Angehörige starten verzweifelte Suchaufrufe auf Facebook
Nach dem Brand in Crans-Montana dauert die Identifizierung der Opfer an, zahlreiche Personen werden vermisst. Angehörige hoffen auf die Hilfe von Social Media.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Identifizierung der Opfer von Crans-Montana wird einige Zeit in Anspruch nehmen.
- Verzweifelte Angehörigen haben Aufrufe in den sozialen Medien gestartet.
- Viele wissen nicht, ob die Vermissten tot sind oder in einem Spital liegen.
40 Personen sind in den Flammen in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana gestorben, 115 weitere wurden verletzt, viele schwer. Die Identifizierung der Opfer dauert an und kann laut den Behörden «einige Zeit in Anspruch nehmen». Für Angehörige ist das eine schreckliche Zeit.
Zahlreiche haben deswegen Vermisstenanzeigen in den sozialen Medien geteilt. «Mein Sohn gehört zu den Opfern in Crans-Montana», schreibt eine verzweifelte Mutter. «Wir wissen nicht, ob er lebt und wo er ist.» Zusammen mit dem Aufruf, sich bei ihr zu melden, falls man etwas wisse, teilt sie ein Foto ihres 16-jährigen Buben.
«Wir suchen nach unseren beiden Freundinnen, die gestern in der Bar waren», schreibt jemand zu einem Foto der Frauen. Seit dem Abend habe man nichts mehr von ihnen gehört. Man wisse nicht, ob sie lebten und ob sie von den Rettungskräften in ein Spital gebracht worden sind.
Eine weitere Person sucht nach der Freundin des Bruders. Dieser hätte spät am Abend noch nach Crans-Montana fahren wollen und habe seit Langem nichts mehr von ihr gehört. Man wisse bloss, dass einer der Freunde, der bei der Frau gewesen sei, in ein Spital geflogen worden sei.
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Zeugen berichten gegenüber «Tamedia» auch von dramatischen Szenen in der Silvesternacht: «Verzweifelte Eltern versuchten, in die Bar zu gelangen, um nach ihren Kindern zu suchen.»
Das Social-Media-Nachrichtenunternehmen «Actureact» erhielt ebenfalls zahlreiche Vermisstenmeldungen und teilte diese. Gesucht werden Söhne, Töchter, Freunde, Brüder und Schwestern. Viele der mutmasslichen Opfer der Tragödie sehen jung aus, eine vermisste Schwester ist erst 15 Jahre alt.
Viele der Angehörigen sind verzweifelt, sie haben seit Stunden nichts mehr von ihren Liebsten gehört. «Wir haben seit dem Feuer keine neuen Informationen mehr», schreibt jemand.
Die Identifizierung der Verletzten ist schwierig: Viele dürften nicht ansprechbar sein und Handy sowie Ausweis im Chaos in der Bar verloren haben. Zudem ist es möglich, dass Identifikationsmerkmale wie Tattoos und Muttermale durch die Verbrennungen nicht mehr da sind.




















