Bankier Pierre Mirabaud muss wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht
Der ehemalige Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, Pierre Mirabaud, muss sich Anfang September vor dem Bundesstrafgericht verantworten. Er soll dem früheren Generaldirektor der staatlichen Sozialversicherungsbehörde (PIFSS) von Kuwait unzulässige Rückvergütungen in Höhe von 82 Millionen Franken angeboten haben.

Im Gegenzug soll der hochrangige Beamte einen Teil der PIFSS-Gelder, nämlich eine halbe Milliarde Dollar, bei der Genfer Privatbank Mirabaud angelegt haben. Dies geht aus Informationen hervor, die von «24 Heures», der «Tribune de Genève» und der Online-Plattform «Gotham City» veröffentlicht wurden.
Laut der Anklageschrift, die auch der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vorliegt, wurde das Strafverfahren 2021 von der Bundesanwaltschaft (BA) eingeleitet. Neben der Bestechung eines ausländischen Amtsträgers wird dem heute 77-jährigen Genfer Bankier auch ein schwerer Fall von Geldwäscherei vorgeworfen. Die Bundesanwaltschaft beantragt eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten auf Bewährung.
Auf Mirabauds Antrag wird der Fall im vereinfachten Verfahren von einem Einzelrichter beurteilt werden. Mirabaud hat die Taten, die sich zwischen 2000 und 2012 ereigneten, gestanden. Zudem zahlte er dem PIFSS eine Entschädigung in Höhe von 42 Millionen Franken.
Die kuwaitische öffentliche Einrichtung PIFSS ist eine Sozialversicherung ähnlich der AHV/IV, die Einkommensverluste aufgrund von Alter, Invalidität oder Tod (für Hinterbliebene) abdeckt.














