So flog Fischers gefälschtes Covid-Zertifikat bei Behörde auf
Die Behörden fanden mehrere Anträge mit angeblichen Impfungen aus Deutschland. Auch der Fall des Ex-Nati-Trainers landete danach bei der Staatsanwaltschaft.

Das Wichtigste in Kürze
- Patrick Fischers gefälschtes Covid-Zertifikat stammte laut Behörden aus Graubünden.
- Auslöser war keine Razzia, sondern ein Hinweis des Gesundheitsamts.
- Angebliche Impfnachweise einer deutschen Praxis stimmte die Behörde misstrauisch.
Das gefälschte Covid-Zertifikat des früheren Eishockey-Nationaltrainers Patrick Fischer stammte aus Graubünden. Das bestätigt Bruno Ulmi Stuppani, Leitender Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Graubünden, gegenüber der «Südostschweiz». Der Fall sei den Behörden bekannt.
Eine deutsche Praxis liess die Sache auffliegen
Laut Stuppani wurde Fischer aber nicht durch eine Razzia gegen einen Fälscherring überführt. Von kriminellen Organisationen aus Graubünden, die systematisch mit gefälschten Zertifikaten gehandelt hätten, sei der Staatsanwaltschaft nichts bekannt. Auslöser war vielmehr eine Verzeigung des Gesundheitsamts Graubünden.
Die Covid-Zertifikate mussten im Kanton bei der Kommunikationsstelle Coronavirus beantragt werden. Dafür brauchte es einen Impfnachweis mit Stempel der Arztpraxis.
Den Behörden fiel auf, dass bei mehreren Anträgen Impfungen von einer deutschen Praxis bestätigt worden sein sollen. Eine Nachfrage dort ergab laut Stuppani, dass die Praxis diese Bestätigungen nicht ausgestellt hatte.
Nicht nur Fischer geriet ins Visier der Justiz
Der Fall Fischer wurde an die Staatsanwaltschaft Luzern weitergeleitet, weil Fischer dort wohnte. Er war aber kein Einzelfall.
In Graubünden wurden laut Ulmi Stuppani wegen gefälschter Covid-Zertifikate «einige Dutzend Einzelpersonen» belangt. Meist wurden Geldstrafen ausgesprochen.
Auch Fischer wurde von den Luzerner Behörden per Strafbefehl wegen Urkundenfälschung verurteilt. Kurz nach Bekanntwerden der Verurteilung trennte sich der Schweizerische Eishockeyverband von ihm.
Hinweise, dass in Graubünden auch Ärzte wegen falscher Impfnachweise belangt wurden, gibt es laut Ulmi Stuppani nicht.















