Schneemangel: Tessiner Skigebiete kämpfen ums Überleben – Kurzarbeit
Im Tessin gibt es in diesem Winter ausserordentlich wenig Schnee. Das belastet die Skigebiete. Wegen der prekären Situation denken sie über Kurzarbeit nach.

Das Wichtigste in Kürze
- Den Tessiner Skigebieten fehlt in diesem Winter der Schnee.
- Nun denken die Betreibenden sogar schon über Kurzarbeit für die Mitarbeitenden nach.
- Denn die Gebiete sind nur teilweise offen – und es kommen zu wenig Gäste.
Die Tessiner Skigebiete kämpfen mit Schneemangel.
In Carì in der Leventina setzt sich die Direktion bereits mit dem Thema Kurzarbeit auseinander.
Im Vergleich mit dem langjährigen Mittelwert ist die Schneehöhe in der Südschweiz in diesem Winter besonders tief.
Skigebiet kann wohl nur mit systematischem Einsatz von Kunstschnee überleben
Erst einmal müsse er alle nötigen Fakten zur Kurzarbeit zusammentragen, dann könne er abwägen, ob diese in Frage komme. Das erklärte der Direktor des Skigebiets Carì, Ettore Schranz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Im Vergleich zu den letzten zwei Jahren sei dieser Winter noch schlechter, erklärt Schranz. Das Skigebiet in der Leventina erstreckt sich auf 20 Pistenkilometern zwischen 1650 und 2300 Metern über Meer.
Wenn es so weitergehe, müsse er auch den systematischen Einsatz von Kunstschnee in Betracht ziehen. Das Skigebiet verfüge bereits über eine Anlage für Kunstschnee. Um diese einzusetzen, bräuchte es jedoch weitere Eingriffe.
«Bizarres Klima»
Auch in den anderen Tessiner Skigebieten im Bleniotal, in Airolo und in Bosco Gurin laufen die Anlagen höchstens teilweise.
«Wir hatten über die Weihnachtstage im Schnitt etwa 250 Gäste. Einmal waren es 320. Das ist sehr wenig», erklärte der Besitzer der Wintersportanlagen von Bosco Gurin dem SRF.
Dies sei eine Realität, mit der man sich in «diesem bizarren Klima» abfinden müsse.
Das Skigebiet in Airolo hat Kurzarbeit beantragt
Und auch in Airolo läuft die Skisaison kaum an. Wie SRF berichtet, wurde beim Kanton bereits ein Kurzarbeitsgesuch für die 40 Mitarbeitenden eingereicht.
Das Skigebiet Airolo habe dieses Jahr mit rund zehn Tagen Verspätung eröffnet – wegen Schneemangels.
Die zwei Ferienwochen über Weihnachten seien entscheidend für die gesamte Skisaison, zitiert der «Corriere del Ticino» den Direktor von Airolo.
Könne man erst später öffnen, wirke sich das auf den ganzen Winter negativ aus.
Sehr wenig Schnee im Tessin
Die aktuelle Schneehöhe südlich der Alpen liegt derzeit 30 bis 60 Prozent unter dem langjährigen Mittelwert. Das erklärte ein Mitarbeiter von Meteoschweiz in Locarno-Monti.
Eine Online-Karte des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos zeigt in der Südschweiz eine tiefrote Fläche.

Diese Situation werden auch die für die kommenden Tage erwarteten Niederschläge nicht grundlegend ändern können.
Für die höheren Lagen in der Südschweiz sind im allerbesten Fall 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee prognostiziert.















