Drei Monate nach Brand: Crans-Montana leidet unter Umsatzrückgängen

    Elena Hatebur
    Elena Hatebur

    Crans-Montana,

    Crans-Montana hat zum Alltag zurückgefunden – zumindest auf den ersten Blick. Hinter den Kulissen kämpft der Ort weiterhin mit den wirtschaftlichen Folgen.

    sf
    Die Brandkatastrophe wirkt sich bis heute auf den Ferienort Crans-Montana aus. - X/@Tyroneking36852

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei der Brand-Tragödie in Crans-Montana starben 41 Menschen, 116 wurden verletzt.
    • Seither leiden die Läden und Restaurants unter den wirtschaftlichen Folgen.
    • Die Hotellerie verzeichnete Rückgänge von minus 12 und minus 13 Prozent.

    Drei Monate nach der Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana ist der weltbekannte Skiort zum Alltagstreiben zurückgekehrt. Die Pisten werden präpariert, die Lifte laufen, die Menschen gehen ihrer Arbeit nach.

    Es ist ruhig geworden. Fast zu ruhig.

    Nach der Tragödie mit 41 Verstorbenen und über 100 Verletzten kämpft der sonst so lebendige Ferienort nicht nur emotional. Auch die wirtschaftlichen Folgen bereiten Sorgen.

    Denn seit der Silvesternacht gilt der Blick vieler Besucher nicht mehr den Hotels, Restaurants oder Boutiquen. Er wandert immer wieder zum Unglücksort: Zur Bar «Le Constellation», wie SRF berichtet.

    Der Blick bleibt am Unglücksort hängen

    Unternehmer Patrick Saegesser blickt auf schwere Wochen zurück. Sein Uhrengeschäft liegt direkt gegenüber des Ortes, an dem sich die Tragödie abgespielt hat. Die Zeit seit Silvester sei schwierig gewesen – emotional wie wirtschaftlich.

    «Bis am 31. Dezember hatte ich eine gute Saison. Ab dem 1. Januar herrschte Stillstand», sagt er gegenüber SRF.

    An seinem Schaufenster geht der Blick der Passanten inzwischen oft vorbei.

    Ähnlich ergeht es Milan Kalajdzic, dessen Familie gleich vier Restaurants im Ort betreibt. Der Einbruch ist spürbar: Seit Neujahr verzeichnet er einen Umsatzrückgang von rund zehn Prozent.

    «Wir sind etwas paranoid geworden»

    Noch schwerer als die wirtschaftlichen Einbussen wiegt die Unsicherheit. «Wir sind etwas paranoid geworden», sagt der Restaurantbesitzer. Er habe seine Mitarbeitenden neu geschult und den Brandschutz in allen Betrieben überprüft.

    Auch Tourismusdirektor Bruno Huggler bestätigt die angespannte Lage. Besonders die Hotellerie habe es hart getroffen. «Im Januar und Februar lag der Rückgang bei minus 12 und minus 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.»

    Könntest du es dir vorstellen, jetzt Ferien in Crans-Montana zu machen?

    Und der Blick nach vorne bleibt vorsichtig. Bei einigen mache sich eine leise Hoffnungslosigkeit breit. «Sie fragen sich: Wie geht es weiter?», so Huggler.

    Spagat zwischen Anteilnahme und Normalität

    Im Luxushotel Six Senses zeigt sich die Situation aus einer anderen Perspektive. Hoteldirektor Jean-Yves Blatt spricht von einem Spagat zwischen Anteilnahme und dem Versuch, Urlaubsstimmung zu bieten.

    Man habe versucht, «die bedrückte Stimmung im Dorf etwas zu kaschieren».

    Ob das gelingt? Stornierungen habe es zwar gegeben, räumt Blatt ein. Doch aus wirtschaftlicher Sicht stelle derzeit der Iran-Krieg die grössere Herausforderung dar.

    Mehr zum Thema:

    Weiterlesen

    feuer
    Friedhofs-Irrtum
    Verletzte Todesopfer
    29 Interaktionen
    Sprachbarriere
    crans-montana
    23 Interaktionen
    Gründe unklar
    Quickline
    18 Interaktionen
    Tipps für den Alltag

    MEHR IN NEWS

    binance
    Washington
    dia de los muertos
    Mexiko-Stadt
    1 Interaktionen
    Zürich

    MEHR AUS CRANS-MONTANA

    Crans-Montana
    4 Interaktionen
    Crans-Montana VS
    moretti
    234 Interaktionen
    Psychisch zu labil
    Crans-Montana
    Brandkatastrophe
    Franz Ruppen
    31 Interaktionen
    Sitten