Goldpreis erreicht höchsten Stand seit Juni
Der Goldpreis hat sich deutlich vom Jahrestief erholt. Neue Zinserwartungen und starke Nachfrage treiben das Edelmetall wieder nach oben.

Der Goldpreis hat sich seit Ende Juni deutlich erholt. Wie die «Tagesschau» berichtet, kostete eine Feinunze am Montag rund 4340 Dollar.
Damit lag der Preis gut zehn Prozent über dem Jahrestief von 3943 Dollar Ende Juni. Erstmals seit Mitte Juni wurde damit wieder die Marke von 4300 Dollar überschritten.
Am Dienstag setzte sich die Erholung zunächst fort. Laut «finanzen.net» stieg der Dezember-Future am Morgen auf 4465,90 Dollar je Feinunze.
Goldpreis profitiert von neuen Zinserwartungen
Als wichtigen Auslöser nennt die «Finanzmarktwelt» die veränderten Erwartungen an die US-Notenbank. Nach schwachen Arbeitsmarktdaten rechnen Anleger wieder häufiger mit einer Zinspause im September.
Das kommt dem Goldpreis zugute, weil das Edelmetall keine laufenden Zinsen abwirft. Fallen Renditeerwartungen oder steigen sie weniger stark, wird Gold gegenüber verzinsten Anlagen attraktiver.
Entscheidend könnten nun die anstehenden US-Inflationsdaten werden. Anleger erwarten davon neue Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der Federal Reserve.
Zentralbanken stützen den Goldpreis
Neben den Zinserwartungen bleiben die Käufe internationaler Zentralbanken ein wichtiger Faktor. Wie die «Tagesschau» berichtet, kauften die Notenbanken im zweiten Quartal 289 Tonnen Gold.
Damit wurde ein neuer Rekordwert erreicht. Allerdings musste der World Gold Council seine Schätzung für das erste Quartal später deutlich nach unten korrigieren.
Auch der US-Dollar und die weltweit steigenden Staatsschulden beeinflussen nach Einschätzung von Kapitalmarktstratege André Stagge die Entwicklung. Laut der «Finanzmarktwelt» sieht er darin neben den Zentralbankkäufen weitere strukturelle Treiber.
Goldpreis bleibt von mehreren Faktoren abhängig
Stagge verweist zudem auf das begrenzte Angebot des Edelmetalls. Neue Goldminen benötigen Jahre bis zur Erschliessung, während eine steigende Nachfrage kurzfristig kaum durch zusätzliche Förderung ausgeglichen werden kann.
Technisch betrachtet sieht Stagge der «Finanzmarktwelt» zufolge die Zone zwischen 4300 und 4316 Dollar als wichtige Marke. Hält sich der Goldpreis darüber, rückt für ihn die 200-Tage-Linie bei rund 4482 Dollar in den Fokus.

Gleichzeitig bleibt das Umfeld für Gold unsicher. Wie die «Tagesschau» erklärt, können steigende Zinsen den Goldpreis belasten, weil verzinste Anlagen dann attraktiver werden.














