2020 hat das Coronavirus dem Zibelemärit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dieses Jahr findet er statt – ohne Zertifikatspflicht.
Standbetreiber und Besucherinnen freuen sich gleichermassen über den Zibelemärit in Bern. - Nau.ch/ Aydemir

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Zibelemärit darf dieses Jahr trotz Corona stattfinden.
  • Obwohl der Anlass recht gross ist, herrscht keine Zertifikatspflicht.
  • Standbetreiber hat das gefreut, Besucherinnen war eher mulmig zumute.

Im vergangenen Jahr wurde der traditionsreiche Berner Zibelemärit aufgrund des Coronavirus abgesagt. Das erste Mal seit mehr als hundert Jahren.

Zur Freude aller Berner und Bernerinnen kann er dieses Jahr wieder durchgeführt werden. Und das ohne Zertifikat. Trotz der Gefahr, dass der Märit zum Superspreader-Event wird, freuen sich viele Besucher darüber.

«Ich komme immer sehr gerne, es ist so schon friedlich. Verpassen wollte ich den Markt auf keinen Fall», freut sich Marktbesucherin Susanna Scheurer.

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Trotz Coronavirus keine Zertifikatspflicht – geht das gut?

Ganz anders sehen das die Gebrüder Tschachtli, die gemeinsam mit ihrem Vater jedes Jahr einen Stand betreiben. Sie jubeln über die zertifikatsfreie Zone. «Sonst würden viel weniger Menschen herkommen», so Raphael. Ganz wohl ist ihm aber nicht beim Feiern. «Es besteht immer ein Risiko einer Ansteckung», bedenkt er.

Zibelemärit
Trotz des Coronavirus konnte der Zibelemärit in Bern wieder stattfinden.
Zibelemärit
Die Geschäfte sind noch dunkel; der gemeine Berner weiss aber: Zwiebeln gibt es bereits zu kaufen.
Zibelemärit
Die Zwiebelzöpfe haben eine lange Tradition in Bern.
Zibelemärit
Die Familie Tschachtli freut sich sehr über die Durchführung des Marktes.
Zibelemärit
Um diese Uhrzeit schlafen die meisten eigentlich noch – nicht aber, wenn Zibelemärit ist!

Besucherin Scheurer ist aber etwas mulmig zumute: «Die Leute wollen unbedingt wieder raus, eine perfekte Lösung hätte es wohl nicht gegeben». Denn, nach gut Schweizerischer Tradition, hat man sich auf einen Kompromiss geeinigt. So dürfen die Standbetreiber ausnahmsweise wegen des Coronavirus keinen Alkohol verkaufen.

Wer sich einen wärmenden Glühwein genehmigen will, muss also ein Restaurant aufsuchen. Esswaren und alkoholfreie Getränke dürfen hingegen an den Ständen verkauft und überall konsumiert werden. «Klar, wir müssen damit umgehen können. Aber es wäre mir nicht unwohl, wenn die Menschen eine Maske tragen würden», meint Scheurer.

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