Ex-Gemeindepräsident sagt zu Brandkatastrophe in Crans-Montana aus
Der frühere Gemeindepräsident von Chermignon, Jean-Claude Savoy, hat am Donnerstag im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Crans-Montana vor der Walliser Staatsanwaltschaft ausgesagt. Damit rückte er von seiner bisherigen Strategie ab, die Aussage zu verweigern.

Savoy, der die Gemeinde Chermignon von 2009 bis 2016 präsidierte, war bereits am 13. Mai erstmals einvernommen worden. Damals machte er von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, da ihm die Akten noch nicht zugänglich gewesen waren. Nach Einsicht in die Unterlagen erklärte er sich nun zur Zusammenarbeit mit den Ermittlern bereit, wie mehrere mit der Untersuchung vertraute Quellen der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigten.
Der ehemalige Gemeindepräsident hatte 2015 die Betriebsbewilligung für die Bar «Le Constellation» mitunterzeichnet. Die Bewilligung war nach Umbauarbeiten erteilt worden, die vom damaligen Betreiber Jacques Moretti veranlasst worden waren. Bei der Gründung der fusionierten Gemeinde Crans-Montana Anfang 2017 gehörte Savoy der Exekutive nicht mehr an.
Als Nächstes soll am 28. Juli der frühere Sicherheitsverantwortliche von Chermignon einvernommen werden. Seine Anhörung war wegen der Verhinderung seines Anwalts um zwei Wochen verschoben worden. Bereits in der vergangenen Woche war der ehemalige Vizepräsident der Gemeinde (2013-2016) von der Staatsanwaltschaft befragt worden.
Nach diesen Einvernahmen dürfte die Staatsanwaltschaft besser beurteilen können, ob weitere Personen formell beschuldigt werden. Derzeit umfasst die Liste der Beschuldigten 15 Personen. Für August sind bislang keine weiteren Anhörungen angesetzt.
Allen Beschuldigten werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Verursachung eines Brandes vorgeworfen. Gegen Jessica Moretti besteht seit ihrer letzten Einvernahme vom 5. Juni zudem der Vorwurf der Urkundenfälschung.
Beim Brand in der Bar «Le Constellation» in der Silvesternacht kamen 41 zumeist junge Menschen ums Leben, 115 wurden teilweise schwer verletzt.










