Coronavirus

    Wollen auch Schweizer das Coronavirus mit Ivermectin heilen?

    Carine Meier
    Carine Meier

    Bern,

    Wegen steigenden Zahlen in Österreich gibt es einen Ansturm auf Ivermectin. In Skeptiker-Kreisen gilt das Medikament als Wundermittel gegen das Coronavirus.

    Ivermectin Coronavirus
    Das Medikament Ivermectin dient eigentlich zur Entwurmung von Nutztieren. Gegen das Coronavirus ist das Medikament weder zugelassen noch sehen Experten eindeutige Effekte. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Österreich ist Ivermectin ausverkauft. Kürzlich landete sogar eine Frau im Spital.
    • Das Pferde-Entwurmungsmittel gilt in Skeptiker-Kreisen als Wundermittel gegen Corona.
    • Es gibt auch Schweizer, die das hier nicht zugelassene Medikament importieren wollen.

    In den USA machte das Pferde-Entwurmungsmittel Ivermectin schon zu Beginn des Jahres Schlagzeilen. Dies, weil Menschen es als Wunderheilmittel gegen das Coronavirus einnahmen.

    Mit den steigenden Zahlen in Österreich gibt es nun auch dort einen Ansturm auf das Mittel. In vielen Apotheken ist es inzwischen vergriffen, eine Frau landete nach eine Überdosis sogar auf der Intensivstation.

    Coronavirus
    Ärzte kümmern sich um einen Intensivpatienten mit Coronavirus. (Archivbild) - AFP/Archiv

    Die Impfkritiker erhielten vor allem Aufschwung dank dem Chef der FPÖ, Herbert Kickl. Anfang November stellte dieser das Mittel Ivermectin als «Plan B» zur Corona-Impfung vor. In den sozialen Medien verbreiten sich seither Anbieter, die das angebliche Wundermittel auch in die Schweiz liefern wollen.

    Ivermectin illegal in die Schweiz importiert

    Hier ist dieses nämlich nicht zugelassen, daher importieren es Impf-Skeptiker jetzt aus dem Ausland. Das beunruhigt auch die Schweizerische Arzneimittelbehörde Swissmedic. Anfang November teilte diese mit, dass zwischen Mai und Oktober bereits 51 Sendungen mit Ivermectin vom Zoll beschlagnahmt wurden.

    Ivermectin Coronavirus
    Ein Arzt in der Region Zürichsee hatte während der Pandemie zahlreiche Ivermectin-Tabletten aus Indien importieren lassen (Archiv). - sda - KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA

    «Swissmedic hat keine Kenntnis von Vergiftungen», heisst es jedoch auf Anfrage. Und auch der Schweizerische Apothekerverband Pharmasuisse kann nicht bestätigen, ob jetzt vermehrt Leute in Apotheken nach dem Mittel fragen: «Da Ivermectin bei uns nicht verkauft wird, weil es nicht zugelassen ist, haben wir keine Zahlen zur Nachfrage.»

    Ivermectin nicht wirksam gegen Coronavirus

    Es gibt aktuell keinen wissenschaftlichen Beleg, dass die Einnahme von Ivermectin gegen das Coronavirus hilft. Swissmedic warnt zudem: «Wer Ivermectin unkontrolliert einnimmt, gefährdet seine Gesundheit.»

    Selbst der Arzneimittelhersteller MSD (Merck Sharp & Dohme) sprach sich am Mittwoch gegen die Einnahme von Ivermectin gegen Covid-19 aus. In der Mitteilung hiess es zudem: «Die Corona-Schutzimpfung steht bei der Pandemie-Bekämpfung an erster Stelle. MSD unterstützt alle Massnahmen zu einer höheren Durchimpfungsrate.»

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