Drei Monate nach Brand: Crans-Montana leidet unter Umsatzrückgängen
Crans-Montana hat zum Alltag zurückgefunden – zumindest auf den ersten Blick. Hinter den Kulissen kämpft Der Ort weiterhin mit den wirtschaftlichen Folgen.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei der Brand-Tragödie in Crans-Montana starben 41 Menschen, 116 wurden verletzt.
- Seither leiden die Läden und Restaurants unter den wirtschaftlichen Folgen.
- Die Hotellerie verzeichnete Rückgänge von minus 12 und minus 13 Prozent.
Drei Monate nach der Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana ist der weltbekannte Skiort zum Alltagstreiben zurückgekehrt. Die Pisten werden präpariert, die Lifte laufen, die Menschen gehen ihrer Arbeit nach.
Es ist ruhig geworden. Fast zu ruhig.
Nach der Tragödie mit 41 Verstorbenen und über 100 Verletzten kämpft der sonst so lebendige Ferienort nicht nur emotional. Auch die wirtschaftlichen Folgen bereiten Sorgen.
Denn seit der Silvesternacht gilt der Blick vieler Besucher nicht mehr den Hotels, Restaurants oder Boutiquen. Er wandert immer wieder zum Unglücksort: Zur Bar «Le Constellation», wie SRF berichtet.
Der Blick bleibt am Unglücksort hängen
Unternehmer Patrick Saegesser blickt auf schwere Wochen zurück. Sein Uhrengeschäft liegt direkt gegenüber des Ortes, an dem sich die Tragödie abgespielt hat. Die Zeit seit Silvester sei schwierig gewesen – emotional wie wirtschaftlich.
«Bis am 31. Dezember hatte ich eine gute Saison. Ab dem 1. Januar herrschte Stillstand», sagt er gegenüber SRF.
An seinem Schaufenster geht der Blick der Passanten inzwischen oft vorbei.
Ähnlich ergeht es Milan Kalajdzic, dessen Familie gleich vier Restaurants im Ort betreibt. Der Einbruch ist spürbar: Seit Neujahr verzeichnet er einen Umsatzrückgang von rund zehn Prozent.
«Wir sind etwas paranoid geworden»
Noch schwerer als die wirtschaftlichen Einbussen wiegt die Unsicherheit. «Wir sind etwas paranoid geworden», sagt der Restaurantbesitzer. Er habe seine Mitarbeitenden neu geschult und den Brandschutz in allen Betrieben überprüft.
Auch Tourismusdirektor Bruno Huggler bestätigt die angespannte Lage. Besonders die Hotellerie habe es hart getroffen. «Im Januar und Februar lag der Rückgang bei minus 12 und minus 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.»
Und der Blick nach vorne bleibt vorsichtig. Bei einigen mache sich eine leise Hoffnungslosigkeit breit. «Sie fragen sich: Wie geht es weiter?», so Huggler.
Spagat zwischen Anteilnahme und Normalität
Im Luxushotel Six Senses zeigt sich die Situation aus einer anderen Perspektive. Hoteldirektor Jean-Yves Blatt spricht von einem Spagat zwischen Anteilnahme und dem Versuch, Urlaubsstimmung zu bieten.
Man habe versucht, «die bedrückte Stimmung im Dorf etwas zu kaschieren».
Ob das gelingt? Stornierungen habe es zwar gegeben, räumt Blatt ein. Doch aus wirtschaftlicher Sicht stelle derzeit der Iran-Krieg die grössere Herausforderung dar.

















