Am Montag werden die Berner wieder zu Frühaufstehern – der Zibelemärit ruft. Statt auf die Zertifikatspflicht setzt die Stadt auf Eigenverantwortung.
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2019 fand der Zibelemärit zum letzten Mal statt. Nachdem das Berner Traditionsfest 2020 wegen der Corona-Pandemie ausfiel, findet es in diesem Jahr wieder statt. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Montag feiert der Zibelemärit in Bern nach der Corona-Pause sein Comeback.
  • Trotz steigender Fallzahlen verzichtet die Stadt auf eine Zertifikatspflicht.
  • Virologe Andreas Cerny kritisiert das Schutzkonzept scharf.

Endlich wieder früh aufstehen für ein warmes Stück Zwiebelkuchen und ein Glas Glühwein: Nachdem das Fest im vergangenen Jahr wegen Corona ausgefallen war, findet am Montag wieder der Berner Zibelemärit statt – Konfetti-Schlacht inklusive!

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Seit dem 19. Jahrhundert ist der Zibelemärit fester Bestandteil der Stadtberner DNA.
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Umso grösser war der Schock 2020, als das Fest coronabedingt ausfiel.
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In diesem Jahr findet der Zibelemärit nun wieder statt.
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Allerdings gilt in diesem Jahr ein Alkohol-Ausschenkverbot. Glühwein und Co. gibt es nur im Restaurant, nicht aber an den Ständen.

Doch gibts strenge Corona-Auflagen, wie etwa eine Zertifikatspflicht? Fehlanzeige. Die einzige einschneidende Regel: Alkohol darf nur sitzend – in den Innen- und Aussenbereichen von Gastrobetrieben – konsumiert werden.

Die Stadt Bern rechnet mit weniger Besuchern als in den Vorjahren. Grund: Die Glühweinstände fehlen, es gibt aber auch weniger Zwiebelstände wegen der schlechten Ernte. Dennoch dürften Zehntausende bereits am frühen Morgen in die Innenstadt strömen.

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Die Corona-Fälle in der Schweiz steigen wieder steil an. «Ungemütlich», findet auch Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause. - BAG

Mit 3787 Corona-Fällen pro 100'000 Einwohner liegt der Kanton Bern nur leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 4495. Die Tendenz ist allerdings stark steigend.

Droht der Zibelemärit damit zum Superspreader-Event zu werden?

Sicherheitsdirektor setzt beim Zibelemärit auf Eigenverantwortung

«Es ist keine gemütliche Situation», findet auch Sicherheitsdirektor Reto Nause im Gespräch mit Nau.ch. Er stellt aber klar: «Die Alternative zum aktuellen Schutzkonzept wäre eine Absage des Zibelemärits gewesen.»

Es gebe keinen genug grossen Platz für die 200 bis 300 Marktstände, um diesen einzuzäunen und eine Zertifikatspflicht durchzusetzen. «Wir können schliesslich nicht die komplette Innenstadt zu einer 3G-Zone machen.»

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Sicherheitsdirektor Reto Nause («Die Mitte») setzt beim Zibelemärit auf Eigenverantwortung. - Keystone

Nause betont: «Es war uns ein Anliegen, einen Beitrag zur Normalität zu liefern. Der traditionsreiche Zibelemärit gehört zur Stadt Bern dazu.»

Um das Alkoholverbot durchzusetzen, setzt die Stadt auf Kontrollen. Man werde allerdings nicht überall kontrollieren können, so Nause.

Werden Sie den Zibelemärit am Montag besuchen?

Der Sicherheitsdirektor sagt: «Wir setzen auf die Eigenverantwortung und appellieren daran, aufzupassen und sich an die allgemeinen Regeln des BAG zu halten.» Die Bilanz könne man aber erst am Montagabend ziehen.

Virologe kritisiert Zibelemärit ohne Zertifikatspflicht

Virologe Andreas Cerny gehen diese Massnahmen allerdings zu wenig weit. Auf Anfrage von Nau.ch kritisiert er – mit Verweis auf die grassierende vierte Welle – das geplante Schutzkonzept. «Der Zibelemärit ist ein beliebtes Event. Personen aus der ganzen Schweiz reisen nach Bern und treffen sich auf engem Raum an der freien Luft.»

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Der Virologe Andreas Cerny ordnet ein. - Screenshot SRF

Er kritisiert scharf: «Das Fehlen von Schutzmassnahmen am diesjährigen Zibelemärit ist aus epidemiologischer Sicht ein Fehler und wird mit Sicherheit zu Ansteckungen führen.» Er empfiehlt den Besuchern, eine Maske zu tragen.

Reportage aus 2019: Der Zibelemärit lockt die Massen nach Bern. - Nau.ch

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