
Pierre Benoit

Bern,

Am Montag beginnt für die YB Frauen der Playoff-Final gegen Servette. Sportchef Rolf Kirchhofer blickt im BärnerBär-Interview voraus.

Malaurie Granges (YB) mit einem wuchtigen Kopfball.
Malaurie Granges (YB) mit einem wuchtigen Kopfball. - Daniel Zaugg

Nach 14 Jahren ohne Titelgewinn liessen sich die YB Frauen in der letzten Saison erstmals wieder als Meisterinnen feiern. Im Playoff-Final bezwangen sie GC nach einem 1:1-Unentschieden im Hinspiel im Wankdorf nach Penaltyschiessen.

Jetzt schicken sich die YB Frauen an, nach Siegen über Rapperswil-Jona und den FC St. Gallen, im Viertel- und Halbfinal gegen Servette FC Chênois Féminin den Titel zu verteidigen.

Mittendrin ist der Sportliche Leiter der YB Frauen, Rolf Kirchhofer, der das Team 2011 als Coach mit Klassespielerinnen wie Lia Wälti, Sandy Maendly, Simone Zahno und Topskorerin Veronica Maglia zum Meistertitel führte.

Lisa Josten wird von einer St.Gallerin gefoult.
Lisa Josten wird von einer St. Gallerin gefoult. - Daniel Zaugg

BärnerBär: Während der Schwangerschaft von Imke Wübbenhorst sind Sie von November 2024 bis März 2025 interimistisch wieder als Coach an die Seitenlinie zurückgekehrt. Wie haben Sie diese Zeit rückblickend erlebt?

Rolf Kirchhofer: Es war eine sehr gute Zeit, aber auch sehr intensiv, da ich gleichzeitig meine Arbeit als Sportchef weiter ausgeübt habe. Aber wieder öfters auf dem Platz zu stehen, hat mir gefallen.

BärnerBär: Haben Sie keine Lust, wieder Trainer zu sein?

Kirchhofer: Nein, es war wie erwähnt sehr schön, mehr in den Trainings engagiert zu sein, aber ich schätze meine jetzige Funktion sehr.

BärnerBär: Servette hat die Regular Season dominiert, wurde mit elf Punkten Vorsprung auf YB Erster und hat beide Direktduelle und den Cupfinal gegen YB gewonnen. YB hat in den drei Partien kein einziges Tor erzielt. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass es mit der Titelverteidigung trotzdem klappt?

Kirchhofer: Es ist im Verlauf der Saison immer enger geworden. Die erste Direktbegegnung haben wir klar verloren, die beiden letzten Partien waren sehr knapp und gingen nur nach einem Standard verloren. Der Cupfinal verlief sehr ausgeglichen.

Athena Küng (YB)
Athena Küng (YB). - Daniel Zaugg

BärnerBär: Trainerin Imke Wübbenhorst hat vor Saisonbeginn erklärt, dass ihr Team nach den vielen Abgängen am Ende der Meistersaison Zeit benötige. Jetzt haben die Spielerinnen seit Neujahr in der Tat einen wahren Steigerungslauf hingelegt und sind auf Platz 2 vorgestossen. Wo sehen Sie die Gründe?

Kirchhofer: Wir haben uns als Team gefunden, die gesamte Equipe hat die Spielidee intus. Dazu kommt, dass die Spielerinnen im Verlauf der Saison grosse Fortschritte erzielt haben. Die Geschlossenheit zeichnet uns aus.

BärnerBär: Iman Beney, Naomi Luyet und Courtney Strode, drei der wichtigsten Spielerinnen, sind nach dem Titelgewinn ins Ausland gezogen. Haben Sie erwartet, dass es mit der Integration der neuen Spielerinnen so schnell geht?

Kirchhofer: Ich war von Beginn der Saison weg von unserer Qualität überzeugt. Dass wir nun sogar Zweiter geworden sind, hat mich aber positiv überrascht.

BärnerBär: Worauf gilt es in den beiden Finalspielen gegen den Titelfavoriten besonders Wert zu legen? Was könnte in diesen beiden Partien den Ausschlag geben?

Kirchhofer: Wir dürfen uns in der Defensive keine Fehler erlauben und müssen vor allem auch bei den gefährlichen Standards sehr aufmerksam sein. In der Offensive wollen wir noch mutiger agieren, an unsere Chancen glauben und furchtlos sein.

Verfolgst du die YB Frauen?

BärnerBär: Mit Anja Klingstein und Anida Mujela haben die YB Frauen im Hinblick auf die kommende Saison bereits zwei Zuzüge vermeldet. Sie kommen vom Ligakonkurrenten FC Aarau Frauen. Beide sind Nachwuchs-Nationalspielerinnen. Weshalb ist YB für junge Spielerinnen zu einer derart attraktiven Adresse geworden?

Kirchhofer: Wir standen zweimal im Playoff-Final und im Cupfinal, wurden Meister; junge Spielerinnen sehen bei den YB Frauen eine realistische Chance, einen Schritt vorwärts zu machen.

Im Weiteren haben wir mittlerweile fast ausschliesslich eine vierstellige Zuschauerzahl und geniessen in der Region eine grosse Unterstützung.

Es gibt mehrere Faktoren, die uns attraktiv machen: Der gesamte Staff, die Tatsache, dass Trainerin Imke Wübbenhorst nicht nur sehr ehrgeizig ist, sondern die Spielerinnen auch besser macht.

Kirchhofer
Kirchhofer war als Spieler beim FC Gerlafingen und beim FC Deitingen in der 2. Liga aktiv. - zVg

BärnerBär: Darf man davon ausgehen, dass Sie in den nächsten Wochen weitere Zuzüge vermelden?

Kirchhofer: Ich hoffe es.

PERSÖNLICH

Rolf Kirchhofer wurde am 17. Mai 1982 in Solothurn geboren. Sein Engagement bei YB begann 2007 als Assistent der Männer U18-Mannschaft (Meister 2008). Von 2009 – 16 Cheftrainer der Frauen (Meister 2011). Anschliessend Cheftrainer der U19-Frauen (drei Titelgewinne 2017, 18 und 19).

Von 2019 – 22 Trainer der Männer U17. Seit 2014 Technischer Leiter der YB-Frauen. Technischer Leiter Auswahlen im Fussballverband Bern/Jura (FVBJ). Als Spieler war Kirchhofer beim FC Gerlafingen und beim FC Deitingen in der 2. Liga aktiv.

Kommentare

Weiterlesen

yb
12 Interaktionen
1:0-Heimsieg
Lisa Josten YB
7 Interaktionen
Playoff-Halbfinal

MEHR BSC YOUNG BOYS

YB
7 Interaktionen
Lunde-Kolumne
yb
8 Interaktionen
Wie angekündigt
fcb yb
5 Interaktionen
Heusler wollte ihn
YB
5 Interaktionen
Pech bei Dernière

MEHR AUS STADT BERN

Dr. Sarah Schläppi
1 Interaktionen
«Sarah hat Recht»
Bernmobil
2 Interaktionen
«Service-Wüste»
schüler test
10 Interaktionen
Röstigraben?
82 Interaktionen
«10-Mio.-Schweiz»