Gericht

Gericht stoppt Blochers Neutralitäts-Zeitung

Belinda Schwenter
Belinda Schwenter

Bern,

Die französische Version der Abstimmungszeitung zur Neutralitätsinitiative des Ja-Komitees muss angepasst werden. Dies hat ein Berner Zivilgericht entschieden.

Chrisoph Blocher
Christoph Blocher ist Urheber der Neutralitätsinitiative. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Abstimmungszeitung des Ja-Komitees der Neutralitätsinitiative landet in diesen Tagen in den Briefkästen.
  • Doch das Blatt muss angepasst werden – zumindest auf Französisch.
  • Ein Berner Zivilgericht beurteilt eine Aussage darin als widerrechtlich.

Am 27. September stimmt das Schweizer Volk über die Neutralitätsinitiative ab. Und damit wird entschieden, ob die «immerwährende und bewaffnete» Neutralität mit einem neuen Verfassungsartikel verankert werden soll.

Einer der Urheber der Initiative ist alt Bundesrat Christoph Blocher. Die Organisation Pro Schweiz koordinierte die Unterschriftensammlung und nun auch den Abstimmungskampf. Unterstützt wird das Volksbegehren von der SVP und einzelnen Vertreterinnen und Vertretern von Mitte-Links.

Wie stimmst du bei der Neutralitätsinitiative?

Das Ja-Komitee versendet in diesen Tagen eine Abstimmungszeitung in die ganze Schweiz. Über vier Millionen Exemplare landen in den Briefkästen.

Im Blatt legen zahlreiche Befürworterinnen und Befürworter der Initiative ihre Argumente dar.

«Grüne und Linke sagen Ja»

Mit der Wahrheit nimmt es die Abstimmungszeitung aber nicht ganz so genau. Auf der letzten Seite heisst es nämlich: «Grüne und Linke sagen Ja». In der französischen Version lautet der Vermerk «La gauche et les Verts disent oui».

Die Grünen, die ein Nein zur Initiative fordern, wollten dies nicht so hinnehmen. Sie gingen damit vor ein Zivilgericht in Bern.

Friedenstaube
Die Neutralitätsinitiative fordert eine striktere Neutralitätspraxis der Schweiz. (Symbolbild) - keystone

Dieses Gericht hat nun superprovisorisch entschieden: Die französischsprachige Version ist widerrechtlich und sofort anzupassen, wie «20 Minuten» berichtet.

Hintergrund dürfte laut der Zeitung sein, dass die Formulierung «Les Verts» identisch mit dem Parteinamen verstanden werden könnte. «Linke und Grüne» hingegen könnten auch als ideologische Gruppe verstanden werden.

Kommentare

User #5607 (nicht angemeldet)

Auch die deutsche Version müsste man anpassen, die ist nämlich auch alles Andere als neutral.

User #5087 (nicht angemeldet)

Er will sich unbedingt noch ein Denkmal setzten, vermutlich weil es sonst niemand tun wird 🪦

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