Tessiner Gemeinde warnt Rapper «Kollegah»: «Begibt sich in Gefahr»
Der Rapper Felix Blume (früher «Kollegah») sammelt im Tessin Inspiration für seine Kunst. Die Gemeinde Maggia warnt nun aber nach seinem jüngsten Ausflug.

Das Wichtigste in Kürze
- Rapper Kollegah (heute Felix Blume) malt auch Bilder – und sucht dafür Inspiration.
- Er findet diese in der Schweiz – um zu einem Wasserfall zu kommen, umgeht er ein Gitter.
- Die Gemeinde Maggia warnt, dass er sich «unnötig» in Gefahr begebe.
- Auch andere Touristen verirren sich – und kritisieren Google Maps.
Bunte Landschafts-Bilder statt dunkler Gangster-Rap, Pinsel statt Mikro – Felix Blume statt «Kollegah». Der 41-jährige Rap-Star widmet sich heute vermehrt der Malerei.
Für eine Kunst-Ausstellung Ende August begibt sich der Düsseldorfer auf Inspirations-Reise – auch in die Schweiz. Blume zeigt auf Instagram, wie er mit seinem Velo durch das Tessin pedalt.
Jetzt wird die Gemeinde Maggia auf ihn aufmerksam. Allerdings nicht wegen seiner Malerei…
Weg zum Tessin-Wasserfall ist gesperrt
Blume zeigt sich nämlich, wie er einen «versteckten Wasserfall» als Motiv aufsucht. Der Weg endet – eine Tafel zeigt an: Passieren verboten.
Zusätzlich versperrt ein Gitter den Weg. «Wanderweg zum Wasserfall geschlossen», steht darauf auf Italienisch und Deutsch.

Blume kommentiert: «Was steht da? Keine Ahnung», und läuft auf den gesperrten Weg. «Wandern wir mal durch diese Steinlandschaft.»
Gemeinde warnt: «Begibt sich unnötig in Gefahr»
Gegenüber Nau.ch warnt Luca Invernizzi von der Gemeinde Maggia, dass sich Blume «unnötig in Gefahr begibt».
«Der Wanderweg weist sehr gefährliche Abschnitte auf und ist bereits seit Jahren gesperrt. Niemand sollte die Beschilderung ignorieren und den Weg dennoch passieren.»
Blume hat Glück und erreicht sein Ziel: Beim «versteckten Wasserfall» handelt es sich um den «Cascata del Salto». Ein beliebtes Ziel bei Touristen – auch, weil es einen sicheren Weg gibt.
Invernizzi sagt: «Der Wasserfall ist über die andere Seite über einen bequemen Wanderweg erreichbar.»
Viele Touristen verirren sich auf gefährlichen Weg
Tatsächlich scheint sich aber nicht nur Blume zu verirren. Scrollt man durch die Google-Rezensionen, so findet man zahlreiche Warnhinweise von Wanderern.
«Folgen Sie nicht dem Weg auf Google Maps, sondern links rum an der Kirche vorbei!», schreibt jemand.

Andere: «Schöner Wasserfall – Achtung bei Google Maps, Wanderpfad dorthin ist irreführend!» – «Versuchen Sie nicht abzukürzen – dort ist es wirklich gefährlich.»
Gemeinde erreicht Google nicht – und stellt Schilder auf
Bei der Gemeinde Maggia kennt man das Google-Maps-Problem. «Wir hatten versucht, Google Maps den Fehler zu melden, jedoch ohne Erfolg.»
Darum habe man mit anderen Massnahmen reagiert, wie dem Gitter – oder: «Wir haben entlang des Weges Schilder aufgestellt, die die korrekte Route zum Wasserfall anzeigen.»

Eine Anfrage bei Google blieb bis zur Veröffentlichung des Artikels noch unbeantwortet. Auch Felix Blume äusserte sich auf Anfrage nicht.
Darum nennt sich Kollegah heute Felix Blume
Felix Blume legte seinen Künstler-Namen «Kollegah» vor rund zwei Jahren ab. Er sei aus dieser Figur «herausgewachsen», erklärte er damals bei «RTL». «Ich wollte die Figur abstreifen, wie eine Raupe, die zum Schmetterling wird.»

Er macht weiter Musik unter seinem echten Namen Felix Blume. In seiner Findungs-Phase entdeckte er zudem die Leidenschaft zum Malen wieder.
Mega-Skandal bei der «Echo»-Preisverleihung
Als Rapper wurde «Kollegah» Multimillionär und holte mehrere Gold- und Platinauszeichnungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Er sorgte aber auch immer wieder für Skandale. Seine Texte werden als antisemitisch und menschenverachtend kritisiert («Mein Körper ist definierter als von Auschwitzinsassen»).

Der Rapper erhielt im Jahr 2018 zusammen mit Farid Bang den «Echo»-Award. Das sorgte für einen Aufschrei, der Ruf des Preises war unheilbar beschädigt.
Zahlreiche Musiker gaben ihre zuvor gewonnenen Trophäen aus Protest zurück. Die Preisverleihung wurde eingestampft.
























