E-Mails während Kurzarbeit: Messe Luzern muss 1,5 Mio. zurückzahlen
Die Messe Luzern muss einen Grossteil der in der Coronapandemie erhaltenen Entschädigungen an den Bund zurückzahlen – weil Mitarbeiter E-Mails schrieben.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Messe Luzern AG muss 1,5 Millionen Franken an Coronageldern an den Bund zurückzahlen.
- Dies, weil Mitarbeitende während der Kurzarbeit E-Mails über das Geschäftskonto schrieben.
- Das Seco wertet dies als Arbeit, was während der Kurzarbeit verboten ist.
In der Geschäftsrechnung 2025 der Messe Luzern AG ist ein Verlust von 1,2 Millionen Franken verbucht. Dies, obwohl der Umsatz um knapp 13 Millionen Franken gewachsen ist.
Die Messe Luzern war eines von 167'000 Unternehmen, das während der Corona-Pandemie Kurzarbeitsentschädigungen bezog.
In einer Routinekontrolle des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) kamen nun Fehler des Unternehmens zum Vorschein – mit schweren Folgen.
Vor rund einem Jahr erschienen Spezialisten des Seco bei der Luzerner Messe zur Überprüfung allfälliger Unregelmässigkeiten beim Bezug der Kurzarbeitsgelder.
«Überzeugt, alles richtig gemacht zu haben.»
Gegenüber der «Luzerner Zeitung» sagt Geschäftsführer Markus Lauber: «Wir waren überzeugt, alles richtig gemacht zu haben.»
Dem war jedoch nicht so. Bei den Stichproben kam zum Vorschein, dass einige Mitarbeitende während der Kurzarbeit E-Mails über ihr Geschäftskonto verschickt hatten. Gemäss den Seco-Spezialisten gilt dies als Arbeit.
Messe Luzern muss 1,5 Millionen Franken zurückzahlen
Da dies während der Kurzarbeit nicht erlaubt ist, folgt ein ernüchternder Entscheid: Die Messe Luzern muss 1,5 Millionen Schweizer Franken an den Bund zurückzahlen – fast der gesamte Betrag, der bezogen wurde.
Nur die Bezüge zwischen März und Juli 2020 sind verjährt und somit nicht betroffen.
«Unsere Arbeitsrapportierung wurde als mangelhaft und nicht kontrollierbar eingestuft», sagt Markus Lauber. Er streitet den Versand der E-Mails während der Kurzarbeit nicht ab. Dies als Arbeit zu bezeichnen, sieht er jedoch nicht ein.
An acht Prozent der Tage wurden Mails versendet
«Wir organisierten beispielsweise virtuelle Kaffeerunden, um den Kontakt mit den Mitarbeitenden aufrecht zu erhalten», so Lauber. Der Bund habe sich jedoch nicht die Inhalte der Mails, sondern nur deren Anzahl angeschaut: An acht Prozent der Tage sei gemailt worden.
Die Einsprache gegen den Entscheid wies das Seco ab. Auf einen Weiterzug an das Bundesverwaltungsgericht verzichtet das Unternehmen. «Wir erachten diesen Schritt als chancenlos», so Lauber.
«Wir verlieren den Ertrag von fünf Jahren»
Ohne den Entscheid hätte die Messe Luzern AG das Geschäftsjahr 2025 mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Nun sieht es anders aus: «Wir verlieren den Ertrag von fünf Jahren, das ist eine grosse Belastung», sagt Lauber.
Die Messe Luzern müsse Abstriche machen, Investitionen verschieben und sei in der Handlungsfähigkeit eingeschränkt.
Gemäss einer Sprecherin habe das Seco bis heute 231 Millionen Franken an Corona-Kurzarbeitsgeldern zurückgefordert, so die Zeitung. Weitere 1418 Kontrollen stünden noch aus.

















