Ringier zieht die Bilanz für das Corona-Jahr 2020. Besonders hart wurde der Konzern durch den Einbruch im Werbemarkt getroffen.
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Das Ringier-Logo am Gebäude im Zürcher Seefeld. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Auch der Ringier-Konzern leidet unter der Corona-Krise.
  • Dennoch sei der Verlust nicht so schlimm, wie im Vorhinein erwartet.

Die Corona-Pandemie hat auch bei Ringier ihre Spuren hinterlassen: Ein eingebrochener Werbemarkt und gestrichene Sport-Veranstaltungen haben den operativen Gewinn im Jahr 2020 deutlich sinken lassen. Es sei aber weniger schlimm als befürchtet.

«Uns hat es hart getroffen, aber weniger hart als befürchtet, weil das zweite Halbjahr dann doch noch besser war.» So fasste Ringier-Chef Marc Walder das Pandemie-Jahr 2020 an der virtuell durchgeführten Bilanzmedienkonferenz vom Donnerstag zusammen.

Ringier: Einbruch im Werbemarkt

Der operative Gewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) sank im vergangenen Jahr auf 84,4 Millionen Franken. Im Jahr 2019 hatte er noch bei 114,1 Millionen gelegen. Dies entspricht einem Rückgang von 29,7 Millionen Franken. Auch der Umsatz ging deutlich zurück - von 984,8 Millionen auf 953,7 Millionen Franken.

Dafür verantwortlich war einerseits der Einbruch beim Werbemarkt, mit dem auch andere Medienunternehmen zu kämpfen haben. Anderseits litt die Ticketcorner-Besitzerin Ringier besonders darunter, dass keine Veranstaltungen stattfanden. «Ticketcorner erlebte eine Vollbremsung auf null, bis heute», sagte Walder dazu.

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Marc Walder, CEO von Ringier. - Keystone

Auch bei den digitalen Marktplätzen lief es durchzogen, insbesondere auf der Jobplattform Jobscout24. Die wirtschaftliche Unsicherheit liess die Fluktuation bei den Schweizer Unternehmen sinken, was dazu führte, dass viel weniger Stelleninserate publiziert wurden.

Einzelne Ringier-Unternehmen erzielten jedoch gerade wegen der Pandemie höhere Umsätze - etwa Geschenkidee oder der Essenslieferant «Bistro.sk» in der Slowakei, der gemäss Walder mittlerweile Marktführer ist.

Corona-Pandemie kostet zwei Jahre

Ringier konnte zwar einen erheblichen Teil des pandemiebedingten Umsatzverlustes durch Sparmassnahmen auffangen. Die Ebitda-Marge sank im vergangenen Jahr trotzdem von 11,6 auf 8,8 Prozent. Gemäss Walder wird es zwei Jahre dauern, bis Ringier wieder auf dem Profitabilitätsniveau angelangt ist, das vorher geplant war.

Ein gutes Jahr hatte Ringier hingegen, was den Journalismus betrifft, weil die Pandemie ein grosses Informationsbedürfnis auslöste. «Die Plattformen erlebten einen unglaublichen Boost», sagte Walder. Die Zahlen seien massiv nach oben gegangen, auch jene der zahlenden Leserinnen und Leser. Walder will diese guten Zahlen nun unbedingt oben halten, auch wenn Corona dereinst vorbei ist.

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