Nach Crans-Inferno: Familie fordert 56 Mio. Franken Schadenersatz
Ein Clubbesuch wurde zum Albtraum: Zwei Geschwister überlebten den Brand in Crans-Montana nur knapp – mit lebenslangen Folgen. Jetzt fordern sie Schadenersatz.

Das Wichtigste in Kürze
- Unter den schwer Verletzten nach der Brandtragödie in Crans-Montana sind zwei Geschwister.
- Die Schwester gerät in die Flammen, ihr Bruder rettet sie und wird selbst schwer verletzt.
- Nun vermeldet die ganze Familie: Sie will insgesamt 56 Millionen Franken Schadenersatz.
Zwei Geschwister aus dem Kanton Waadt haben ihre Schadenersatz-Forderungen nach dem Brand in «Le Constellation» eingereicht. Die Familie verlangt insgesamt 56 Millionen Franken von den Verantwortlichen.
Die 18-Jährige und ihr 25-jähriger Bruder überlebten das Feuer, so der «Blick», mit schweren Verletzungen. Am Neujahrstag, kurz nach Mitternacht, trafen die beiden im Club ein. Eine Stunde später kämpften sie ums Überleben.
Was ist passiert?
Die junge Frau observierte zunächst Kellner, die an ihrem Tisch Champagnerflaschen mit brennenden Wunderkerzen servierten.
Allmählich hörte sie ein Geräusch und sah Flammen an der Decke, dann ging alles ganz schnell. Gemäss Berichten, die dem «Blick» vorliegen, schrie die 18-Jährige: «Es brennt!» Ihr Bruder schob sie sofort Richtung Ausgang.
Auf der Treppe vom Keller nach oben war die Frau in der Menschenmenge gefangen. Alles, was sie sah, war oranges Licht: Sie glaubte, sterben zu müssen. Eine «Feuerwalze» überrollte sie und ein Teil ihrer Haare war verbrannt, wie sie später bemerkte.
Ihr Bruder schob sie durch das Gedränge nach draussen. Dabei erlitt er schwere Verbrennungen im Nacken, am Rücken und an den Händen. Im Erdgeschoss brach er zusammen und wurde ohnmächtig. Erst vor dem Club kam er wieder zu sich.
Forderung von 25 Millionen
Die Schwester erlitt Verbrennungen an 10 Prozent ihres Körpers und musste mehrfach operiert werden. Sie fordert eine Viertelmillion Franken von Jacques und Jessica Moretti sowie weiteren Verantwortlichen. Unter anderem auch vom Gemeindepräsidenten Nicolas Féraud.
Die Schülerin begründet ihre Forderung mit der erlebten Todesangst und dem Verlust enger Freunde. Sie leide «unter starken Ängsten und grossen Schwierigkeiten, wieder ein normales soziales Leben aufzunehmen», erklärt sie laut Blick.
Er kämpft mit lebenslangen Folgen
Ihr Bruder wurde mit Verbrennungen an 30 Prozent seines Körpers ins Spital eingeliefert. Er musste sofort intubiert und für mehrere Tage ins künstliche Koma versetzt werden. Sein Leben war in Gefahr.
Nacheinander verlegte man ihn nach Zürich, Luzern und ins Unispital Lausanne. Er erhielt mehrere chirurgische Eingriffe und Hauttransplantationen.
Der junge Mann ist zu 100 Prozent arbeitsunfähig und auf ständige Rehabilitation angewiesen. Auch er fordert 25 Millionen Franken Schadenersatz.
«Die Schäden, die ich erlitten habe, stehen in direktem Zusammenhang mit dem Brand. Was ich erlebt habe, verfolgt mich bis heute», so der 25-Jährige laut Blick.
Die Eltern fordern jeweils 2,5 Millionen Franken wegen psychischer Belastung, Reisekosten und beruflicher Ausfälle. Ein weiterer Bruder verlangt eine Million Franken für die Auswirkungen auf sein Studium und die Familie.





















