Coronavirus

    Coronavirus: Ungeimpfte Reiserückkehrer füllen Intensivstationen

    Nick Mäder
    Nick Mäder

    Bern,

    Die Zahl der Covid-Patienten nimmt wieder zu. Verschiedene Spitäler melden, dass es sich bei den hospitalisierten Personen oft um Reiserückkehrer handelt.

    Coronavirus Spital
    Coronavirus: Die Hospitalisationen nehmen in der Schweiz wieder zu. - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

    Das Wichtigste in Kürze

    • Viele Spitäler in der Schweiz verzeichnen wieder einen Anstieg an Corona-Patienten.
    • Bei den schweren Krankheitsverläufen handelt es es sich oft um ungeimpfte Reiserückkehrer.
    • Zudem ist das Durchschnittsalter der Patienten im Vergleich mit den Wellen zuvor gesunken.

    Die Spitalbetten in der Schweiz füllen sich wieder mit Covid-Patienten. Anfangs dieser Woche warnte Taskforce-Chefin Tanja Stadler bereits, dass sich die Zahl der Hospitalisierten innerhalb eines Monats dreimal verdoppelt habe.

    Um eine kritische Lage in den Spitälern zu verhindern, müsse die Dynamik der Ansteckungen verlangsamt und die Impfungen beschleunigt werden. Ansonsten drohe eine vierte Welle des Coronavirus.

    Tanja Stadler Coronavirus
    Tanja Stadler, Präsidentin der Task Force, spricht während einer Medienkonferenz zur aktuellen Situation des Coronavirus, am Dienstag, 17. August 2021 in Bern. - Keystone

    Oder ist sie bereits da? Eine Umfrage bei verschiedenen Spitälern zeigt, dass nicht nur die Zahl der Hospitalisationen rasch zunimmt, sondern auch Fälle von Schwersterkrankten.

    Ungeimpfte Reiserückkehrer landen auf Intensivstation

    So steigt etwa im Kanton Aargau die Anzahl der Patienten auf einer Intensivstation «auf tiefem Niveau an.» Auffallend sei, dass etwa 30 bis 40 Prozent der Infektionen auf Reiserückkehrer zurückzuführen sind.

    Ähnlich sieht es im Kantonsspital St.Gallen aus, wo die Zahl der hospitalisierten Covid-Patienten seit Ende letzter Woche sprunghaft angestiegen sei. «Es handelt sich dabei grossmehrheitlich um Reiserückkehrer, die nicht geimpft sind», stellt ein Medienbeauftragter des Spitals fest.

    Reiserückkehrer auf Intensivstation
    Bei den Covid-Patienten in Schweizer Spitälern handelt es sich derzeit überwiegend um ungeimpfte Ferienrückkehrer. - Keystone

    Das gleiche Bild zeigt sich im Universitätsspital Basel: «Bei den Covid-Patienten handelt es sich überwiegend um Ferienrückkehrer», sagt eine Mediensprecherin zu Nau.ch. Dabei seien die auf der Intensivstation liegenden Patienten alle nicht geimpft.

    Haben Sie sich in den Ferien mit dem Coronavirus angesteckt?

    Auch im Universitätsspital Zürich habe die Zahl der Personen auf einer Intensivstation in den letzten Tagen deutlich zugenommen. Der Anteil an Personen, die nach ihren Ferien ins Krankenhaus eingeliefert wurden, ist ebenfalls hoch: «Jeder zweite Patient ist ein Reiserückkehrer», heisst es auf Anfrage.

    Coronavirus: Spitalpatienten sind jung und ungeimpft

    Auffallend ist zudem, dass die hospitalisierten Personen in allen angefragten Spitälern oft jünger sind als in den bisherigen Wellen. Gegen das Coronavirus geimpfte Patienten scheint es zudem kaum zu geben.

    Im Universitätsspital Zürich liegt der Altersdurchschnitt der Covid-Patienten bei 54 Jahren. Auch im Basler Universitätsspital handle es sich bei den Patienten um jüngere Personen, verglichen mit den Wellen zuvor. Im Kantonsspital St.Gallen sowie im Inselspital Bern seien die Patienten vorwiegend ungeimpft und im Alter von 40 bis 60 Jahren.

    Coronavirus Spital
    Virologe Andreas Cerny glaubt, dass in der dritten Welle viele Todesfälle hätten verhindert werden können. - dpa

    Für die Kliniken ist deshalb klar, wie eine erneute Überlastung des Gesundheitssystems wegen des Coronavirus verhindert werden kann: «Die Impfung ist das effektivste Mittel, um die absehbare anstehende Welle zu brechen», heisst es beim Inselspital Bern.

    Auch im Kantonsspital St.Gallen ist man sich einig, wie auf das Verschieben von geplanten Operationen verzichtet werden kann: «Es ist wichtig und unabdingbar, dass sich jetzt sofort noch mehr Personen impfen lassen.»

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