Coronavirus

    So flog Fischers gefälschtes Covid-Zertifikat bei Behörde auf

    Simon Ulrich
    Simon Ulrich

    Chur,

    Die Behörden fanden mehrere Anträge mit angeblichen Impfungen aus Deutschland. Auch der Fall des Ex-Nati-Trainers landete danach bei der Staatsanwaltschaft.

    Fischer
    Patrick Fischer ist bei weitem nicht der Einzige, der im Zusammenhang mit einem gefälschten Corona-Zertifikat verurteilt wurde. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Patrick Fischers gefälschtes Covid-Zertifikat stammte laut Behörden aus Graubünden.
    • Auslöser war keine Razzia, sondern ein Hinweis des Gesundheitsamts.
    • Angebliche Impfnachweise einer deutschen Praxis stimmte die Behörde misstrauisch.

    Das gefälschte Covid-Zertifikat des früheren Eishockey-Nationaltrainers Patrick Fischer stammte aus Graubünden. Das bestätigt Bruno Ulmi Stuppani, Leitender Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Graubünden, gegenüber der «Südostschweiz». Der Fall sei den Behörden bekannt.

    Eine deutsche Praxis liess die Sache auffliegen

    Laut Stuppani wurde Fischer aber nicht durch eine Razzia gegen einen Fälscherring überführt. Von kriminellen Organisationen aus Graubünden, die systematisch mit gefälschten Zertifikaten gehandelt hätten, sei der Staatsanwaltschaft nichts bekannt. Auslöser war vielmehr eine Verzeigung des Gesundheitsamts Graubünden.

    Die Covid-Zertifikate mussten im Kanton bei der Kommunikationsstelle Coronavirus beantragt werden. Dafür brauchte es einen Impfnachweis mit Stempel der Arztpraxis.

    Den Behörden fiel auf, dass bei mehreren Anträgen Impfungen von einer deutschen Praxis bestätigt worden sein sollen. Eine Nachfrage dort ergab laut Stuppani, dass die Praxis diese Bestätigungen nicht ausgestellt hatte.

    Nicht nur Fischer geriet ins Visier der Justiz

    Der Fall Fischer wurde an die Staatsanwaltschaft Luzern weitergeleitet, weil Fischer dort wohnte. Er war aber kein Einzelfall.

    In Graubünden wurden laut Ulmi Stuppani wegen gefälschter Covid-Zertifikate «einige Dutzend Einzelpersonen» belangt. Meist wurden Geldstrafen ausgesprochen.

    Trübt die Entlassung von Patrick Fischer deine Vorfreude auf die Heim-WM?

    Auch Fischer wurde von den Luzerner Behörden per Strafbefehl wegen Urkundenfälschung verurteilt. Kurz nach Bekanntwerden der Verurteilung trennte sich der Schweizerische Eishockeyverband von ihm.

    Hinweise, dass in Graubünden auch Ärzte wegen falscher Impfnachweise belangt wurden, gibt es laut Ulmi Stuppani nicht.

    Kommentare

    User #1740 (nicht angemeldet)

    Fischer ist ein fieser Betrüger und kein Vorbild für eine Führungsposition....;-)))

    User #3407 (nicht angemeldet)

    Schade um den Trainer-Award - den hätte Sundhage auch verdient.

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