BSC Young Boys

YB: Diese drei Baustellen müssen die Berner angehen

Christoph Böhlen
Christoph Böhlen

Bern,

Es ist eine enttäuschende Saison für YB: Nach dem 1:2 in St.Gallen rückt Europa in weite Ferne – bei den Bernern offenbaren sich drei grosse Baustellen.

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YB erlebt bisher eine Saison zum Vergessen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • YB verliert in St.Gallen mit 1:2 und liegt damit neun Punkte hinter den Espen zurück.
  • Es akzentuieren sich gleich mehrere Baustellen – nicht erst seit gestern.
  • Vor allem braucht YB mehr Stabilität in der Defensive: Wo ist der nächste von Bergen?

Das Aufblühen der Young Boys währt nur kurz: Nach sechs Pflichtspiel-Niederlagen am Stück gewinnen die Berner gegen den FCZ. Auswärts folgt darauf ein unglückliches 1:1 gegen GC.

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YB stolpert auswärts beim FC St.Gallen. - keystone

Doch mit dem 1:2 gegen den FCSG vom Mittwoch ist klar: YB bangt in dieser Saison nicht nur um Europa – sondern im dümmsten Fall auch um die Championship-Group.

VR-Präsident Marcel Brülhart erklärt zuletzt im YB-Podcast, dass man sich neu erfinden müsse. «Wir sind auf dem Weg, aber noch nicht so, wie wir gerne möchten», so Brülhart.

Ungeachtet vom weiteren Saisonverlauf: Diese drei Baustellen muss YB jetzt angehen!

1. Fehlendes Tempo in der Abwehrzentrale

Würde man sich drei Spieler aus dem aktuellen Kader herauspicken, die das grösste YB-Herz mitbringen: Es wären – neben Christian Fassnacht – Loris Benito und Sandro Lauper. Beide haben grosse Verdienste für den Club, an ihrem Engagement gibt es keinen Zweifel.

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Zwei mit viel YB-Herz: Christian Fassnacht und Loris Benito. - keystone

Doch gerade als Duo in der Innenverteidigung wird augenfällig: Die fehlende Geschwindigkeit ist ein Problem. Steht YB zudem auch noch hoch, reicht ein einfacher Ball hinter die Abwehrkette – und die Verteidigung ist ausgehebelt.

Dass man in 24 Spielen bereits bei 48 Gegentoren steht, liegt auch an dieser Verwundbarkeit.

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Gregory Wüthrich kehrte im Sommer zu YB zurück. - keystone

Gregory Wüthrich, als Fels in der Abwehrbrandung zurückgeholt, ist ebenfalls kein «Sprinter». Der schnellste Innenverteidiger wäre noch Tanguy Zoukrou, doch der Franzose ist den Beweis bisher schuldig geblieben, sich nachhaltig durchsetzen zu können.

Fazit: Es ist kein Zufall, fallen die erfolgreichen YB-Jahre in die Zeit von Steve von Bergen und Fabian Lustenberger.

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Findet YB einen neuen Steve von Bergen? - keystone

Eigentlich braucht man einen neuen von Bergen – doch solche Spieler wachsen nicht auf den Bäumen. Gut möglich, dass man im Sommer Geld in die Hand nimmt, um in der Abwehrzentrale nachzulegen.

2. Welche Mittelfeld-Kombination passt?

Im Zentrum hat YB-Coach Gerardo Seoane die Qual der Wahl: Edimilson Fernandes, Armin Gigovic, Rayan Raveloson, Dominik Pech oder auch Sandro Lauper – sie alle bringen den Anspruch auf viel Spielzeit mit. Dazu kommt mit Alvyn Sanches der aktuell beste YB-Spieler.

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Armin Gigovic (links) und Edimilson Fernandes (Mitte). - keystone

Nur: Kaum eine Kombination funktioniert bisher nachhaltig. Fernandes scheint aufgrund seines Renommees gesetzt – doch neben wem?

Bei Raveloson folgen auf eine gute Leistung in der Regel drei schlechte. Armin Gigovic zeigt zuletzt eine Aufwärtstendenz, sitzt aber gegen den FCSG nur auf der Bank. Und Dominik Pechs Einsatzzeit nimmt in diesem Kalenderjahr eher ab als zu.

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Rayan Raveloson weiss bei YB nicht regelmässig zu überzeugen. - keystone

Bei den beiden Spielen gegen den FCZ und GC (3:0 und 1:1) spielt das Duo Fernandes/Gigovic. Gut möglich, dass Seoane gegen Winterthur wieder auf diese Kombination zurückgreifen wird.

Zumindest Raveloson hat gegen den FCSG keine Argumente in eigener Sache geliefert – und fehlt am Samstag gelbgesperrt.

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Dominik Pech kommt zuletzt nur zu Teileinsätzen. - keystone

Fazit: Einen neuen Sechser zu holen, könnte schwierig werden – zumindest dann, wenn keiner der potenziellen Stammspieler geht. Sollte Raveloson den Club in diesem Jahr noch verlassen, könnte YB tätig werden. Ansonsten dürfte dem Trio Fernandes/Gigovic/Pech die Zukunft gehören.

3. Wer trägt das «YB-Gen» in sich?

VR-Präsi Brülhart erklärt im YB-Podcast auch, dass man den Hebel bei der «Identifikation und der Sozialisierung» ansetzen wolle.

Die Gruppenbildung müsse besser werden, man könne nicht mehr darauf vertrauen, dass das von selber passiere. Das liege auch an der Schnelllebigkeit: «Wir wollen kein Durchlauferhitzer sein», so Brülhart.

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Marcel Brülhart, VR-Präsident bei YB. - keystone

Hat YB also ein Problem mit dem «Söldnertum»? Tatsache ist, dass es gleich mehrere Spiele in den letzten Monaten gab, in denen das Team Auflösungserscheinungen zeigte.

Läuft es nicht, fehlt es an Stabilität. Und – zumindest von aussen betrachtet – Am Willen, sich mit aller Vehemenz gegen eine Niederlage zu stemmen.

Das ist kein exklusives YB-Problem. Und es ist wohl kein Zufall, liegen mit dem FC Thun und dem FCSG zwei Teams vorne, bei denen die Identifikation der Spieler mit dem Club besser zu funktionieren scheint.

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Während Thun die Tabelle anführt, kämpft YB um die Top 6. - keystone

Kurzfristig ist diese Baustelle kaum zu lösen, Identifikation lässt sich nicht kaufen. Mittelfristig will YB wieder mehr auf den eigenen Nachwuchs setzen. Dort hat sich seit Fabian Rieder keiner so richtig durchgesetzt.

Fazit: Die Probleme der Berner sind vielschichtig und kaum in diesem Winter zu lösen. Auf die neue Saison hin dürfte man sich bei YB in der Defensive neu aufstellen.

Denn: Schneller werden weder Benito noch Lauper – noch Wüthrich. Ihr YB-Herz ist aber innerhalb des Teams mehr denn je gefragt – sie brauchen Unterstützung.

Kann YB in der kommenden Saison wieder angreifen?

Kommt man in den nächsten Wochen noch in einen «Flow», bleibt man zumindest in den Top 6. Und mit etwas Glück – und etwas Ostschweizer Schützenhilfe im Cup – liegt auch noch Europa drin.

Im «Worst-Case» wird es die Relegation-Group. Doch das würde möglicherweise die Dringlichkeit unterstreichen, die Baustellen nachhaltig anzugehen.

Super League - Super League: Regular Season (12.02.2026)SpSNUTorePkt
1.FC Thun Berner Oberland LogoFC Thun Berner Oberland23175151:2752
2.FC St. Gallen LogoFC St. Gallen23137345:3042
3.FC Lugano LogoFC Lugano24126640:2942
4.FC Basel LogoFC Basel23116636:2739
5.FC Sion LogoFC Sion23851034:2834
6.BSC Young Boys LogoBSC Young Boys2499645:4833
7.Lausanne-Sport LogoLausanne-Sport2378834:3229
8.FC Zürich LogoFC Zürich24812436:4528
9.FC Luzern LogoFC Luzern2469944:4627
10.Servette LogoServette24610840:4726
11.Grasshopper Club Zürich LogoGrasshopper Club Zürich24412833:4520
12.FC Winterthur LogoFC Winterthur23315527:6114
Super League - Super League: Regular Season (12.02.2026)SpPkt
1.FC Thun Berner Oberland LogoFC Thun Berner Oberland2352
2.FC St. Gallen LogoFC St. Gallen2342
3.FC Lugano LogoFC Lugano2442
4.FC Basel LogoFC Basel2339
5.FC Sion LogoFC Sion2334
6.BSC Young Boys LogoBSC Young Boys2433
7.Lausanne-Sport LogoLausanne-Sport2329
8.FC Zürich LogoFC Zürich2428
9.FC Luzern LogoFC Luzern2427
10.Servette LogoServette2426
11.Grasshopper Club Zürich LogoGrasshopper Club Zürich2420
12.FC Winterthur LogoFC Winterthur2314

Kommentare

User #3183 (nicht angemeldet)

Benito und Lauper müssen beide weg.

User #2020 (nicht angemeldet)

Als YB Fan ist der Leidensdruck unglaublich hoch. Bei den YB Spieler und der Sportlichen Leitung fehlt dieser gänzlich.

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