Gold gewinnt an Fahrt – Seit Jahrestief elf Prozent im Plus
Gold legt seit dem Jahrestief um elf Prozent zu und notiert wieder über 4400 Dollar. Analysten sehen weiteres Potenzial.

Der Goldpreis hat seine Erholung zu Wochenbeginn fortgesetzt und zeitweise mehr als 4400 Dollar erreicht. Laut der «TradingKey» lag das Intraday-Hoch am Montag bei 4416,43 Dollar.
Seit dem Jahrestief von 3943 Dollar Ende Juni hat Gold damit gut elf Prozent zugelegt. Vom Rekordhoch von knapp 5600 Dollar Ende Januar ist der Preis allerdings weiterhin rund ein Fünftel entfernt.
Die «Trading-Treff» sieht vor allem die veränderten Erwartungen an die US-Geldpolitik als Treiber der jüngsten Erholung. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September ist laut CME FedWatch von 47 Prozent auf rund 30 Prozent gefallen.
Schwächere US-Daten stützen Gold
Die US-Arbeitsmarktdaten ausserhalb der Landwirtschaft für Juli fielen spürbar schwächer aus. Zugleich zeigten die jüngsten Inflationsdaten keine deutlichen Anzeichen für einen ausser Kontrolle geratenen Preisdruck.
Auch die am Freitag veröffentlichten US-Einzelhandelsumsätze verstärkten die Erwartungen einer konjunkturellen Abkühlung. Der «TradingKey» zufolge dämpfte dies die Erwartungen einer Zinserhöhung der Fed im September zusätzlich.
Gold zahlt keine laufenden Zinsen, weshalb Veränderungen bei den Marktzinsen für das Edelmetall besonders relevant sind. Sinkende Renditen reduzieren die Opportunitätskosten des Goldbesitzes und können dadurch die Nachfrage fördern.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Auch die Zentralbanken bleiben ein wichtiger Faktor für den Goldmarkt. Nach Angaben von «finanzen.net» stockte Polen seine Goldreserven im zweiten Quartal um 51 Tonnen auf, China um weitere 33 Tonnen.
Die Aussichten für Gold bleiben unter den befragten Experten überwiegend positiv. Laut «finanzen.net» erwarten die von Bloomberg befragten Experten im Durchschnitt einen Anstieg auf knapp 4500 Dollar bis zum Jahresende.
Goldman Sachs gehört zu den optimistischeren Häusern und setzt laut der «Trading-Treff» ein Dezember-Kursziel von 4900 Dollar. Eine schnelle Rückkehr über 5000 Dollar halten selbst optimistische Analysten allerdings nicht für wahrscheinlich.
Gold vor 4500 Dollar
Auch aus technischer Sicht bleibt das Bild laut der «TradingKey» konstruktiv. Ein Ausbruch über den Widerstand bei 4450 Dollar könnte demnach zunächst einen Anstieg auf 4500 und später 4580 Dollar ermöglichen.
Auf der Unterseite gilt das Korrekturtief bei 4310 Dollar als wichtige Unterstützung. Darunter könnte die Marke von 4220 Dollar als nächste Auffangzone relevant werden.

Besondere Aufmerksamkeit richtet sich nun auf das Protokoll der Fed-Sitzung von Ende Juli. Die Veröffentlichung dürfte am 19. August Hinweise darauf geben, ob die derzeit eingepreisten Zinserwartungen Bestand haben.















