Winterthur – Vater: «Kein Terrorist, sondern psychisch krank»
Am Bahnhof in Winterthur kam es am Donnerstagmorgen zu einem Grosseinsatz der Polizei. Ein Mann schrie «Allahu Akbar» und stach auf drei Passanten ein.
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Das Wichtigste in Kürze
- In Winterthur kam es am Donnerstagmorgen zu einem grossen Polizeieinsatz.
- Ein 31-Jähriger rief «Allahu Akbar» und stach auf drei Passanten ein.
- Der Täter – schweizerisch-türkischer Doppelbürger – wurde festgenommen.
- Der Zürcher Regierungsrat Mario Fehr spricht von einem Terror-Akt.
Am Bahnhof Winterthur wurden am Donnerstagmorgen drei Menschen bei einem Messerangriff verletzt. Laut der Kantonspolizei Zürich handelt es sich beim Täter um einen 31-jähriger Schweizer. Zwei Personen wurden mittelschwer und eine schwer verletzt.
Die Verletzten wurden ins Spital gebracht, der Täter wurde festgenommen. Das Motiv wird noch untersucht. Ein terroristischer Akt ist nicht auszuschliessen, der Täter habe mehrmals «Allahu Akbar» geschrien.
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«Mein Sohn ist krank, aber kein Terrorist»
21.20: Nach der schrecklichen Tat in Winterthur hat sich der Vater des Täters zu Wort gemeldet. Gegenüber dem «Blick» sagt er: «Mein Sohn ist kein Terrorist, sondern psychisch krank und braucht Hilfe!» Er wisse nicht, «warum oder wie es passiert ist», so der Vater.
Sein Sohn habe aber früher die An'Nur-Moschee besucht und sich dort radikalisiert, wie auch seine zwei anderen Söhne. «Ich fand die Predigten etwas schwierig. Sie entsprechen nicht meinem Verständnis des Islam. Muslim sein heisst, ein guter Mensch sein.»
Der Täter, der nun drei Menschen mit einem Messer verletzte, habe «keine Ausbildung, keinen Job und auch kein Geld» und werde von der Familie unterstützt.

Der 31-Jährige habe «keine sozialen Kontakte, keine Freundin – das kann nicht gut kommen. Das ist nicht gut für die Psyche.»
Weiter sagt sein Vater: «Seit zehn Jahren macht er nichts und raucht drei, vier Packungen Zigaretten pro Tag. Dabei könnte er in der Schweiz so vieles erreichen. Er ist eigentlich auch ein intelligenter Mann!»
Sein Sohn mache schon seit Jahren «wirre Äusserungen» und verhalte sich «auffällig». «Wir als Familie haben immer wieder versucht, dass er psychologische Hilfe bekommt.»
Nach seiner Rückkehr aus der Türkei habe sich der Zustand des Täters zuletzt verschlechtert. «Deshalb habe ich mich gefreut, als er von sich aus die Polizei anrief und in die Klinik kam. Ich habe gehofft, dass er nun Hilfe bekommt.»
Der Vater hofft, dass nach der Attacke seines Sohnes alle gesund werden. Die Opfer täten ihm leid.
Parmelin: «Ich bin schockiert»
17.05: Am Donnerstagabend äussert sich Bundespräsident Guy Parmelin auf X zum Terror-Akt in Winterthur. Er sei «schockiert über den Terroranschlag heute Morgen in Winterthur».
Ich bin schockiert über den Terroranschlag heute Morgen in Winterthur. Das macht mich tief betroffen. Den drei Verletzten wünsche ich rasche und vollständige Genesung. Und ich danke den Einsatzkräften für ihre Arbeit.
— Guy Parmelin (@ParmelinG) May 28, 2026
Und weiter: «Das macht mich tief betroffen.» Den drei Verletzten wünsche er rasche und vollständige Genesung. Den Einsatzkräften dankt Parmelin für ihre Arbeit.
Bisher läuft kein Strafverfahren durch die Bundesanwaltschaft
16.50: Wie die Bundesanwaltschaft gegenüber «20 Minuten» mitteilt, läuft bisher kein Strafverfahren im Zusammenhang mit den Ereignissen in Winterthur oder gegen den Täter.
Die Bundesanwaltschaft stehe in engstem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, der Kantonspolizei Zürich und den weiteren involvierten Behörden. Das Verfahren leite derzeit die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich. Es sei vorgesehen, dass die Bundesanwaltschaft ab Freitag das Strafverfahren übernimmt.
Winterthur-Täter hat türkische Wurzeln
15.37: Regierungsrat Mario Fehr macht seine Haltung mit klaren Worten deutlich. Er sagt: «Wir wollen solche Leute nicht in der Schweiz. Wir wollen, dass solche Leute die Schweiz verlassen.»
Damit stellt er sich hinter eine konsequente Linie beim Umgang mit Gewalttätern ohne Schweizer Bürgerrecht. Er sagt weiter: «Das war mindestens eine versuchte Tötung, wenn nicht sogar Mord.»
Der Täter wurde in der Schweiz geboren und 2009 eingebürgert. Er ist schweizerisch-türkischer Doppelbürger. 2024 hatte er eine Erneuerung seines Schweizer Passes beantragt. Da er einen Termin nicht wahrnahm, wurde der Pass nicht erneuert.
2024 verliess er die Schweiz und zog mutmasslich in die Türkei.
Zürcher Regierungsrat Mario Fehr spricht von Terror-Akt
15.20: Der 31-jährige Messerangreifer, der am Donnerstag drei Passanten in Winterthur angegriffen und verletzt hat, stammt offenbar aus der islamistischen Szene. Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos) bezeichnet die Tat als «Terrorakt».
Beim Verdächtigen handelt es sich um einen schweizerisch-türkischen Doppelbürger. Er ist polizeilich bekannt: Er war einer der Beschuldigten im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die An'Nur-Moschee in Winterthur.

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Damals wurde er wegen Verstoss gegen das IS-Verbot zur Anzeige gebracht. Der Mann hat psychische Probleme und war auch in der psychiatrischen Klinik.
Noch am Mittwochabend beurteilte ein Arzt den Mann als «ungefährlich».
Der Täter war in der Islamisten-Szene von Winterthur aktiv
14.52: Laut dem SRF verdichten sich die Hinweise, dass der Täter islamistisch radikalisiert war.
Recherchen von SRF zeigen, dass der Name des Mannes erstmals spätestens 2018 in Ermittlungsakten auftrat. Er gehörte damals zur Jugendgruppe der An'Nur-Moschee in Winterthur. Diese Moschee wurde später geschlossen.
Mehrere Mitglieder dieser Gruppe wurden angeklagt und zum Teil verurteilt.
Aus den Akten geht hervor, dass dem Mann damals sogenannte Naschids zugeschickt wurden. Das sind religiöse Lieder, die auch zur Verbreitung von islamistischer und dschihadistischer Propaganda genutzt werden. Dschihadismus bezeichnet eine extremistische Bewegung, die religiös begründete Gewalt befürwortet.

Zudem erhielt er Videos der Terrororganisation «Islamischer Staat» (IS). Der Absender, eine Schlüsselfigur der Winterthurer Dschihadisten-Szene, bezeichnete die Videos als «krass».
Auch die zwei Brüder des Festgenommenen gerieten in der Vergangenheit ins Visier der Ermittler. Beide wurden im Zusammenhang mit Radikalisierung mehrfach auffällig. Laut SRF-Recherchen stammt die Familie ursprünglich aus der Türkei.
Eine gewisse Zeit verbrachte der Mann in einer psychiatrischen Klinik. Er galt als «psychisch gestört», wie aus Informationen zu hören ist. Welche genaue Diagnose vorliegt und wie schwer diese ist, ist nicht bekannt.
Unter welchen Umständen er entlassen wurde, ist offen.
Das sagt Kapo-Mediensprecher Roger Bonetti zum Vorfall
14.28: Nau.ch hat mit Mediensprecher Roger Bonetti von der Kantonspolizei Zürich gesprochen. Bonetti erklärt, was bisher über den Täter, die Opfer und den Tathergang bekannt ist.
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Hier rennt der Täter in Winterthur davon
13.44: Ein Video einer Facebook-Userin zeigt, wie der Täter am Bahnhof in Winterthur davonrennt.
Das geschah am Donnerstagmorgen in Winterthur
11.56: Wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA meldet, wurde kurz vor halb neun ein Mann in den Oberschenkel gestochen. Er wartete auf dem Gleis 3 auf den Zug, als sich die Tat ereignete. Der Täter rannte daraufhin davon.
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Ein Augenzeuge schildert gegenüber Nau.ch die Situation: «Ich stieg aus dem Zug aus und habe gehört, wie einer ‹Allahu Akbar› geschrien hat.» Laut dem Augenzeugen hatte er ein Messer in der Hand. Die Menschen in der Nähe seien «wie Hühner» umhergelaufen.
Der Täter ist Schweizer
Roger Bonetti, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, sagt: «Ein 31-jähriger Schweizer hat etwa um halb neun drei Personen mit einer Stichwaffe verletzt.» Zwei der Personen seien mittelschwerverletzt, die dritte Person sei schwer verletzt.
Die drei verletzten Schweizer seien 28, 43 und 52 Jahre alt, schreibt die Kantonspolizei in einer Medienmitteilung.
Das Tatmotiv ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Kantonspolizei stand nicht alleine im Einsatz. Auch die Stadtpolizei Winterthur, die SBB-Transportpolizei, der Rettungsdienst des Kantonsspitals Winterthur sowie Schutz & Rettung Zürich waren vor Ort.
Die Unterführung des Bahnhofs wurde mittlerweile wieder freigegeben.


















