Vater von Brandopfer: «Ich will, dass die Wahrheit ans Licht kommt»
Noa (†14) ist das jüngste Brandopfer von Crans-Montana. Sein Vater hält die Trauer kaum aus – und fordert, dass die Wahrheit nun endlich ans Licht kommt.

Das Wichtigste in Kürze
- In der Silvesternacht starben in Crans-Montana 41 Menschen, 115 weitere wurden verletzt.
- Unter den Verstorbenen befindet sich auch der 14-jährige Noa aus Genf.
- Die Trauer zermürbt seinen Vater, er fordert nun endlich Gerechtigkeit.
Xavier Thévenot aus Genf erträgt es nicht mehr. «Bedauernswert» sei es, dass niemand von den Beschuldigten Verantwortung übernehme. Deren Verhalten könne er nicht mehr ertragen.
Der Groll des 60-Jährigen kommt nicht überraschend. Er ist der Vater des 14-jährigen Noa – das jüngste Brandopfer der Katastrophe von Crans-Montana. Gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) schildert Thévenot nun, wie es ihm derzeit ergeht.
An diesem Mittwoch und am kommenden Freitag führt die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis erneut Anhörungen durch.
Der Familienvater steht zusammen mit Noas Halbbruder Paul alleine da. Die Mutter der Kinder starb bereits vor einigen Jahren, wie RTS schreibt. «Ich will, dass die Wahrheit ans Licht kommt», bekräftigt Thévenot.
«Das ist Crans-Montana, die Schweiz. Hier ist es sicher»
Im Walliser Ski-Ort wägte sich die kleine Familie über Neujahr in Sicherheit. «Das ist Crans-Montana, die Schweiz. Hier ist es sicher», schildert Thévenot seine Gedanken. Kurz nach Weihnachten reiste die Familie in eine Ferienwohnung.
Rund 300 Meter davon entfernt: Die Unglücks-Bar «Le Constellation». Er habe zuerst gezögert, Noa mit einem Klassengspändli in die Bar zu lassen.
«So etwas hatte ich ihm zuvor nie erlaubt. Aber ich wusste, wie sehr er sich freuen würde, seine Freunde wiederzusehen.»
Um 1:17 erhielt Thévenot das letzte Lebenszeichen seines Sohnes. «Er schrieb mir, dass er mit seinen Freunden zusammen sei und alles super laufe.» Der 14-Jährige habe darum gebeten, noch etwas länger bleiben zu dürfen.
Um 1:26 bricht das Feuer aus
Um 1:26 bricht im Untergeschoss der Bar ein Feuer aus. Die brennbare Deckenverkleidung sorgt für ein sogenanntes «Flashover»: Es entwickelt sich ein schlagartiger Vollbrand.
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Eine halbe Stunde nach Noas letzter Nachricht sei dessen Halbbruder auf ihn zugekommen, schildert Thévenot. «Papa, Papa, wir müssen zur ‹Constellation›, es gibt ein Problem.»
Vor der Bar angekommen sei er «wie in Trance» gewesen. Schwarzer Rauch verdunkelt die Sicht, Ambulanz und Polizei stehen vor dem Eingang. Er habe Noa überall gesucht und alle gefragt, ob sie ihn gesehen hätten, erzählt Thévenot.
«Ich spürte, dass mein Sohn tot ist»
«Ich spürte, dass mein Sohn tot ist», sagt der Familienvater. «Ich spürte es in meinem Inneren. Ich spürte, wie etwas Starkes mich verlassen hatte.»
Drei Tage später folgt die traurige Bestätigung der Polizei: Noa ist tot. Die Trauer der Familie ist kaum in Worte zu fassen.
«Ich überlebe», sagt Thévenot. Doch das Leben sei nicht mehr dasselbe, das Haus sei leer. «Es ist schrecklich, ein Kind zu verlieren.»





















