Nach zahlreichen anderen russischen Finanzinstituten soll nun auch die marktführende Sberbank aus dem internationalen Finanzkommunikationssystem Swift ausgeschlossen werden. «Wir koppeln die Sberbank - die mit Abstand grösste russische Bank, und zwei weitere grosse Banken von Swift ab», sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch im Europaparlament.
Die Sberbank steht mehrheitlich im Eigentum des russischen Staates.
Die Sberbank steht mehrheitlich im Eigentum des russischen Staates. - Frank Rumpenhorst/dpa

Dadurch treffe man Banken, die für das russische Finanzsystem relevant seien, und schränke die Fähigkeit von Präsident Wladimir Putin zu weiteren Zerstörungen ein.

«Hierdurch wird die vollständige Isolierung des russischen Finanzsektors vom globalen System zementiert», sagte von der Leyen zu dem geplanten Ausschluss der Banken aus dem weltweit wichtigsten Nachrichtenübermittlungsdienst für den Zahlungsverkehr.

Die Europa-Tochter der russischen Sberbank hatte bereits im März ihre Geschäftstätigkeit einstellen müssen. Durch den Verkauf des Vermögensportfolios konnte eine Insolvenz aber abgewendet worden, wie die in Wien ansässige Sberbank Europe AG am Dienstagabend mitteilte. Die Spareinlagen werden nach Angaben des Instituts vollständig zurückgezahlt.

Laut Sberbank Europe wurden von der österreichischen Einlagensicherung insgesamt 926 Millionen Euro an Kundinnen und Kunden in Europa ausgezahlt. In Deutschland hatte die Bank unter der Marke Sberbank Direct mit vergleichsweise hohen Zinsen Anleger gelockt.

Diese 926 Millionen Euro habe die Bank nun an die Einlagensicherung Austria zurückgezahlt, hiess es am Dienstag. Spareinlagen, die über den gesicherten Höchstbetrag von 100 000 Euro hinausgehen, würden nun ebenfalls an Kunden ausbezahlt. «Die Sberbank Europe AG setzt hiermit die geordnete Abwicklung fort», teilte das Institut mit.

Bereits im März hatte die EU unter anderem die zweitgrösste russische Bank VTB sowie die Bank Rossiya und die Staatsbank VEB aus Swift ausgeschlossen. Nicht betroffen ist bislang unter anderem die Gazprombank. Ein Grund ist, die noch laufenden russischen Gaslieferungen nicht zu gefährden.

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