Überlebende erzählen von der Flucht aus Feuer-Bar
Überlebende aus der brennenden Bar in Crans-Montana flüchteten durch eingeschlagene Fenster. Andere lagen neben brennenden oder toten Menschen.

Das Wichtigste in Kürze
- Überlebende des Bar-Brandes in Crans-Montana berichten von der Flucht.
- Sie habe einen Freund verloren und nichts mehr von ihm gehört, sagt eine 17-Jährige.
- Ein Feiernder schlug ein Fenster ein und konnte sich so retten.
40 Menschen starben, 115 wurden beim Brand der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana verletzt. Dutzende weitere konnten sich aus dem brennenden Lokal retten oder hatten das Glück, noch nicht drin zu sein. Sie erzählen, wie sie die schrecklichen Minuten erlebt haben.
Gegenüber BBC sagt ein 18-Jähriger, er habe gedacht, sein kleiner Bruder sei in der brennenden Bar. «Ich kam an und versuchte, ein Fenster einzuschlagen. Leute kamen so raus, dann ging ich rein.» Dort sah er eine Horror-Szene.
«Leute brannten, einige von Kopf bis Fuss, sie hatten keine Kleider mehr», schildert der Zeuge. Zuvor habe er jeden Tag die Bar besucht.
Dem französischen Sender BFMTV schildern zwei Französinnen, wie sie überlebt haben: «Wir hatten sehr viel Glück.» Es habe nur eine schmale Treppe gegeben. Rund 200 Menschen hätten versucht, rauszukommen.
Ein weiterer Teenager sagt, er habe sich zuerst vor einer «Hitzewand» schützen müssen. Dann rannte er die Treppe hoch, kam aber nicht raus. Deshalb versuchte er ein Fenster einzuschlagen, zuerst mit einem Tisch, dann mit dem Fuss. So gelang es, er konnte sich retten.
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Die 17-jährige Laetitia sagt zu «Reuters», sie habe «wirklich schreckliche Dinge gesehen, die niemand jemals sehen sollte». Als sie zu den Toiletten runter wollte, habe sie die Flammen gesehen. Sie habe den Arm eines Freundes gegriffen und versuchte, die Treppe wieder hochzusteigen. Doch sie liess ihn los, «jetzt antwortet er mir nicht mehr».
Alle Menschen hätten versucht, sich durch «diese kleine Türe» zu drängen. Sie sei gefallen, Leute seien auf ihr drauf gelandet. «Einige Menschen brannten, andere lagen tot neben mir.»
«Es roch nach verbrannter Haut»
Mehrere Personen wurden erst durch das Feuer und die Explosion angelockt oder waren noch nicht in der Bar. Ein Student erzählt gegenüber der BBC, er habe nach der Arbeit in «Le Constellation» feiern wollen. Doch als er angekommen sei, seien brennende Leute rausgerannt. «Ich stand zuerst einfach da und habe gar nicht kapiert, was los ist.»
Dann ging er zu einem nahen Restaurant, wo Verletzte erste Hilfe erhielten, und versuchte, zu helfen. «Einige Opfer schrien bloss, andere lagen einfach auf dem Boden.» Er sei immer noch schockiert und könne es nicht glauben.
Ein anderer Zeuge sagt gegenüber SRF, die Personen aus der Bar seien «in einem psychischen Ausnahmezustand» gewesen. «Es roch nach verbrannter Haut und verbranntem Haar.» Auch am Tag danach habe der den Geruch noch in den Kleidern.




















