Teure Energie treibt deutsche Inflation an die Drei-Prozent-Marke
Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise in die Höhe und verteuert das Leben in Deutschland. Im August lagen die Konsumentenpreise um 2,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Dies teile das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Einen stärkeren Anstieg gab es in Europas grösster Volkswirtschaft zuletzt im Dezember 2023 mit damals 3,7 Prozent Inflation.
Ökonomen erwarten auch für die nächsten Monate erhöhte Teuerungsraten. Das Ifo-Institut rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit 2,8 Prozent Inflation in Deutschland, 2027 könnte die Rate auf 3,0 Prozent steigen.
Denn der Konflikt am Persischen Golf ist nicht beendet, Schiffe können die für den Öl- und Gashandel wichtige Strasse von Hormus weiterhin nicht ungehindert passieren. Autofahrer bekommen das an der Tankstelle zu spüren, Hausbesitzer bei den Heizkosten. Der Tankrabatt, mit dem die Bundesregierung für zwei Monate Autofahrer etwas entlastet hat, ist Ende Juni ausgelaufen.
Energie Preistreiber Nummer Eins
Im August mussten die Konsumenten in Deutschland fürs Tanken und Heizen viel mehr zahlen als ein Jahr zuvor. «Besonders deutlich hat sich die vor allem durch den Iran-Krieg verursachte Teuerung der Energie bei den Kraftstoffen gezeigt», erläuterte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuerten sich Kraftstoffe im August um 27,7 Prozent. Heizöl war fast 50 Prozent teurer.
Dämpfend wirkten sich dagegen die tieferen Strom- und Gaspreise sowie die billigere Fernwärme aus. Insgesamt war die Energie für die Konsumenten im August um 10,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.
Je länger die Energiepreise hoch bleiben, umso grösser das Risiko, dass auch andere Preise steigen, weil unter anderem Transport und Kühlung von Lebensmitteln teurer werden. Unternehmen werden nach Einschätzung von Ökonomen gezwungen sein, den Kostenschub bei Energie an ihre Kundschaft weiterzugeben. Dazu kommen Hitze und Trockenheit, die die Ernte schmälern und die Auswirkungen des Niedrigwassers, das Lieferungen verteuert.
Lebensmittel kaum teurer als vor einem Jahr
Zuletzt zogen die Nahrungsmittelpreise kaum an, im August lagen sie nur um 0,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Allerdings kosten manchen Waren deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Denn schon der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der im Februar 2022 begann, hatte Energie- und Lebensmittelpreise sprunghaft nach oben getrieben.
Von Juli auf August des laufenden Jahres zogen die Konsumentenpreise in Deutschland um 0,2 Prozent an. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie verharrte im August bei 2,4 Prozent.













