Studie

    Lockdown halbierte Nutzung des Öffentlichen Verkehrs

    Keystone-SDA
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    Neuchâtel,

    Die Schweizer waren wegen dem Coronavirus im Schnitt ein Drittel weniger unterwegs. Im ÖV nahmen die Distanzen um 52 Prozent ab.

    Coronavirus öffentlicher Verkehr
    Menschen warten in Bern auf den Bus. - Intervista/Nau.ch

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die ÖV-Nutzung ist in der Schweiz mit dem Coronavirus um die Hälfte zurückgegangen.
    • Zu Fuss und auf dem Velo blieben die absolvierten Wege praktisch konstant.
    • Dies zeigt eine Bevölkerungsbefragung des Bundes zur Mobilität und zum Verkehr.

    Wegen Covid-19 waren Schweizerinnen und Schweizer um knapp ein Drittel weniger unterwegs. Im Öffentlichen Verkehr (ÖV) ging die Nutzung sogar auf die Hälfte zurück. Das zeigte ein Vergleich zwischen Januar/Februar 2021 mit der Zeit vor der Pandemie.

    Im Privatverkehr nahm die durchschnittlich zurückgelegte Tagesdistanz nur um 27 Prozent ab, während ÖV-Distanzen um 52 Prozent abnahmen.

    Konstant zu Fuss und auf dem Velo

    Zu Fuss und auf dem Velo blieben die absolvierten Wege praktisch konstant. Dies geht aus einer Sonderauswertung der Daten des Mikrozensus (Bevölkerungsbefragung) Mobilität und Verkehr (MZMV) hervor. Dies haben das Bundesamt für Statistik (BFS) und das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) zusammen erstellt.

    wandern
    Spazieren war in den Pandemiewochen Anfang Jahr die einzige Fortbewegungsart, die vermehrt ausgeübt wurde. Ansonsten war man in der Schweiz deutlich weniger unterwegs: Im Auto gingen die zurückgelegten Distanzen um ein Viertel, im ÖV sogar um die Hälfte zurück (Archivbild). - sda - Keystone/PETER SCHNEIDER

    Durchschnittlich legten die Anfang 2021 befragten Personen täglich 21,8 km zurück, wobei nur die Strecken im Inland berücksichtigt wurden. Die mittlere Tagesdistanz pro Person war damit 9,8 km oder 31 Prozent kürzer als in der gleichen Periode des Vorjahres. Besonders stark verkürzt haben sich mit minus 39 Prozent die Tagesdistanzen der 18- bis 24-Jährigen. Grund dafür dürften gemäss BFS die geschlossenen Freizeiteinrichtungen und die Fernunterrichts-Pflicht an den Hochschulen gewesen sein.

    Der Untersuchungszeitraum beschränkte sich aus Gründen der Datenverfügbarkeit auf die acht Pandemiewochen zwischen dem 10. Januar und dem 6. März 2021, also ungefähr auf die Zeit des «zweiten Lockdowns». Verglichen wurden die Daten mit der entsprechenden Vorjahresperiode, als sich die Covid-19-Pandemie hierzulande noch kaum auf die Mobilität ausgewirkt hatte.

    Es wurde mehr spaziert

    Die Freizeitaktivitäten verlagerten sich in den beobachteten Pandemiewochen Richtung nicht-sportliche Aussenaktivitäten, namentlich Spaziergänge: Die dabei zurückgelegten Wege vergrösserten sich um mehr als die Hälfte. Gesamthaft wurden aber für Freizeit-Beschäftigungen 34 Prozent weniger Strecken zurückgelegt. Die Freizeit blieb mit 38 Prozent der wichtigste Grund für die Fortbewegung. Dies, obwohl der Rückgang stärker war als bei Arbeitswegen (minus 27 Prozent).

    SBB
    Mit der Strategie «Bahn 2050» soll auch der Bahnanteil am Gesamtverkehr gesteigert werden. Doch dafür brauche es noch einige Schritte, erklärt die SBB. - Keystone

    Auffallend ist, dass trotz Teil-Ladenschliessungen und vermehrtem Online-Shopping die zurückgelegten Einkaufsdistanzen sich in der Pandemie kaum verringert haben.

    Die Hälfte der Befragten haben Anfang 2021 zumindest einen Teil ihrer Arbeit von zu Hause aus erledigt. Dies während der partiellen Home-Office-Pflicht. Ein Jahr davor - also vor der Pandemie - waren es gemäss BFS aber auch schon 38 Prozent gewesen.

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