Heusler wollte ihn: Wäre YB-Legende Hoarau fast beim FCB gelandet?
Bernhard Heusler erzählt, dass er einst Guillaume Hoarau von YB zum FCB holen wollte. Ein Entscheid von Marco Streller liess den Transfer vorzeitig platzen.

Das Wichtigste in Kürze
- Bernhard Heusler erzählt, dass er einst Hoarau von YB nach Basel holen wollte.
- Er war als Ersatz für Marco Streller eingeplant.
- Als sich «Pipi» im Sommer zum Weiterspielen entschied, war der Transfer vom Tisch.
Hoher Besuch in der neusten Folge «Achzädreyenünzig», dem offiziellen Podcast des FC Basel. Ehrenpräsident Bernhard Heusler ist zu Gast, der als Präsident eine der erfolgreichsten Epochen des Clubs prägte. 2017 endete seine Amtszeit.
Heusler, der heute vor allem als Speaker unterwegs ist, spricht offen. Auch, als ihm die pikante Frage gestellt wird: Gab es einen Spieler, den er gerne zu Rotblau geholt hätte, der Transfer aber scheiterte?
Die Antwort ist mindestens so pikant. Was damals öffentlich wurde, bestätigt Heusler nun: Der FCB beschäftigte sich damit, Guillaume Hoarau von YB nach Basel zu holen!
«Wir begannen das Ganze aufzugleisen»
«Marco Streller war sich jeweils nicht so sicher, ob er zurücktreten soll oder nicht», so Heusler. Einmal habe es geheissen, «Ich trete zurück im Sommer, hundert Prozent», dann «Ich bleibe doch noch ein Jahr».

Irgendwann entschied sich Streller, dass er gehe – «definitiv».
Heuslers Gedanken: «Es gibt einen, der uns auf dem Platz extrem Eindruck machte. Auch wie er seine Mitspieler behandelt hat, in der Rolle von Marco Streller. Das war Guillaume Hoarau.»
Heusler weiter: «Wir sagten uns: ‹Komm, probieren wir doch Hoarau zu holen!› Er hat einfach all das mitgebracht, was wir mit Marco Streller verlieren. Wir begannen das Ganze aufzugleisen.»

Marco Strellers Entscheid stoppt Hoarau-Gedanken des FCB
Wie weit man wirklich war, lässt Heusler offen. Schon wieder wiederholte sich die Geschichte aber: Streller entscheidet sich zum Weitermachen.

«Dann war für uns klar, dass wir es uns nicht leisten können und es macht auch keinen Sinn. So sind wir beim Hoarau-Transfer – ich weiss nicht, ob er je zustande gekommen wäre – nicht mehr weitergekommen.»
Es gab auch Pläne für Zakaria
Die Hoarau-Gedanken seien zu einer Zeit gekommen, in der es immer wieder Vorwürfe gab: Der FCB kauft die Liga kaputt, Bayern-München-mässig.
Gegen dieses Image hat sich Heusler aber immer gewehrt.

«Mich regte es immer auf, wenn es hiess, wir holen Spieler, um andere zu schwächen, das stimmte überhaupt nicht. Unser Anspruch war es, die besten aus der Schweiz zu holen. Und logisch hat es in der direkten Konkurrenz Gute.»
So gab es auch mal Pläne für Zakaria. «Das wäre bestimmt der teuerste Inland-Transfer aller Zeiten geworden.»
Das Transfer-Drama von YB um Gilles Yapi Yapo
Perfekt funktioniert hat der Transfer Gilles Yapi Yapo. Im Winter der Saison 2009/2010 machte man den Deal für den Sommer klar.
Der Rest ist bekannt: YB liegt im Winter noch 13 Punkte vorne und ist auf Kurs zum Meistertitel. Der Vorsprung schrumpft und schrumpft – die Finalissima muss entscheiden.

Dort setzt YB Yapi auf die Tribüne. Weil man dem Ivorer nicht mehr zutraute, mit dem letzten Spiel beim alten Arbeitgeber gegen den neuen zu performen.
Der FCB gewinnt durch Tore von Stocker und Chipperfield 2:0, für Bernhard Heusler und Co. ist es im ersten Jahr beim FCB der erste Titel.
Heusler versteht YB nicht: Yapi «hätte letzten Bluts-Tropfen gegeben»
Heusler schüttelt den Kopf, wenn er zurückdenkt. «Ich habe Yapi erst kürzlich getroffen. Er hat mir gesagt: ‹Ich hätte damals meinen letzten Bluts-Tropfen gegeben, um mit YB Meister zu werden.›»

Für den damaligen Präsidenten ist sonnenklar: «Das war ein Fehlentscheid der Verantwortlichen von YB, dass sie ihn nicht bis zur letzten Sekunde eingesetzt haben. Das solltest du nicht machen. Es ist auch nicht fair dem Spieler gegenüber.»
Heusler hält es für «den dümmsten Entscheid», wenn ein Spieler nicht mehr eingesetzt wird, nur weil er wechselt. Vielmehr würde Heusler bei Spielern, die gehen, über das Gegenteil nachdenken. Zum Beispiel: Du kriegst die doppelte Meisterprämie.












