Schneider (GLP BL): «Sicher unterwegs statt zurück in Vergangenheit»
Die heutige Begegnungszone auf der Sichternstrasse ist nicht perfekt. Aber sie ist besser als die frühere Situation, so Domenic Schneider (GLP) im Gastbeitrag.

Ich wohne in unmittelbarer Nähe der Sichternstrasse und bin dort fast täglich unterwegs. Zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem Auto. In den vergangenen Monaten habe ich mir sogar bewusst Zeit genommen und die Situation mehrfach beobachtet.
Was ich gesehen habe, war nicht Chaos. Nicht Unsicherheit. Nicht gefährliche Situationen. Im Gegenteil.
Die Verkehrsteilnehmenden nehmen heute deutlich mehr Rücksicht aufeinander als früher. Der Verkehr ist ruhiger geworden. Langsamer. Aufmerksamer. Genau das war das Ziel der Begegnungszone.
Früher wurde auf diesem Abschnitt oft deutlich zu schnell gefahren. Gerade talwärts Richtung Bahnhof. Heute ist die Situation entspannter. Für Fussgängerinnen und Fussgänger. Für Velofahrende. Für Kinder. Und übrigens auch für viele Autofahrende.

Trotzdem soll nun mit einer Initiative ein grosser Teil dieser neuen Verkehrsführung wieder rückgängig gemacht werden. Das verstehe ich nicht.
Denn selbst Polizei, Stadtrat, Bau- und Planungskommission sowie sämtliche Fraktionen des Einwohnerrates kommen zum gleichen Schluss. Die heutige Begegnungszone funktioniert grundsätzlich gut.
Die Sicherheit hat sich verbessert. Die wenigen echten Schwachstellen wurden erkannt und bereits entschärft. Und trotzdem soll nun für mindestens 300’000 Franken zurückgebaut werden.
Für ein Projekt also, das die Situation nach meiner Überzeugung nicht verbessert, sondern verschlechtert.
Gerade der heutige Ansatz mit Tempo 20 sorgt dafür, dass die Menschen wieder stärker aufeinander achten. Nicht jeder pocht permanent auf seinen Vortritt. Genau diese gegenseitige Rücksichtnahme macht die Situation heute sicherer.
Wer glaubt, ein Fussgängerstreifen allein löse alle Probleme, macht es sich zu einfach. Sicherheit entsteht nicht nur durch Markierungen auf dem Asphalt.
Sicherheit entsteht vor allem durch tiefere Geschwindigkeiten, Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksicht. Mich beschäftigt bei dieser Initiative aber noch etwas anderes.
Wir erleben zunehmend, dass einzelne Gruppen ihre persönlichen Vorstellungen immer und immer wieder durchsetzen wollen. Selbst dann, wenn demokratische Entscheide längst gefällt wurden. Selbst dann, wenn Fachleute, Polizei und Behörden zu klaren Ergebnissen kommen.
Eine Stadt funktioniert aber nur dann gut, wenn wir bereit sind, die Gesamtsituation anzuschauen und auch neue Lösungen zu akzeptieren.
Die heutige Begegnungszone auf der Sichternstrasse ist nicht perfekt. Aber sie ist klar besser als die frühere Situation.
Darum stimme ich am 14. Juni Nein zur unnötigen Initiative.
Zum Autor
Domenic Schneider (*1967) ist Einwohnerrat und Bürgerrat in Liestal sowie Präsident der GLP Sektion Liestal – Pratteln und Vizepräsident der GLP Basel-Landschaft. Er arbeitet bei einem Fachverband als Verantwortlicher im Bereich Distribution und wohnt mit seiner Familie in Liestal.











