Goldpreis profitiert von schwachem Dollar
Der Goldpreis legt am Donnerstag leicht zu – Anleger warten auf den EZB-Zinsentscheid und neue US-Teuerungsdaten.

Der Goldpreis stieg am frühen Donnerstagmorgen leicht an und profitierte dabei von einem schwächeren US-Dollar.
Wie «finanzen.net» berichtet, verteuerte sich der meistgehandelte Gold-Future auf bis zu 4472 Dollar (etwa 3623 Franken) pro Feinunze.
Gleichzeitig hält die Spannung an den Märkten an, denn zwei wichtige Ereignisse prägen den Tag. Um 14.15 Uhr gibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Zinsentscheid bekannt – und um 14.30 Uhr folgen die US-Produzentenpreise.
Analysten erwarten Beschleunigung der US-Teuerung
Laut einer Analysten-Umfrage, die von Trading Economics veröffentlicht wurde, sollen sich die US-Produzentenpreise von 4,7 auf 5,3 Prozent beschleunigt haben. Das berichtet «finanzen.net» und erklärt damit die erhöhte Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer.
Eine Mehrheit der befragten Ökonomen erwartet, dass die US-Notenbank Fed ihren Leitzins am 15. und 16. September unverändert lassen wird. Die Finanzmärkte hingegen preisen bis Jahresende mehrere Zinserhöhungen ein, was einer Abweichung von dieser Erwartung entspräche.
Bemerkenswert ist, dass der US-Dollar trotz steigender US-Renditen nicht aufwertet. Genau davon profitiert der Goldpreis derzeit, wie «finanzen.net» festhält.
EZB in der Zwickmühle zwischen Inflation und Wachstum
Eine Zinserhöhung durch die EZB gilt für die heutige Sitzung als sehr wahrscheinlich, wie «Kettner Edelmetalle» erläutert. Im Juli hatten mehrere Banken und Verbraucherportale die Erwartung formuliert, dass der nächste Schritt nach oben gehen dürfte.
Die EZB prognostiziert für 2026 rund 3,0 Prozent Inflation bei nur 0,8 Prozent Wirtschaftswachstum, wie «Kettner Edelmetalle» berichtet. Diese Kombination aus zu hoher Teuerung und schwachem Wachstum wird von Volkswirten als Stagflation bezeichnet.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte im Juli eine Erhöhung im September ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Sie verwies dabei auf neue Daten zu Inflation, Wachstum und Lohnentwicklung, die bis zur heutigen Sitzung vorliegen würden.
Goldpreis in Euro reagiert auf mehrere Faktoren
Wer den Goldpreis in Euro beobachtet, sollte nicht nur auf die EZB achten, wie «Kettner Edelmetalle» betont. Der Abstand zwischen europäischen und amerikanischen Zinsen wirkt oft stärker auf den Wechselkurs als ein einzelner EZB-Beschluss.

Entscheidend sei beim Realzins nicht der nominale Zinssatz, sondern das, was nach Abzug der Inflation übrig bleibt. Ein Viertelprozentpunkt mehr ändere an der Lage im Euroraum wenig, solange die Inflation bei drei Prozent liegt, so das Haus.
Wie «kagels-trading.de» erklärt, haben seit dem EZB-Zinsentscheid vom 11. Juni 2026 beide Notenbanken, Fed und EZB, unterschiedliche Wege eingeschlagen. Während die EZB in Richtung Zinserhöhung tendiert, preisten US-Märkte zuletzt eher Zinssenkungen ein – eine Divergenz, die Währungshändler genau verfolgen.













