Kollegah

Tessiner Gemeinde warnt Rapper «Kollegah»: «Begibt sich in Gefahr»

Andrea Schüpbach
Andrea Schüpbach

Maggia,

Der Rapper Felix Blume (früher «Kollegah») sammelt im Tessin Inspiration für seine Kunst. Die Gemeinde Maggia warnt nun aber nach seinem jüngsten Ausflug.

Kollegah
Felix Blume (früher «Kollegah») begibt sich für seine Bilder auf Inspirationsreise in die Schweiz. - Instagram

Das Wichtigste in Kürze

  • Rapper Kollegah (heute Felix Blume) malt auch Bilder – und sucht dafür Inspiration.
  • Er findet diese in der Schweiz – um zu einem Wasserfall zu kommen, umgeht er ein Gitter.
  • Die Gemeinde Maggia warnt, dass er sich «unnötig» in Gefahr begebe.
  • Auch andere Touristen verirren sich – und kritisieren Google Maps.

Bunte Landschafts-Bilder statt dunkler Gangster-Rap, Pinsel statt Mikro – Felix Blume statt «Kollegah». Der 41-jährige Rap-Star widmet sich heute vermehrt der Malerei.

Für eine Kunst-Ausstellung Ende August begibt sich der Düsseldorfer auf Inspirations-Reise – auch in die Schweiz. Blume zeigt auf Instagram, wie er mit seinem Velo durch das Tessin pedalt.

Jetzt wird die Gemeinde Maggia auf ihn aufmerksam. Allerdings nicht wegen seiner Malerei…

Weg zum Tessin-Wasserfall ist gesperrt

Blume zeigt sich nämlich, wie er einen «versteckten Wasserfall» als Motiv aufsucht. Der Weg endet – eine Tafel zeigt an: Passieren verboten.

Zusätzlich versperrt ein Gitter den Weg. «Wanderweg zum Wasserfall geschlossen», steht darauf auf Italienisch und Deutsch.

Felix Blume Kollegah
Die unmissverständliche Botschaft: «Wanderweg zum Wasserfall geschlossen». - Instagram

Blume kommentiert: «Was steht da? Keine Ahnung», und läuft auf den gesperrten Weg. «Wandern wir mal durch diese Steinlandschaft.»

Gemeinde warnt: «Begibt sich unnötig in Gefahr»

Gegenüber Nau.ch warnt Luca Invernizzi von der Gemeinde Maggia, dass sich Blume «unnötig in Gefahr begibt».

«Der Wanderweg weist sehr gefährliche Abschnitte auf und ist bereits seit Jahren gesperrt. Niemand sollte die Beschilderung ignorieren und den Weg dennoch passieren.»

Hältst du dich an Weg-Markierungen von den lokalen Behörden bei Wanderungen?

Blume hat Glück und erreicht sein Ziel: Beim «versteckten Wasserfall» handelt es sich um den «Cascata del Salto». Ein beliebtes Ziel bei Touristen – auch, weil es einen sicheren Weg gibt.

Invernizzi sagt: «Der Wasserfall ist über die andere Seite über einen bequemen Wanderweg erreichbar.»

Viele Touristen verirren sich auf gefährlichen Weg

Tatsächlich scheint sich aber nicht nur Blume zu verirren. Scrollt man durch die Google-Rezensionen, so findet man zahlreiche Warnhinweise von Wanderern.

«Folgen Sie nicht dem Weg auf Google Maps, sondern links rum an der Kirche vorbei!», schreibt jemand.

Castata del Salto
Google Maps führt zum gesperrten Wanderweg – zum beliebten Wasserfall sollte man links herum laufen. - Google Maps

Andere: «Schöner Wasserfall – Achtung bei Google Maps, Wanderpfad dorthin ist irreführend!» – «Versuchen Sie nicht abzukürzen – dort ist es wirklich gefährlich.»

Gemeinde erreicht Google nicht – und stellt Schilder auf

Bei der Gemeinde Maggia kennt man das Google-Maps-Problem. «Wir hatten versucht, Google Maps den Fehler zu melden, jedoch ohne Erfolg.»

Darum habe man mit anderen Massnahmen reagiert, wie dem Gitter – oder: «Wir haben entlang des Weges Schilder aufgestellt, die die korrekte Route zum Wasserfall anzeigen.»

Maggia Wasserfall Kollegah
«Google Maps ist falsch»: Die Gemeinde Maggia weist mit Schildern auf den korrekten Weg hin. - Google

Eine Anfrage bei Google blieb bis zur Veröffentlichung des Artikels noch unbeantwortet. Auch Felix Blume äusserte sich auf Anfrage nicht.

Darum nennt sich Kollegah heute Felix Blume

Felix Blume legte seinen Künstler-Namen «Kollegah» vor rund zwei Jahren ab. Er sei aus dieser Figur «herausgewachsen», erklärte er damals bei «RTL». «Ich wollte die Figur abstreifen, wie eine Raupe, die zum Schmetterling wird.»

Kollegah Felix Blume
Felix Blume legte seinen Künstler-Namen Kollegah nieder. Der Deutsche fühlte sich dadurch eingeschränkt. - keystone

Er macht weiter Musik unter seinem echten Namen Felix Blume. In seiner Findungs-Phase entdeckte er zudem die Leidenschaft zum Malen wieder.

Mega-Skandal bei der «Echo»-Preisverleihung

Als Rapper wurde «Kollegah» Multimillionär und holte mehrere Gold- und Platinauszeichnungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Er sorgte aber auch immer wieder für Skandale. Seine Texte werden als antisemitisch und menschenverachtend kritisiert («Mein Körper ist definierter als von Auschwitzinsassen»).

kollegah
Kollegah und Farid Bang (l.) erhielten 2018 den Echo-Award. Das sorgte für einen massiven Aufschrei in der Musik-Welt. - keystone

Der Rapper erhielt im Jahr 2018 zusammen mit Farid Bang den «Echo»-Award. Das sorgte für einen Aufschrei, der Ruf des Preises war unheilbar beschädigt.

Zahlreiche Musiker gaben ihre zuvor gewonnenen Trophäen aus Protest zurück. Die Preisverleihung wurde eingestampft.

Kommentare

User #2920 (nicht angemeldet)

Oje und dann noch posten! Aaaa ich bin sooo cool und mache verbotenes und nur für euch. Sonst würde ich es ja für mich behalten…….: doooof

User #1675 (nicht angemeldet)

Wer hier kommentiert, der hat die Kontrolle über sein Leben "verlohren"... Ich skandiere, Salamis für alle... 😉 😂

Weiterlesen

Bellinzona
Visletto-Brücke leiche maggia
1 Interaktionen
Bis November 2026
Kollegah und Farid Bang

MEHR IN NEWS

3 Interaktionen
Müllheim/Neuenburgg (DE)
Meistersrüte AI
Herisau AR
Herisau AR
6 Interaktionen
Zürich

MEHR KOLLEGAH

Baden-Baden
Frankfurt
kollegah
Nach teurer Busse
kollegah
1 Interaktionen
Schutzgeld gefordert

MEHR AUS MAGGIA

MAGGIA, UNWETTER
3 Interaktionen
Vernehmlassung
Irak
1 Interaktionen
Wissenstransfer
Maggia Maggiatal Brücke Wasser
In vier Zonen
Gotthard Denkmal Henri Guisan
8 Interaktionen
150. Geburtstag